
Der französische Automobilkonzern Renault gab am Montag bekannt, dass er Nissans 51-prozentigen Anteil an ihrem indischen Joint Venture, Renault Nissan Automotive India Private Ltd (RNAIPL), übernehmen und es damit zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Renault Gruppe machen wird.
Die finanziellen Bedingungen des Geschäfts wurden nicht bekannt gegeben.
Die Übernahme markiert eine Veränderung in der Partnerschaft von Renault und Nissan in Indien, obwohl die Unternehmen weiterhin bei der Fahrzeugproduktion und der Technologieentwicklung zusammenarbeiten werden.
Renault und Nissan definieren ihre Partnerschaft in Indien neu.
Die Vereinbarung umfasst einen operativen Rahmen zur Aufrechterhaltung laufender Projekte zwischen Renault und Nissan und zur Gestaltung ihrer zukünftigen Zusammenarbeit in Indien.
Nissan wird die Produktionsanlagen von RNAIPL weiterhin für den lokalen Vertrieb und den Export nutzen.
Die Unternehmen werden ihre bestehende Partnerschaft im Renault Nissan Technology & Business Center India (RNTBCI) beibehalten, wobei Renault einen Anteil von 51 % und Nissan einen Anteil von 49 % hält.
Das Joint Venture wird die Forschungs-, Entwicklungs- und Ingenieurarbeiten weiterhin unterstützen.
RNAIPL wird weiterhin Nissan-Modelle produzieren, darunter den Nissan Magnite, ein Schlüsselprodukt auf dem indischen Markt.
Renault sieht diese Akquisition als Teil seines umfassenderen Plans, seine industrielle Präsenz in Indien zu stärken.
Neues Elektrofahrzeugprojekt für 2026 geplant.
Im Rahmen der Vereinbarung wird Renault über Ampere, seine europäische Tochtergesellschaft für Elektrofahrzeuge, eine Derivatversion seines Twingo-Fahrzeugs im A-Segment für Nissan entwickeln und produzieren.
Das Fahrzeug, das 2026 erwartet wird, wird von Nissan entworfen und stellt einen Fortschritt in der globalen Zusammenarbeit dar.
Renault-CEO Luca de Meo betonte, dass die Vereinbarung mit Renaults langfristiger Strategie zur Expansion in Indien übereinstimmt und bezeichnete das Land als „wichtigen Automobilmarkt“.
Er fügte hinzu, dass Renault in Indien eine „effiziente industrielle Präsenz und ein effizientes Ökosystem“ aufbauen werde.
Nissan will starke Präsenz in Indien beibehalten.
Der designierte Präsident und CEO von Nissan, Ivan Espinosa, bekräftigte das Engagement des Unternehmens in Indien und erklärte, dass es weiterhin ein wichtiger Markt für Forschung, Entwicklung und Export sei.
Nissans Strategie „Ein Auto, eine Welt“ wird fortgesetzt, wobei Indien als Exportdrehscheibe dient.
Obwohl Renault die volle Kontrolle über RNAIPL übernommen hat, bleiben Nissans Pläne für die Einführung neuer SUVs in Indien unverändert.
Das Unternehmen betonte außerdem seinen Fokus auf die Bereitstellung von Fahrzeugen, die auf die Bedürfnisse der lokalen Verbraucher zugeschnitten sind, und die Gewährleistung eines robusten Kundendienstes.
Finanzielle Auswirkungen und Zukunftsaussichten
Renault erklärte, dass die Akquisition nach Abschluss der Transaktion vollständig in den Konzernabschluss einbezogen wird.
Das Unternehmen erwartet, dass 2025 ein Jahr mit Spitzeninvestitionen für RNAIPL sein wird, mit einem Einfluss auf den freien Cashflow von rund 200 Millionen Euro, vorausgesetzt, der Deal wird bis Mitte 2025 abgeschlossen.
Da Renault seine Position bei RNAIPL stärkt und Nissan durch Fahrzeugproduktion und -exporte in Indien präsent bleibt, signalisiert der Deal eine restrukturierte, aber fortgesetzte Zusammenarbeit zwischen den beiden Automobilherstellern in einem der am schnellsten wachsenden Automobilmärkte der Welt.
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