
Die Oracle-Aktie steht diese Woche weiterhin unter erheblichem Druck und setzt einen steilen Rückgang fort, der nach dem Höchststand von $345 im September des Vorjahres begann. Die Aktie ist seitdem um nahezu 60 % gegenüber dem Allzeithoch gefallen, wodurch die Bewertung zunehmend attraktiv erscheint, obwohl Anleger besorgt über die steigende Verschuldung des Unternehmens und die erhebliche Abhängigkeit von Großkunden wie OpenAI bleiben.
Oracle ist zur meistgehassten KI-Aktie geworden
Larry Ellisons Oracle ist trotz starken Wachstums langsam zum meistgehassten Unternehmen in der Branche der künstlichen Intelligenz geworden. Die jüngsten Geschäftszahlen zeigten, dass das Umsatzwachstum anhält, und Analysten erwarten, dass die Dynamik aufgrund der Rolle des Unternehmens im KI-Bereich weiter anhalten wird.
Die Zahlen zeigten, dass der Umsatz im vierten Fiskalquartal um 21 % auf $19,2 Milliarden sprang, wobei der Umsatz im Bereich Cloud-Infrastruktur um 93 % auf $5,8 Milliarden anstieg. Am bemerkenswertesten stiegen die verbleibenden öffentlichen Verpflichtungen (RPO) im Quartal um $85 Milliarden auf $638 Milliarden. Damit gehört das RPO bzw. der Backlog zu den größten der Branche.
Das Unternehmen erwartet außerdem, dass der Umsatz auch in absehbarer Zukunft weiter wachsen wird. Die Prognose lautet, dass der Umsatz im Q1 um 27 % bis 29 % wachsen wird, wobei der Jahresumsatz auf $90 Milliarden steigen soll. Die Jahresprognose lag damit über dem durchschnittlich von Analysten erwarteten Wert von $89 Milliarden. In dem darauf folgenden Geschäftsjahr wird ein Umsatz von $130 Milliarden erwartet.
Stark gestiegene Investitionen und Verschuldung
Der Hauptgrund für den Kursrutsch der Oracle-Aktie ist die Sorge der Anleger über die Ausgaben und die stark gestiegene Verschuldung. Das Unternehmen erwartet in diesem Jahr Investitionsausgaben von $48 Milliarden, gefolgt von $70 Milliarden im nächsten Jahr. Dies wird das Unternehmen wiederum dazu zwingen, beträchtliche Summen über Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen. Es plant, in diesem Jahr $40 Milliarden über Schulden und Eigenkapital zu beschaffen.
Infolgedessen ist die Gesamtverschuldung in den letzten Monaten deutlich angestiegen. Sie stieg auf $129 Milliarden, wobei die kurzfristigen Verbindlichkeiten $7,2 Milliarden betragen. Im letzten Quartal wurden mehr als $1,4 Milliarden für Zinszahlungen an Gläubiger aufgewendet. Obwohl die Anleihen derzeit nicht als Ramsch eingestuft sind, stehen sie an der Grenze dazu, und ihre Renditen steigen weiterhin. S&P Global stuft das Unternehmen im Juni auf BBB herab.
Die Oracle-Aktie ist zudem gefallen, weil Anleger über die KI-Blase, vor der Michael Burry gewarnt hat. Zudem bestehen Sorgen über die Abhängigkeit von OpenAI, einem Unternehmen, dessen Umsatzwachstum sich verlangsamt hat.
Auf der positiven Seite gibt es jedoch Anzeichen, dass das Unternehmen relativ unterbewertet ist: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward P/E) liegt bei etwa 18 und damit unter dem Sektor-Median von 22.
Analysten sind der Ansicht, dass der ORCL-Kurs höher stehen sollte als derzeit. UBS hat ein Kursziel von $245, während Wedbush und Bernstein Kursziele von $240 bzw. $325 ausgeben. Barclays und Moffett Nathanson sehen Kursziele von $250 bzw. $325.
Technische Analyse des Oracle-Aktienkurses: Ein riskantes Muster bildet sich

ORCL-Aktienchart | Quelle: TradingView
Das Wochenchart zeigt, dass die ORCL-Aktie von einem Rekordhoch von $345 im September des Vorjahres auf derzeit $142 gefallen ist. Sie befindet sich weiterhin unter dem 50-EMA.
Zeitgleich hat sich eine große Kopf-Schulter-Formation herausgebildet, deren Nackenlinie bei $118.90 liegt. Dieses Muster führt oft im Zeitverlauf zu weiteren Abwärtsbewegungen. Daher besteht das Risiko, dass die Aktie weiter fällt, potenziell bis zur nächsten wichtigen Unterstützung bei $118.90. Ein Abrutschen unter dieses Niveau würde auf weitere Abwärtsbewegung hindeuten.
The post Oracle-Aktie ist ein Schnäppchen geworden, aber ein riskantes Muster zeichnet sich ab appeared first on Invezz