
Die PayPal-Aktie erlitt in den vorbörslichen Handelsstunden eine deutliche Kehrtwende, nachdem Stripe und Advent ihr vielbeachtetes Angebot zur Übernahme des Unternehmens fallengelassen hatten. PYPL fiel auf $53, ein Rückgang von fast 15% gegenüber dem Hoch dieses Monats. Der Rückzug könnte sich vertiefen, da PayPal weiterhin mit erheblichen Herausforderungen ringt.
Stripe und Advent geben Übernahmeangebot für PayPal auf
Die PayPal-Aktie stürzte ab, nachdem Berichte bekannt wurden, dass Stripe und Advent ihr Übernahmeangebot für das Unternehmen zurückgezogen hatten. Die beiden Firmen hatten ein Angebot in Höhe von $50 billion für das Unternehmen vorgelegt.
Obwohl die Summe enorm war, hätte sie den Niedergang des Unternehmens besiegelt: Die Marktkapitalisierung hatte während der Pandemie über $300 billion gelegen.
Die Entwicklung bedeutet daher, dass PayPal nun eine erfolgreiche Turnaround‑Strategie umsetzen muss — etwas, das in den vergangenen Jahren schwierig gewesen ist.
Die jüngsten Zahlen zeigten, dass das Umsatzwachstum ins Stocken geraten ist. In den letzten Quartalszahlen stiegen die Umsätze von PayPal im zweiten Quartal um 5% auf $8.7 billion, während der Gewinn je Aktie (EPS) um 3% auf $1.25 sank. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Ergebniswachstum im S&P 500 Index betrug im zweiten Quartal 50.4%.
Das Wachstum von PayPal stagniert auch bei anderen Kennzahlen. Beispielsweise stiegen die monatlich aktiven Nutzer nur um 1% auf 228 Millionen, während die Zahl der Transaktionen pro aktivem Konto lediglich um 3% zunahm.
Am bemerkenswertesten ist, dass Analysten erwarten, dass das Ergebniswachstum kurzfristig unter Druck bleibt. Der durchschnittliche Schätzwert geht davon aus, dass der Jahresumsatz in diesem Jahr um 4.6% auf $34 billion steigen wird. Für das Folgejahr wird ein Wachstum von 4.38% auf $36.23 billion erwartet.
Ähnliches gilt für das Ergebniswachstum: Das EPS wird für dieses Jahr auf $5.39 und für das nächste Jahr auf $5.79 prognostiziert. Diese Kennzahlen deuten darauf hin, dass das Unternehmen nicht mehr so wächst wie in der Vergangenheit.
Wie geht es weiter für PayPal?
Der neue PayPal-CEO Enrique Lores steht vor der schwierigen Aufgabe, das Unternehmen zu drehen — ein Vorhaben, an dem sein Vorgänger gescheitert ist. Ein Ansatz besteht darin, sich auf Venmo zu konzentrieren, den am schnellsten wachsenden Bereich des Geschäfts.
Einige Analysten sind der Ansicht, dass das Unternehmen gut daran täte, Venmo abzuspalten. In den letzten Zahlen gab das Unternehmen an, dass die monatlich aktiven Konten der Venmo-Debitkarte um über 50% gestiegen sind, während Zahlungen mit Venmo um über 30% zulegten. Eine Abspaltung würde starke liquide Mittel freisetzen, die für intensivere Aktienrückkäufe oder höhere Dividenden genutzt werden könnten. PayPal könnte die Mittel auch verwenden, um gezielte Übernahmen zu tätigen und so das Umsatzwachstum wieder anzukurbeln.
In seiner jüngsten Stellungnahme nannte Lores mehrere Turnaround‑Strategien, darunter Kostensenkungen. Er plant, Organisationsschichten zu reduzieren und peilt Einsparungen in Höhe von $1.5 billion bis 2027 an. Er verpflichtete sich außerdem, die Marketingeffizienz zu verbessern und KI in die Plattformen zu integrieren.
Technische Analyse der PayPal-Aktie

PYPL-Aktienchart | Quelle: TradingView
Das Tages-Chart deutet darauf hin, dass die PYPL-Aktie in den vergangenen Wochen ein mögliches Rückschlagssignal geliefert hat. Sie bildete ein aufsteigendes Keilmuster, das aus zwei ansteigenden und konvergierenden Trendlinien besteht. Der Relative‑Stärke‑Index (RSI) hat eine bärische Divergenz ausgebildet.
Auch der MACD-Indikator zeigt eine bärische Divergenz. Somit besteht das Risiko, dass die Aktie in den kommenden Monaten weiter unter Druck bleibt. Sollte dies eintreten, dürfte die Aktie voraussichtlich bis zur wichtigen Unterstützung bei $40.45 fallen, dem Tiefstand im Juni.
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