
Die Aktien von Oracle standen in den letzten Monaten unter anhaltendem Druck, da Anleger sich wegen hoher Ausgaben für KI-Infrastruktur sorgen.
Analysten von Bernstein argumentieren jedoch, dass die Strategie des Unternehmens wahrscheinlich erhebliche langfristige Gewinne liefern wird.
Die Aktie ist seit ihrem Allzeithoch im September des Vorjahres um nahezu 60 % gefallen, was die Befürchtung widerspiegelt, dass aggressive Investitionen in Rechenzentren den freien Cashflow und die Profitabilität belasten könnten.
Bernstein beließ die Einstufung bei „Outperform“ und setzte ein Kursziel von $319, was darauf hindeutet, dass die Märkte Oracles sich wandelndes Wachstumsprofil übersehen könnten.
Das Kursziel impliziert ein Aufwärtspotenzial von über 127 % gegenüber dem aktuellen Kursniveau von Oracle von $140.
KI-Investitionen schüren Bedenken
Die Anlegerskepsis konzentriert sich größtenteils auf Oracles Ausrichtung auf Infrastructure-as-a-Service, bei der das Unternehmen Kapazitäten aufbaut, um KI-Workloads zu unterstützen.
Dieser Übergang hat Sorgen über steigende Kapitalausgaben und die Möglichkeit niedrigerer Margen im Vergleich zum traditionellen Softwaregeschäft ausgelöst.
Einige Investoren haben auch infrage gestellt, ob Oracles Cloud-Modell, das die Bereitstellung von Rechenkapazität für Kunden wie OpenAI umfasst, langfristig profitabel sein kann.
Bernstein-Analyst Mark Moerdler sagte, die zugrunde liegenden ökonomischen Verhältnisse seien stärker als wahrgenommen.
„Oracles Ökonomie ist besser, als wir dachten“, schrieb er und fügte hinzu, dass das Unternehmen sich als einer der Hauptprofiteure des KI-Ausbaus herauskristallisiere.
Er ergänzte: „Wir halten Oracle aufgrund seines KI-Rechenzentrumsgeschäfts und seines Kerndatenbankgeschäfts für einen der bevorzugten Investitionswerte.“
Capex-Anforderungen als beherrschbar eingeschätzt
Bernstein schätzt, dass Oracle bis zum Geschäftsjahr 2028 zusätzliche Kapitalmittel in Höhe von $15 bis $20 Mrd. benötigen wird, um seine bestehenden Infrastrukturverpflichtungen zu erfüllen – deutlich weniger als einige Markterwartungen.
Es wird zudem erwartet, dass das Unternehmen bis zum Geschäftsjahr 2030 einen positiven freien Cashflow erzielt, sobald die aktuelle Phase der beschleunigten Investitionen abflaut.
Moerdler sagte, dass sich der freie Cashflow nach Abschluss dieser Ausbauphase voraussichtlich deutlich erholen werde.
Der freie Cashflow dürfte „substanziell erholen“, bemerkte er, und prognostizierte, dass er bis zum Geschäftsjahr 2035 jährlich bis zu $212 Mrd. erreichen könnte.
Oracle hat bereits Pläne skizziert, in diesem Jahr bis zu $50 Mrd. an Fremd- und Eigenkapital aufzubringen, um seinen Kapitalbedarf zu decken.
Laut Bernstein wird diese Finanzierung ausreichen, um den Betrieb durch 2029 zu stützen.
Der Analyst verwies zudem auf gestärktes Vertrauen in die Kundennachfrage und hob hervor, dass OpenAIs jüngste Finanzierungsrunde über $110 Mrd. Bedenken über dessen Fähigkeit, langfristige Verpflichtungen zu erfüllen, dämpfe.
Langfristige Wachstumstreiber bleiben intakt
Obwohl Oracles Infrastrukturgeschäft möglicherweise geringere Margen als das Softwaresegment aufweist, erklärte Bernstein, dass die integrierten Hardware- und Softwarefähigkeiten des Unternehmens als Wettbewerbsschutz fungieren könnten.
Die Fähigkeit, spezialisierte Lösungen anzubieten, einschließlich souveräner Cloud-Angebote für Regierungen, könne im Laufe der Zeit höhermargige Chancen eröffnen.
„Da die Bewertung erheblich reduziert wurde, halten wir das Aufwärtspotenzial für deutlich größer als das Abwärtsrisiko“, sagte Moerdler.
Auch andere Brokerhäuser sind konstruktiver geworden.
Bank of America hat die Coverage kürzlich wieder aufgenommen und stuft die Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von $200 ein, wobei Oracles Positionierung in den schnell wachsenden KI- und Cloud-Märkten hervorgehoben wird.
Analyst Tal Liani beschrieb das Unternehmen als „einen Riesen, der alles auf KI-Infrastruktur und Cloud setzt“ und unterstrich damit das Ausmaß seiner Ambitionen.
Mit dem Fortschreiten des KI-Investitionszyklus könne Oracles Strategie von einem kurzfristigen Risiko zu einem wichtigen Treiber langfristiger Wertschöpfung werden, so die Analysten.
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