
Der Palladiumpreis bleibt unter Druck, während der US‑Iran‑Krieg die Attraktivität der Edelmetalle als sichere Häfen stärkt. Schon vor dem Chaos im Nahen Osten war Palladium das schwächste der vier wichtigsten Edelmetalle. Bemerkenswert: Er ist auf das Niveau zu Beginn des Jahres 2026 zurückgekehrt, da ein stärkerer US‑Dollar und eine gemischte Nachfragesicht sein Aufwärtspotenzial dämpfen.
Fundamentaldaten des Palladiummarkts deuten auf erhöhte Volatilität hin
Die Edelmetalle fanden Unterstützung in den anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Allerdings gilt, ähnlich wie bei diesen Rohstoffen, auch der US‑Dollar als konventioneller sicherer Hafen. Daher steht der Palladiumpreis unter Druck durch einen stärkeren US‑Dollar. Obwohl er sich vom drei Monate hohen Stand, der Anfang der Woche erreicht wurde, zurückgezogen hat, blieb er stabil über dem zuvor starken Widerstandsniveau von $98,50.
Hinzu kommen Befürchtungen, dass der US‑Iran‑Krieg zu hoher Inflation führen könnte, die zusammen mit starken US‑Arbeitsmarktdaten zu einer Neubewertung der Erwartungen an die Fed‑Politik geführt haben. Vor diesem Hintergrund steigen die Wetten, dass die US‑Notenbank die Zinsen länger auf einem höheren Niveau belassen könnte. Ein solches Umfeld stärkt den US‑Dollar und belastet die renditelosen Edelmetalle.
Außerdem wirken sich Chinas anhaltende Deflation und die Investoren‑Nachfrage nach Platin auf den Palladiumpreis aus. Daneben stützen die knappe Versorgung von Palladium und die gestiegene Produktion von Hybridfahrzeugen den Preis.
Während Palladium und Platin beide in Katalysatoren verwendet werden, wird Letzteres zudem für Investitionen und Schmuck bevorzugt. Gleichzeitig kämpft China weiter mit deflationärem Druck. Um der Krise zu begegnen, hat es sein BIP‑Wachstumsziel auf 4,5–5 % gesenkt; das niedrigste Ziel seit Jahrzehnten.
Bemerkenswerterweise ist das asiatische Land der führende Verbraucher und Raffinierer dieses Industriemetalls. Da Anleger die Angebots‑/Nachfragedynamik und die Attraktivität der Edelmetalle als sichere Häfen beobachten, könnte der Palladiumpreis verstärkt Schwankungen unterliegen.
Technische Analyse des Palladiumpreises

Der Palladiumpreis gab am Donnerstag leicht nach, nachdem er im vorangegangenen Handel seine Abwärtsbewegung kurz pausiert hatte. Anfang der Woche stieg das Metall kurzzeitig über die Widerstandszone von $1.800, bevor es am Dienstag auf ein Intraday‑Tief von $1.575 fiel. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte es nahe diesem Tief bei $1.610.
Ein Blick auf das Tages‑Chart deutet darauf hin, dass der Palladiumpreis zumindest kurzfristig unter Druck bleiben könnte. Er notiert weiterhin unter dem kurzfristigen 25‑Tage‑EMA sowie dem mittelfristigen 50‑Tage‑GD. Tatsächlich scheinen sich die beiden technischen Indikatoren um $1.730 zu annähern.
Je nach Fundamentaldaten könnte das Zusammentreffen in ein bärisches Todeskreuz münden, bei dem der 25‑Tage‑EMA den 50‑Tage‑GD nach unten schneidet. Gleichzeitig hat die seit Mitte 2025 den Palladiumpreis definierende Aufwärtstrendlinie in den letzten drei Handelssitzungen den Markt‑Widerstand geprägt.
Auf Basis dieser technischen Indikatoren ist die Spanne zwischen $1.600 und $1.690 kurzfristig beobachtenswert. Kann die untere Marke genügend Käufer anziehen, könnte der Preis Unterstützung entlang der Aufwärtstrendlinie finden, während Gewinne bei $1.763 begrenzt würden. Andererseits könnte ein weiterer Rückgang die untere Unterstützungsmarke bei $1.515 aktivieren.
The post Palladium‑Preis: Warum Volatilität den kurzfristigen Handel prägen wird appeared first on Invezz