Die Ottobock-Aktie befindet sich wieder im Aufwind. In den letzten vier Wochen ging es mit dem Kurs des deutschen Medtech-Konzerns um +20% nach oben und auch am Donnerstagvormittag setzt die Aktie ihren Aufwärtstrend fort. War die Börse mit den Quartalszahlen zufrieden und können sich Anleger ein weiteres Upside erwarten?
Solides Umsatz- und Ergebniswachstum
Die von Ottobock für das erste Halbjahr 2026 vorgelegten Zahlen lesen sich durchwegs gut. Der Prothesen- und Orthesenhersteller lieferte ein starkes Ergebnis mit deutlichem Margenzuwachs und hob in der Folge die Jahresprognose leicht an.
Der Konzernumsatz stieg in den ersten sechs Monaten im Jahresvergleich um 7,7% auf 818,5 Millionen €. Etwas schwächer fiel das organische Wachstum in Höhe von 6,7% aus.
Besonders stark entwickelte sich das Geschäft in der Vertriebsregion EMEA. Hier stieg der Umsatz um 12,2% auf 610,2 Millionen €. In Asien blieb der Umsatz hingegen nahezu konstant, während er in Amerika leicht um 5% zurückging.
Punkten konnte Ottobock vor allem bei der Ergebnisentwicklung. Das bereinigte EBITDA stieg im Jahresvergleich um 18,1% auf 207 Millionen €. Damit erhöhte sich die EBITDA-Marge um weitere 2,2 Prozentpunkte auf ausgezeichnete 25,3%.
Noch stärker stieg der bereinigte Konzerngewinn. Er erhöhte sich um 23,9% auf 85,1 Millionen €.
Aufgrund der starken Entwicklung in den ersten Jahreshälfte hob der Ottobock-Vorstand den Ausblick für das Gesamtjahr an. Statt wie bislang zwischen 5 und 8% peilt das Management nun ein organisches Umsatzwachstum von 6 bis 8% an. Die bereinigte EBITDA-Marge wird bei über 27,0% erwartet und damit 0,5 Prozentpunkte höher als bislang.
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Im Aufwärtstrend
Bei der Ottobock-Aktie zeichnet sich seit gut einem Monat ein Aufwärtstrend ab. Am Donnerstagvormittag gelang dem SDAX-Wert zeitweise der Sprung über die Marke von 60 €.
Zum 3-Monatshoch bei 62 € ist es demnach nur noch ein Katzensprung. Sollte es durchbrochen werden, dürfte der Medtech-Titel seinen Kurs in Richtung 65 und danach 70 € fortsetzen.
Viele gute Gründe für einen Kauf
Ich bin seit jeher ein Fan der Ottobock-Aktie und rate Anlegern auch weiterhin zum Kauf des deutschen Medtech-Titels. Mit einem Forward-KGV (2027) von ca. 17 ist die Aktie zwar kein Schnäppchen, aber das hat auch gute Gründe.
Ottobock ist meiner Überzeugung nach eines der Unternehmen aus Deutschland mit dem größten Burggraben. Dies liegt an der Struktur des Marktes für Prothesen und Orthesen. Hier spielen Qualität, Vertrauen, Vertriebsnähe und Vor-Ort-Service eine wesentlich größere Rolle als der Preis. Als Marktpionier genießt Ottobock seit vielen Jahrzehnten allergrößtes Vertrauen bei seinen Kunden.
Dieser Vertrauensvorsprung ist durch Wettbewerber kaum aufzuholen und äußerst sich in der sehr hohen Profitabilität des Konzerns. Mit einer bereinigten operativen Marge von über 25% zählt Ottobock zu den profitabelsten größeren deutschen Unternehmen.
Gleichzeitig kann das Medtech-Unternehmen noch dynamisch wachsen — im mittleren einstelligen Bereich organisch und zusätzlich durch Akquisitionen. Ottobock arbeitet konsequent an der Bereinigung seines Portfolios von wachstums- und margenschwachen Bereichen und erweitert sein Angebotsspektrum durch gezielte Übernahmen von High-Medtech-Unternehmen.
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Die Börse hat das Potenzial der Ottobock-Aktie seit dem Börsengang im letzten Jahr noch kaum honoriert. Das wird sich meiner Meinung nach noch ändern.
Für Langfristanleger gibt es meines Erachtens kaum eine bessere Buy-and-hold-Aktie auf dem deutschen Markt als die Ottobock-Aktie. Sie ist und bleibt einen Kauf wert.
Ottobock in Kürze
- Ottobock (WKN: BCK222) mit Sitz im niedersächsischen Duderstadt ist ein 1919 gegründetes deutsches Orthopädietechnikunternehmen.
- Das Unternehmen ist Weltmarktführer im Bereich Prothetik und als einer der führenden Anbieter in der Orthetik, im Rollstuhlbereich sowie bei Exoskeletten.
- Mehrheitseigentümer des Unternehmens ist die Familienholding Näder, den direkten Nachfahren des Firmengründers Otto Bock.
- Ottobock ist seit Oktober 2025 an der Frankfurter Börse gelistet, Mitglied im SDAX und ca. 3,8 Milliarden € wert.
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