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In einem entscheidenden Moment für die Welt der Luxusmode gab Prada am Donnerstag bekannt, Versace für 1,25 Milliarden Euro (1,38 Milliarden Dollar) von der in New York ansässigen Capri Holdings zu übernehmen.

Dies ist der größte Luxusdeal des Jahres und bildet den dramatischen Abschluss von Capris ehrgeizigem, aber turbulentem Bestreben, ein amerikanisches Modeimperium zu schaffen, das mit Größen wie LVMH und Kering konkurrieren kann.

Il Sole 24 Ore hatte bereits im Januar berichtet, dass Prada an einer Übernahme von Versace interessiert sei.

Die Transaktion unterstreicht das erneute Vertrauen in die anhaltende Attraktivität italienischer Handwerkskunst, selbst während die globalen Märkte unter dem Druck der unberechenbaren Handelspolitik von Präsident Trump schwanken.

Für Prada stellt es einen mutigen Schritt hin zur Bildung eines italienischen Konkurrenten der dominierenden französischen Luxuskonzerne dar.

„Das ist ein mutiger und ambitionierter Schritt von Prada“, kommentierte Robert Burke, Gründer von Robert Burke Associates.

„Die Übernahme würde Prada in die Lage versetzen, sein Portfolio zu diversifizieren und auf einer größeren globalen Bühne zu konkurrieren.“

Der Aktienkurs von Prada schloss am Mittwoch 5 % höher, während der Aktienkurs von Capri Holdings um mehr als 11 % fiel.

Versace soll Pradas Modedivision stärken.

Mit dieser Übernahme wird Versace das wachsende Portfolio der Prada Group ergänzen, zu dem bereits Prada, Miu Miu, Luna Rossa und die renommierte Konditorei Marchesi gehören.

Zur Gruppe gehören auch Schuhmarken wie Car Shoe und Church’s.

Diese strategische Expansion stärkt Pradas Modedivision, indem sie eine Marke mit einer eigenständigen Identität hinzufügt und die Abhängigkeit von der Vision Miuccia Pradas verringert.

Andrea Guerra, Vorstandsvorsitzender der Prada Group, erklärte, Versace werde der Familie „eine neue, andere und komplementäre Dimension“ verleihen.

„Versace hat enormes Potenzial“, bemerkte er, warnte aber gleichzeitig, dass „der Weg lang sein wird“.

Prada beabsichtigt, die Akquisition überwiegend durch Fremdkapital zu finanzieren und plant, über eine Milliarde Euro aufzunehmen.

Der von den Aufsichtsräten beider Unternehmen genehmigte Deal soll vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden.

Ein Kontrast der Schicksale

Die Transaktion verdeutlicht den krassen Gegensatz im Erfolg der beiden Unternehmen.

Prada war in der jüngsten Abschwungphase des Luxussektors ein seltener Lichtblick und meldete für 2024 einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro – ein Plus von 17 %.

Der Aufschwung wurde von Miu Miu angeführt, dessen Einzelhandelsumsätze im vergangenen Jahr um erstaunliche 93 % gestiegen sind.

Im Vergleich dazu hat Capri Holdings, zu dem auch Michael Kors und Jimmy Choo gehören, einen Rückgang der Leistung von Versace verzeichnet.

Der Umsatz der Marke wird in diesem Geschäftsjahr voraussichtlich auf 810 Millionen Dollar sinken, gegenüber 1 Milliarde Dollar im Jahr 2024.

Versace galt schon lange als Übernahmekandidat, insbesondere nach einem gescheiterten Angebot von Tapestry, dem Eigentümer von Coach und Kate Spade, das im vergangenen Jahr von US-Regulierungsbehörden abgelehnt wurde.

Spekulationen, Prada könnte auch Jimmy Choo übernehmen, haben sich bisher als unbegründet erwiesen.

„Das Versace-Geschäft braucht eine komplette Wende“, sagte Luca Solca, Senior Analyst bei Bernstein.

Dennoch dämpfte er die Erwartungen und merkte an, dass Pradas frühere Akquisitionen „zu wünschen übrig lassen“.

Capri Holdings’ (CPRI) Aktienausblick

Die Transaktion zielt darauf ab, die Bilanz von Capri zu stärken und strategische Investitionen in die anderen Marken Michael Kors und Jimmy Choo zu ermöglichen.

Dieser Schritt ist Teil von Capris Strategie, den Shareholder Value zu steigern und sich auf das langfristige Wachstum der verbleibenden Marken zu konzentrieren.

Laut TipRanks steht Capri Holdings vor erheblichen finanziellen und operativen Herausforderungen, die sich in sinkenden Umsätzen und Gewinnen widerspiegeln.

„Während das Unternehmen strategische Initiativen umsetzt und die finanzielle Flexibilität verbessert, deuten die derzeit bärischen technischen Indikatoren und negativen Bewertungskennzahlen auf einen vorsichtigen Ausblick hin. Die Bemühungen des Unternehmens, sich zu stabilisieren und schließlich wieder zu wachsen, sind positiv, werden aber von kurzfristigen Risiken überschattet“, hieß es.

Eine Zukunft, die auf Tradition und Familienbanden aufbaut.

Die persönlichen Verbindungen zwischen den beiden Modedynastien verleihen dem Geschäft eine zusätzliche Bedeutungsebene.

Miuccia Prada gilt als enge Freundin von Donatella Versace, die nach dem tragischen Tod ihres Bruders Gianni im Jahr 1997 die Leitung des Familienunternehmens übernahm.

Obwohl Donatella letzten Monat als Chefdesignerin zurücktrat, bleibt sie als Chief Brand Ambassador weiterhin eng eingebunden und hat ihre Zufriedenheit mit dem Deal zum Ausdruck gebracht.

Quellen aus dem Verhandlungsumfeld zufolge ist Donatella Versace „hocherfreut“, dass das von ihrem Bruder gegründete Modehaus Teil einer familiengeführten italienischen Gruppe wird und das Erbe des Namens Versace im Gefüge des italienischen Luxus erhalten bleibt.

Mit dieser kühnen Übernahme strebt Prada eine globale Expansion an. Die Modewelt wird genau beobachten, ob dieses jüngste Wagnis gelingen kann, wo andere gescheitert sind – und ob ein italienischer Luxusgigant, der auf Tradition und Neuerfindung basiert, seinen Platz neben den globalen Größen der Branche einnehmen kann.

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