Für viele Einkommensinvestoren ist Realty Income (WKN: 899744) die eierlegende Wollmilchsau: Die Dividende kommt monatlich, rentiert deutlich über 5 % und bietet Wachstumspotenzial.
Auch zieht die Dividende seit Jahren nach oben. Im September 2026 erhöhte der US-REIT seine Ausschüttung bereits zum 136. Mal seit dem Börsengang.
Aktuell liegt die annualisierte Dividende bei 3,258 US-Dollar je Aktie. Doch ausgerechnet das derzeitige Zinsumfeld könnte zum entscheidenden Test für das weitere Dividendenwachstum werden.
2027 dürfte die Realty-Income-Dividende weiter steigen
Eine konkrete Dividendenprognose für 2027 gibt es von Realty Income noch nicht. Eine vernünftige Annäherung liefert jedoch der Blick auf die operative Ertragskraft.
Für 2026 erwartet das Unternehmen einen AFFO je Aktie von 4,44 bis 4,45 US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von rund 4 %.
Setzt sich dieses Tempo ungefähr fort, erscheint für 2027 eine annualisierte Dividende von etwa 3,30 bis 3,40 US-Dollar je Aktie realistisch. Das wäre jetzt kein spektakulärer Sprung, aber das passt genau zum Charakter der Aktie.
Wichtig ist dabei der AFFO. Bei einem REIT ist der Nettogewinn wegen der bilanziellen Abschreibungen auf Immobilien nur eingeschränkt aussagekräftig, weshalb Investoren ihm stärkere Beachtung schenken.
Der AFFO zeigt besser, wie viel laufender Cashflow tatsächlich zur Finanzierung der Dividende zur Verfügung steht. Doch der Haken liegt ganz woanders, nämlich bei den Finanzierungskosten.
Hohe Zinsen bleiben das größte Risiko
Realty Income benötigt Fremdkapital, um Immobilien zu erwerben und das Portfolio weiter auszubauen. Steigen die Zinsen dauerhaft, werden neue Finanzierungen teurer, belasten den Gewinn. Gleichzeitig konkurrieren höher verzinste Staatsanleihen stärker mit der Aktie um die Gunst der Einkommensinvestoren.
Von einer Dividendenkrise ist deshalb noch keineswegs auszugehen. Realty Income verfügt über eine breit aufgestellte Finanzierung und hat zuletzt sogar ein A-Rating von Fitch erhalten. Die anderen großen Agenturen haben für Realty Income ein Rating von A3 bzw. A- ausgestellt, was ebenfalls gut ist.
Zudem ist die Verschuldung über verschiedene Laufzeiten verteilt. Das reduziert das Risiko, dass ein einzelnes Jahr zum finanziellen Bremsklotz wird.
Für Anleger bleibt die Zinsentwicklung dennoch von entscheidender Bedeutung, denn je höher die Refinanzierungskosten sind, desto schwieriger wird es, gleichzeitig attraktive Immobilienrenditen zu erzielen und die Dividende deutlich zu erhöhen.
Das trifft übrigens auf alle Marktteilnehmer zu. Größere Player könnten allerdings Vorteile haben, sofern sie gut gemanagt sind. Ich meine: Wenn der Stress im Markt zunimmt, könnten sich im Objekteinkauf entsprechend mehr Möglichkeiten ergeben.
Fazit: Kleine Erhöhungen sind wahrscheinlicher als ein Dividenden-Sprung
Für 2027 erscheint eine Realty-Income-Dividende von rund 3,30 bis 3,40 US-Dollar pro Aktie plausibel. Das ist eine Schätzung meinerseits, keine Unternehmensprognose – und nicht in Stein gemeißelt. Entscheidend werden das AFFO-Wachstum, die Finanzierungskosten und das Zinsniveau sein.
Wenn du Realty Income, wie ich, als langfristigen Dividendenwert betrachtest, solltest du nicht nur auf die Ausschüttungsrendite achten. Ein Blick in die Bilanz lohnt sich hier genau. Wer darin enthaltenen Kennzahlen selbst beurteilen kann, erkennt oft früher, ob eine hohe Dividende nachhaltig ist.
Der Artikel Realty Income-Aktie: So hoch könnte die Dividende 2027 ausfallen – und dieses Risiko sollten Anleger kennen! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.