Kommt bei der PayPal-Aktie eine Übernahme des Konzerns schneller als gedacht? Jedenfalls verdichten sich die Anzeichen für einen handfesten Poker zwischen den Bietern Stripe und Advent. Was bedeutet das für die PayPal-Aktie? Sind jetzt weitere Kurssprünge drin?

Es scheint ernst zu werden

Laut jüngsten Medienberichten ist inzwischen klar, dass der Zahlungsdienstleister PayPal ernsthaft die Angebote der beiden Interessenten prüft. Angeblich bieten nach einem Bericht des Wall Street Journal beide Bieter jeweils 60,50 US$ je Aktie. Das wäre leicht unterhalb des aktuellen Kurses, der bei 61,66 US$ liegt, und würde im Prinzip der aktuellen Bewertung von knapp 53 Milliarden US$ entsprechen.

Insider wollen jedoch erfahren haben, was insbesondere für Trader verlockend sein könnte: Offenbar sind beide Interessenten auch bereit, mehr zu zahlen. Entsprechende Verhandlungen sollen laufen. PayPal selbst soll die bisherigen Angebote als zu niedrig abgelehnt haben.

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Ein rasanter Höhenflug

Fakt ist: Seit dem Bekanntwerden der ersten Gerüchte hat die PayPal-Aktie einen rasanten Höhenflug aufs Börsenparkett gezaubert. Vom Tief Mitte Juni bei unter 40 US$ ging es für das bis dahin arg gebeutelte Papier um mehr als +50% aufwärts. Seit Jahresbeginn steht jetzt sogar ein kleines Plus von 3,5% zu Buche.

Natürlich sind die Übernahmespekulationen aktuell der maßgebliche Treiber. Fakt ist aber auch: Die PayPal-Aktie ist mit einem KGV von um die 12 immer noch günstig bewertet. Hinzu kommt, dass der Zahlungsdienstleister selbst eifrig an der Verbesserung seines Geschäftsmodells bastelt. Insofern ist es wohl nicht verwegen zu behaupten, dass die Aktie auch jenseits einer Übernahme langfristig Potenzial für Kurssteigerungen besitzt.

Allein der jüngste Coup mit Amazon unterstreicht dies. Nach dem Deal mit dem weltweit größten Online-Händler erreicht PayPal seit Anfang des Monats potenziell mehr als 40 Millionen neue Kunden im deutschsprachigen Raum.

Gute Zahlen

Natürlich steht vorerst die Frage im Fokus, was im Bieterpoker bei den Verhandlungen am Ende herauskommt. Anleger sollten meiner Meinung nach aber gar nicht nur darauf schielen, sondern sich auch einmal die jüngsten Quartalszahlen des Zahlungsdienstleisters ansehen. Die waren nämlich positiv. Nur die geringere bereinigte Marge von 17,4% (zuvor 19,8%) fiel etwas aus dem Rahmen.

PayPal steigerte im zweiten Quartal seinen Umsatz um 5% auf 8,68 Milliarden US$. Also keine große Wachstumsstory mehr, aber das hatte auch niemand erwartet. Beim bereinigten Gewinn je Aktie standen 1,38 US$ zu Buche. Auch das Zahlungsvolumen legte um 10% auf rund 486 Milliarden US$.

Was besonders auffällt: Der Free Cashflow stieg auf 1,775 Milliarden US$. Besser gesagt, er explodierte um 157%. Und was Börsianer für gewöhnlich am meisten interessiert: Das Unternehmen hat seinen Ausblick angehoben und erwartet nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,38 US$

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Meiner Meinung nach bietet die PayPal-Aktie trotz des jüngsten Höhenflugs durchaus weiteres Kurspotenzial. Insbesondere kurzfristig orientierte Trader könnten jetzt auf höhere Bieterangebote spekulieren.

Aber auch langfristig orientierte Investoren können in meinen Augen bei diesen Kursen nicht allzu viel falsch machen mit dieser Aktie. Selbst wenn eine Übernahme letztlich scheitern sollte, erwirbt man hier ein günstig bewertetes Papier eines weltweit agierenden und bekannten Zahlungsdienstleisters mit einem sehr stabilen Geschäftsmodell, das sogar noch ausbaufähig ist.

ℹ PayPal in Kürze

  • PayPal (WKN: A14R7U) betreibt den weltweit bekanntesten Online-Bezahldienst. Im letzten Quartal nutzten über 439 Millionen Verbraucher weltweit den Service für Online-Überweisungen und die Bezahlung von Rechnungen im Internet.
  • Das Unternehmen mit Sitz in San José im US-Bundestaat Kalifornien ist Teil des Nasdaq 100 und des S&P 500 Index.
  • PayPal ist aktuell an der Börse mit rund 52,7 Milliarden US$ bewertet.

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