
PayPal bereitet eine umfangreiche interne Umstrukturierung vor, bei der Venmo als eigenständiges Geschäftssegment ausgegliedert werden soll, laut einem Bericht von CNBC.
Der Schritt signalisiert einen umfassenderen Vorstoß des neuen CEO Enrique Lores, die Abläufe zu straffen und beim Zahlungsdienstleister Wert freizusetzen.
Die Reorganisation erfolgt, während PayPal einer zunehmenden Konkurrenz im Bereich digitaler Zahlungen gegenübersteht und versucht, nach einem längeren Einbruch des Aktienkurses das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.
Die PayPal-Aktie lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung am Mittwoch um mehr als 2,5 % im Plus.
Venmo soll als eigenständiges Segment geführt werden
Nach den vorgeschlagenen Änderungen wird Venmo von den Kernaktivitäten von PayPal getrennt und als eigenständiger Geschäftsbereich ausgewiesen.
Die Änderung soll mehr Transparenz über die Performance der App ermöglichen und könnte laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen den Weg für einen möglichen Verkauf oder eine strategische Partnerschaft ebnen.
PayPal sucht außerdem offenbar einen dedizierten Manager für Digitalbanking, der die Venmo-Sparte leiten soll, was den Anspruch unterstreicht, die Plattform aggressiver zu skalieren.
Das übrige Geschäft soll in zwei Kerneinheiten aufgeteilt werden: ein unter der Marke PayPal geführter Bereich für Händler und Verbraucher sowie eine Payments‑Services‑Einheit, zu der Braintree und Krypto‑Geschäfte gehören.
Neue Führung setzt auf stärkere Fokussierung
Lores, der im März das Amt des CEO übernommen hat, nachdem er sechs Jahre lang HP geführt hatte, setzt darauf, dass eine klarere Organisationsstruktur das Wachstum wiederbeleben wird.
PayPal hat Schwierigkeiten gehabt, mit Konkurrenten wie Apple, Google und Stripe im sich schnell entwickelnden Bereich der E‑Commerce‑Zahlungen Schritt zu halten.
Sein Vorgänger Alex Chriss konnte die rückläufige Aktienentwicklung des Unternehmens nicht umkehren, die deutlich von den Höchstständen in der Pandemie gefallen war.
Die Umstrukturierung folgt zudem Berichten über Übernahmeinteresse.
Bloomberg hatte zuvor berichtet, dass potenzielle Käufer, darunter Stripe, geprüft hätten, Teile von PayPal oder das gesamte Unternehmen zu übernehmen.
Führungswechsel und KI‑Offensive
Die Umstrukturierung dürfte zu Führungswechseln in der gesamten Organisation führen.
Diego Scotti, der die Verbrauchersparte einschließlich Venmo leitete, und Michelle Gill, die die Einheit für Kleinunternehmen beaufsichtigte, sollen das Unternehmen verlassen.
Gleichzeitig richtet PayPal eine neue Gruppe für die Transformation mittels Künstlicher Intelligenz ein, die von Anshu Bhardwaj, einem ehemaligen Technologie‑Manager von Walmart, geleitet werden soll.
Eine Finanzdienstleistungseinheit zur Unterstützung der Kernbereiche wird von Scott Young geleitet, der zuvor bei Goldman Sachs tätig war.
Entlassungspläne bleiben ungewiss
Die Umstrukturierung erfolgt angesichts anhaltender Unsicherheit über mögliche Stellenstreichungen.
Anfang dieses Jahres hatten Führungskräfte die Vorgabe erhalten, Einsparungen von bis zu 15 % der Belegschaft zu identifizieren, doch diese Pläne wurden nach dem Führungswechsel ausgesetzt.
Venmo, mit knapp 100 Millionen Nutzern, bleibt eines der wertvollsten Vermögenswerte von PayPal, da Analysten die Plattform als wichtigen Wachstumstreiber und potenzielles Übernahmeziel ansehen.
Die PayPal‑Aktie stieg nach dem Bericht um rund 3 %, was den Anlegeroptimismus widerspiegelt, dass die Umstrukturierung vor den bevorstehenden Quartalszahlen Wert freisetzen könnte.
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