Der Platinpreis bewegt sich weiterhin seitwärts, nachdem er drei Wochen in Folge Gewinne verzeichnete. Da die fragile Waffenruhe zwischen den USA und Iran ihrem Ende entgegengeht, befürchten Investoren neue Kampfhandlungen im Nahen Osten. Das nachlassende Risikobewusstsein hat die Gewinnzuwächse beim Platin gedämpft, ohne zwangsläufig den Verkaufsdruck zu erhöhen. 

Die Abwartestimmung ist an den Finanzmärkten spürbar. Neben den Edel- und Industriemetallen befinden sich auch der US-Dollar und die US-Treasury-Renditen vor der Frist am Mittwoch in einer Spanne. 

Risiko neuer Kämpfe belastet Platinpreis

Der Platinpreis setzte seine Konsolidierungsphase auch zu Beginn der neuen Woche fort, während Investoren die Wahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen von neuen Kampfhandlungen im Nahen Osten abwägen. In der vergangenen Woche trieb die Hoffnung auf ein Friedensabkommen zwischen Iran und den USA den Kurs zurück über den kurzfristigen 25-Tage-EMA. Die angespannten Verhältnisse hinsichtlich einer Blockade in der Straße von Hormus, insbesondere nach Äußerungen beider Seiten am Wochenende, dämpfen jedoch die Risikobereitschaft. 

Einerseits bemüht sich Pakistan, dass beide Parteien dieser Woche einer zweiten Runde von Friedensgesprächen zustimmen. Iran hat jedoch signalisiert, dass es seine Delegierten nicht zu den Verhandlungen entsenden werde. 

Am Montag erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, die USA hätten „die Waffenruhe von Beginn ihrer Umsetzung an verletzt“. Dies folgt auf die Blockade der Straße von Hormus durch die US-Marine und die Festnahme eines iranischen Containerschiffs durch das US-Militär. Trump seinerseits hat seine Drohungen erneuert, Irans Energieanlagen zu bombardieren. 

Diese harten Positionen treiben Anleger in die Sicherheit des US-Dollars. Gleichzeitig schließen sie einen möglichen Friedensvertrag zwischen den USA und Iran nicht aus. Da die fragile Waffenruhe am Mittwoch ausläuft, werden sich Edel- und Industriemetalle voraussichtlich weiter in einer Spanne bewegen. Ebenso dürfte die Abwartestimmung die Renditen der US-Treasuries und das Aufwärtspotenzial des US-Dollars begrenzen. 

Technische Analyse des Platinpreises

Platinpreischart | Quelle: TradingView

Am Montag hielt der Platinpreis über dem kurzfristigen 25-Tage-EMA und dem mittelfristigen 50-Tage-EMA, wie im Tageschart zu sehen ist. Seit Anfang der letzten Woche handelt das Metall in einer engen Spanne, da Investoren die geopolitischen Konflikte im Nahen Osten beobachten. 

Angesichts des bröckelnden Waffenruheabkommens und der Anzeichen neuer Kampfhandlungen fehlt dem Platinpreis die nötige Aufwärtsdynamik, um die seit Monaten stützende Aufwärtstrendlinie zu durchbrechen. Tatsächlich zog er sich am Montag vom Intraday-Hoch von $2,130 zurück. Zum Zeitpunkt der Niederschrift notierte der Platinpreis bei $2,078, nachdem er in der vorangegangenen Sitzung ein Einmonatshoch von $2,166 erreicht hatte. 

Sowohl die technischen als auch die fundamentalen Indikatoren deuten darauf hin, dass der Markt kurzfristig wahrscheinlich in einer Spanne verbleibt. Dabei ist die enge Spanne zwischen dem 25-Tage-EMA bei $2,047–$2,150 und der Widerstandszone bei $2,130 kurzfristig zu beobachten. Bei weiteren Gewinnen könnte der Platinpreis bei $2,166 auf Widerstand stoßen, da die Aufwärtstrendlinie seinen Anstieg weiterhin begrenzt. Umgekehrt könnten wiederaufgenommene Kampfhandlungen das Metall auf das Niveau der Vorwoche bei $2,010 zurückdrücken. 

The post Platinpreis-Analyse vor Ablauf der US‑Iran-Waffenruhe appeared first on Invezz