Am Donnerstag vergangener Woche kletterte die Porsche-Aktie fast auf den höchsten Stand seit drei Monaten. Doch am Freitag folgte prompt die Kehrtwende mit einem Verlust von knapp -3%. Und auch am Montagmorgen geht es mit dem Stuttgarter Sportwagenbauer um rund -3% nach unten. Was zieht den Kurs der Porsche-Aktie plötzlich wieder runter und haben Anleger hier eine gute Kaufgelegenheit?
Milliardenabschreibungen auf den Firmenwert
Die aktuellen Kursverluste der Porsche-Aktie sind eine direkte Folge der Gewinnwarnung des Volkswagen-Konzerns Ende vergangener Woche. VW hat den Markt mit einer drastischen Korrektur seiner Prognosen und gewaltigen Wertminderungen ausgerechnet bei Porsche überrascht.
Die Wolfsburger müssen rund 10 Milliarden € an Sonderbelastastungen verbuchen. Davon entfallen alleine 6 Milliarden € auf die Korrektur des Firmenwerts von Porsche.
Über viele Jahre waren der Sportwagenbauer die Perle im VW-Konzern, doch nun wird sie zu einem immer größeren Belastungsfaktor. Die deutliche Korrektur des Porsche-Firmenwerts zeigt, dass das VW-Management nicht mit einer baldigen Besserung der Lage bei den Schwaben rechnet.
Gleichzeitig senkte der VW-Konzern die Margenprognose für das laufende Jahr von bislang 4,0 bis 5,5% auf maximal 1,0%. Das ist ein gewaltiges Desaster, verdeutlich es doch, dass die Probleme bemi Autohersteller noch wesentlich größer sind als bislang geahnt. Die Korrektur der Gewinnmarge lässt das mittelfristige Gewinnziel von Volkswagen fast illusorisch erscheinen.
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Absatzerosion in China
Die ganze Misere von Porsche zeigt sich vor allem auf dem chinesischen Markt. Noch vor wenigen Jahren genoss der deutsche Sportwagenbauer auf dem größten Automarkt der Welt einen nahezu ikonischen Status.
2021 verkauften die Stuttgarter noch 95.000 Autos in der Volksrepublik. Im vergangenen Jahr lag der Absatz von Porsche in China nur noch bei knapp 42.000 Autos. Im Klartext: Innerhalb von vier Jahre hat Porsche fast 60% seines Absatzes eingebüßt.
Und Besserung zeichnet sich nicht ab. Im ersten Halbjahr lag die Zahl der verkauften Porsches in China bei lediglich 14.500 Stück. Für das Gesamtjahr ist demnach von einem weiteren Absatzrückgang auszugehen.
Der massive Absatzrückgang von Porsche in China hat zwei wesentliche Gründe. Zum einen agieren chinesische Autokonzerne auch bei Sportwagen längst technologisch auf Augenhöhe mit den deutschen Herstellern. Bei Elektrosportwagen haben sie Porsche wahrscheinlich schon überholt.
Zum anderen hat Porsche im Gegensatz zu den anderen deutschen Herstellern bewusst darauf verzichtet, größere Rabatte auf seine Modelle zu geben, um seine Luxusmarkenpositionierung nicht zu gefährden. Diese Hochpreispolitik quittierten chinesische Autokäufer jedoch mit einem „Kaufstreik“.
Wie weit geht die Talfahrt?
Bei der Porsche-Aktie scheint sich eine Trendwende nach unten abzuzeichnen. Ich gehe davon aus, dass der MDAX-Titel in den kommenden Tagen das 3-Monatstief bei 42,50 € testen wird. Sollte dieser starke Support nicht halten, dürfte die Talfahrt weiter bis 40,00 € gehen.
Finger weg bei dieser Bewertung
Ich kann Anlegern nur raten, die Finger von der Porsche-Aktie zu lassen. Die deutliche Kurserholung in den letzten sechs Monaten hat für mich überhaupt keine fundamentale Basis.
Die Porsche-Aktie wird gegenwärtig mit einem Forward-KGV von 24 bewertet. Warum eigentlich bei einem Unternehmen, dass nicht mehr wachsen kann und dessen Gewinnmarge für einen Luxusprodukthersteller kläglich niedrig ist?
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Die Zeiten, in denen Porsche einen ikonische Markenstatus mit High-Perfomance Sportwagen mit Verbrennungsmotor genoss, gehören endgültig der Vergangenheit an. Bei Elektroautos können sich die Stuttgarter fast gar nicht mehr von anderen Premiumherstellern differenzieren.
Ich sehe deshalb keine rosige Zukunft für die Porsche-Aktie. Woher die Börse mit der aktuellen Bewertung ihren Glauben an diese rosige Zukunft nimmt, ist mir ein völliges Rätsel.
Porsche AG in Kürze
- Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG (WKN: PAG911) mit Sitz in Stuttgart ist der größte reine Sportwagenhersteller der Welt.
- Die Produktion erfolgt überwiegend in Stuttgart-Zuffenhausen sowie in Leipzig und Bratislava.
- Porsche ist im deutschen Nebenwerteindex MDAX gelistet und an der Börse ca. 20,5 Milliarden € wert.
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