Perrine Dutronc (La Française): Zur 25. UN-Klimakonferenz

Wie jede der kürzlich stattgefundenen Konferenzen der Vertragsparteien zum Klimawandel, wird auch die COP 25 (Conference of the Parties = COP) als wesentlich erachtet.

Es ist vereinbart, dass im kommenden Jahr auf der COP 26 ein wichtiger Meilenstein umgesetzt werden wird. Dieses Jahr wird aber der Grundstein für eine Überprüfung der national festgelegten Beiträge (NDCs = Nationally Determined Contributions) gelegt – zum Beispiel zur Reduzierung der CO2-Emissionen. Obwohl die COP 21 ein Erfolg war, wurde inzwischen erkannt, dass die von allen Ländern vereinbarten Zusagen zu einer 3-Grad-wärmeren Welt gegenüber dem vorindustriellen Niveau führen, obwohl das Pariser Abkommen eindeutig ein Mindestziel von maximal 2 Grad vorsah.

Jüngste Berichte haben gezeigt, dass wir ein Jahrzehnt verloren haben. Zwischen 2008 und 2018 wurde trotz vieler Verpflichtungserklärungen und Forderungen praktisch kein Rückgang der globalen Treibhausgasemissionen erreicht. Laut einem im November veröffentlichten UN-Umweltbericht bedeutet dies, dass wir die globalen CO2-Emissionen noch schneller senken müssen: im nächsten Jahrzehnt um 2,7 Prozent pro Jahr, verglichen mit einem Anstieg von 1,5 Prozent pro Jahr in den vergangenen Jahren. Es besteht eine große Diskrepanz zwischen den Zielen, die wir uns setzen müssen, dem erforderlichen Ehrgeiz und dem, was die Länder zugesagt und bisher erreicht haben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der COP 25 wird sein, wie China und nachrangig auch andere Länder wie Indien auf die Notwendigkeit reagieren werden, die Zielsetzungen und Vorgaben zu erhöhen. Laut dem jüngsten Bericht des Global Energy Monitors ist China zur Kohle-Strategie zurückgekehrt. Zwischen Januar 2018 und Januar 2019 kamen in China 43 GW Kohlekraft dazu, während der Rest der Welt die Kohlekraft um 8 GW reduzieren konnte. Auch die Zukunftsplanung, die Kapazität auf 148 GK Kohlekraft bis 2030 in China zu erhöhen, ist alarmierend. Dies gilt umso mehr, wenn man weiß, dass jedes Kohlekraftwerk für die nächsten 40 Jahre einen sehr hohen CO2-Ausstoss bedeutet – weit über 2050 hinaus, wenn die Welt klimaneutral sein soll.

Was der Klimawandel bezüglich Investitionsrisiken und -chancen bedeutet, steht auf einem anderen Blatt. Bei La Française sind wir der Meinung, dass Klimarisiken die Konjunktur schwer belasten können. Klimarisiken sehr disruptiv auf die Konjunktur wirken können. Wir sind jedoch auch davon überzeugt, dass der Klimawandel Chancen für die Unternehmen bietet, die Lösungen zur Bewältigung der Klimakrise liefern oder ermöglichen.

Emissionsintensive Sektoren wie Öl und Gas, Stahl oder Zement stehen auf dem Prüfstand. Wir sollten jedoch bedenken, dass sich der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft auf jeden Sektor auswirken wird. Klimarisiken werden sich wahrscheinlich „nicht linear“ entwickeln, d. h. es wird eher zu wirtschaftlichen Erschütterungen kommen, wie durch extreme Wetterereignisse, als zu einem sukzessiven Übergang. Dies führt zu Gewinnern und Verlieren in allen Branchen. Allerdings glauben wir, dass emissionsintensive Sektoren mehr Verlierer als Gewinner sehen werden.

Die Gewinner von morgen sind die Unternehmen, die bereits verstanden haben, dass ein Wandel notwendig ist und entsprechend gehandelt haben. Natürlich sind wir davon überzeugt, dass einige Branchen, wie IT, Cloud Computing oder erneuerbare Energien, besonders interessant sind. Jeder Sektor muss jedoch seinen Teil dazu beitragen. Unsere Rolle ist es, mit unserem Research-Center Inflection Point in der Lage zu sein, die Unternehmen zu analysieren, zu bewerten und die Gewinner zu identifizieren, die beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft helfen.

Rechtliche Hinweise:

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