Das von Walmart unterstützte digitale Zahlungsunternehmen PhonePe hat sein geplantes Börsenangebot verschoben, da geopolitische Spannungen und fallende Aktienmärkte die Anlegerstimmung belasten.

Das in Bengaluru ansässige Unternehmen bestätigte am Montag, dass es die Vorbereitungen für seinen Börsengang vorübergehend gestoppt hat und den Prozess wieder aufnehmen wird, sobald sich die globalen Kapitalmärkte stabilisiert haben.

Der Schritt folgt auf eine zunehmende Volatilität an den Finanzmärkten, die mit dem eskalierenden Konflikt im Nahen Osten zusammenhängt.

PhonePe hatte sich auf eine Erstplatzierung von Aktien vorbereitet, die bis zu $1.5 billion hätte einbringen können.

PhonePe setzt IPO wegen Marktvolatilität aus

PhonePe erklärte, man habe sich entschieden, das Angebot zu verschieben, da sich die globalen Finanzmärkte zunehmend instabil geworden sind.

Das Unternehmen betonte, es bleibe einem Börsengang in Indien verpflichtet und werde vorgehen, sobald sich die Marktbedingungen verbessern.

Das Fintech-Unternehmen hatte Anfang dieses Jahres die Genehmigung der Securities and Exchange Board of India für die öffentliche Emission erhalten.

Frühere Berichte besagten, dass die vorgeschlagene Platzierung durch ein Offer-for-Sale-Angebot rund $1.3 billion einbringen und das Unternehmen auf etwa $10 billion bewerten könnte.

Der Nifty 50-Index Indiens ist in diesem Monat bisher um mehr als 7% gefallen und steuert damit auf seine schlechteste Monatsbilanz seit März 2020 zu.

Der Rückgang wird mit zunehmenden geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit Iran, Israel und den Vereinigten Staaten in Verbindung gebracht.

Walmart-Beteiligung und IPO-Struktur

PhonePe wird vom US-Einzelhandelsriesen Walmart unterstützt, der etwa 71.77% des Unternehmens besitzt.

Unter dem vorgeschlagenen Börsenplan sollte Walmart bis zu 45.9 million shares verkaufen, was ungefähr 9% des Aktienkapitals von PhonePe entspricht.

Das IPO hatte Aufmerksamkeit erregt, weil es zu den größten Fintech-Börsengängen in Indien der letzten Jahre gezählt hätte.

Die jüngste Marktvolatilität hat Unternehmen jedoch dazu veranlasst, ihre Zeitpläne für Kapitalbeschaffungen neu zu bewerten.

Dominanz im UPI-Zahlungsnetz Indiens

PhonePe bleibt der größte Teilnehmer im Ökosystem des Unified Payments Interface (UPI) in Indien.

Die Plattform verarbeitet nahezu die Hälfte aller Transaktionen im Netzwerk.

Das Unternehmen hält rund 45% Anteil an UPI-Transaktionen, vor dem Konkurrenten Google Pay, der etwa 35% hat.

UPI ist zum Rückgrat von Indiens digitalem Zahlungsverkehr geworden und macht inzwischen mehr als 85 Prozent der digitalen Transaktionen des Landes aus.

PhonePe allein verarbeitet jeden Monat fast 10 Milliarden Transaktionen mit einem kombinierten Wert von mehr als etwa $145 billion.

Umsatzwachstum und Ausbau der Finanzdienstleistungen

Das Unternehmen hat seine Finanzdienstleistungsangebote über reine Zahlungen hinaus erweitert.

Zu den Produkten zählen Aktienhandel über Share.Market sowie Kreditvergabe, Versicherungsvertrieb und Tools zur Vermögensverwaltung.

PhonePe meldete operative Umsatzerlöse von etwa $857 million in FY25, gegenüber etwa $610 million in FY24.

Das Unternehmen verzeichnete zudem Gewinne aus Finanzanlagen von rund $62 million, wodurch der Gesamtumsatz in FY25 auf etwa $919 million stieg gegenüber rund $689 million ein Jahr zuvor.

Gebühren für Zahlungsabwicklung blieben mit etwa $203 million während des Jahres ein wesentlicher Kostenpunkt. Ausgaben für Werbung und Verkaufsförderung sanken um 21.6% auf rund $65 million.

PhonePe meldete einen Nettoverlust von rund $208 million in FY25, der sich gegenüber etwa $240 million in FY24 verringerte.

Ohne ESOP-Kosten hätte das Unternehmen einen Gewinn von etwa $76 million ausgewiesen.

The post PhonePe verschiebt IPO in Indien wegen geopolitischer Spannungen appeared first on Invezz