
POET Technologies Inc (NASDAQ: POET) stürzte am Montagmorgen ab, nachdem Marvell Technology abrupt alle offenen Bestellungen storniert hatte und einen angeblichen Verstoß gegen eine Vertraulichkeitsvereinbarung geltend machte.
In der Folge des Kursrutsches scheint POET darauf zuzulaufen, die 20‑Tage‑Linie zu testen.
Ein klarer Bruch unter die Marke von $7.83 wird allgemein erwartet, kurzfristig den Abwärtsdruck zu beschleunigen.
Die POET‑Aktien waren 2026 recht volatil; Anfang April notierten sie bei rund $5, schossen letzte Woche bis auf $15 und pendeln nun wieder bei nur etwa $8.
Äußerungen des CFO, die einen Ausverkauf bei POET auslösten
Die POET‑Technologies‑Aktie verliert heute hauptsächlich wegen dessen, was CFO Thomas Mika zuletzt in einem vielbeachteten Interview mit Stocktwits sagte.
Im Gespräch mit der Finanzplattform nannte Mika ausdrücklich Marvell als einen großen Kunden – und bestätigte, dass POET eine Bestellung erhalten hatte, die mit Marvells Hardware‑Ökosystem verbunden ist.
Diese Offenlegung sollte die „Optical Interposer“-Technologie seines Unternehmens gegenüber Privatanlegern belegen, führte jedoch zur Verletzung einer strengen Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA), wie sie bei hochrangigen Halbleiterpartnerschaften üblich ist.
MRVL hat daher am 23. April eine formelle Stornierungsmitteilung herausgegeben und erklärt, die unautorisierte Offenlegung von Versanddetails und Bestellspezifika stelle einen wesentlichen Vertragsbruch dar.
Bedeutung der MRVL‑Nachricht für POET‑Technologies‑Aktien
Der Wegfall des Geschäfts mit Marvell Technology ist ein katastrophaler Schlag für die POET‑Aktie, da der Konzern die glaubwürdigste Verbindung zwischen dem kanadischen Unternehmen und dem riesigen Markt für KI‑Rechenzentren darstellte.
Investoren hatten die Aktie hochgetrieben in der Annahme, dass deren Komponenten in Chips der nächsten KI‑Generation integriert würden, möglicherweise sogar in solche, die für Alphabets Google entwickelt werden.
Ohne das Qualitätssiegel von Marvell wird POET Technologies Inc wieder zum spekulativen Micro‑Cap mit ungeprüfter kommerzieller Tragweite degradiert.
Kurz gesagt: Die Stornierung entfernt eine wichtige Umsatzquelle und, vielleicht noch schädlicher, beschmutzt den Ruf des Unternehmens, sodass andere erstklassige Technologiekonzerne wie Nvidia oder Broadcom künftig davor zurückschrecken dürften, gemeinsame Entwicklungsvereinbarungen einzugehen.
POET bleibt 2026 eine risikoreiche Investition
Abgesehen vom Marvell‑Debakel bleiben die Fundamentaldaten von POET gefährlich dünn. Vor dem Absturz notierte die Aktie mit einem erheblichen Aufschlag auf den Buchwert, vor allem angetrieben durch Hype in sozialen Medien.
Finanziell bleibt das Unternehmen eine „Geldgrube“ und verzeichnete 2025 einen Verlust von fast $63 million bei mageren $1 million Gesamtumsatz.
Während das kürzliche Aktienangebot über $150 million eine vorübergehende Liquiditätsverlängerung ermöglichte, machen der anhaltende Cash‑Burn und das Fehlen von Meilensteinen zur Massenproduktion die POET‑Technologies‑Aktien zu einer hochriskanten Anlage.
Da Shortseller wie Wolfpack Research kreisen und Jim Cramer zuvor davor gewarnt hatte, der Markt habe Produktion eingepreist, die nicht existiert, wirkt POET wie die klassische Geschichte von „zu viel Gerede, zu wenig Technik“.
Und das Unternehmen zahlt derzeit auch keine Dividende, die einen Aktienbesitz trotz dieser Risiken attraktiver machen würde.
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