
Brent Thill, Senior‑Analyst bei Jefferies, räumt ein, dass es bei Oracles (ORCL) Fiskal‑Q1‑Ergebnis „kein Problem“ gab, doch das Unternehmen zählt nicht zu seinen drei wichtigsten KI‑Infrastruktur‑Favoriten.
Oracle veröffentlichte ein besser als erwartetes Q1 und gab eine Prognose von $8.1 Gewinn je Aktie (bereinigt) bei mindestens $90 billion Umsatz für 2027 – beides über den Konsensschätzungen der Street.
Der Tech‑Riese profitiert weiterhin von der explosiven Nachfrage nach KI‑Workloads, dennoch notieren Oracle‑Aktien mehr als 35 % unter ihrem jüngsten Hoch.
Brent Thill sagt, Oracle könnte eine $400‑Aktie werden
In einem Interview nach Vorlage der Zahlen mit CNBC lobte Thill die verbleibenden Leistungszusagen des Unternehmens (RPO), die im Jahresvergleich um 46 % stiegen.
Ein 120%iges Wachstum im Cloud‑Infrastrukturgeschäft Oracles macht seiner Ansicht nach Bedenken über KI‑Investitionsausgaben und fehlenden ROI „völlig zunichte“, so Thill.
Der Jefferies‑Analyst hält an einer Kaufempfehlung für ORCL fest – mit einem bullischen Kursziel von $290, das ein Potenzial von rund 80 % gegenüber dem aktuellen Kurs signalisiert.
Und da das Management eine Ertragskraft von $20 in drei Jahren prognostiziert, hält Thill es für vertretbar, dass dieser KI‑Infrastrukturwert langfristig $400 erreichen könnte.
Warum ORCL nicht sein Top‑KI‑Infrastrukturfavorit ist
Trotz Oracles beeindruckender Dynamik stuft Thill das Unternehmen offen in die „Tier 2“‑Gruppe unter den großen Cloud‑Infrastruktur‑Anbietern ein.
Im Gespräch mit CNBC gab er explizit drei Megacap‑Rivalen – Microsoft, Amazon und Alphabet – als langfristige Kernbeteiligungen vor Oracle an.
Laut dem Jefferies‑Analysten profitieren diese Tier‑1‑Giganten von stärkeren Bilanzen, deutlich besseren Multiples im Kerngeschäft und tieferer Marktdurchdringung.
Im Gegensatz zu Oracle, das die Cloud‑Aufbauphase mit einem niedrigeren strukturellen Bewertungsmultiple begann, verfügt das primäre Cloud‑Triumvirat über eine makellose finanzielle Flexibilität, um laufende Infrastrukturinvestitionen zu finanzieren, ohne die Kreditmärkte zu verunsichern.
Kurz: Während die Oracle‑Aktie ein wichtiger Teilnehmer im Ökosystem bleibt, sieht er die schwächere Kreditwürdigkeit des Unternehmens aufgrund der Schuldenlast und des negativen Free Cash Flow (–$5.4 billion im Q1) als ausreichend Gründe, MSFT, GOOGL und AMZN vor ORCL zu platzieren.
Wie man Oracle‑Aktien auf dem aktuellen Kursniveau spielt
Im Endeffekt bestätigt Oracles jüngster Finanzbericht die Stellung des Unternehmens als einen der fünf führenden Mega‑Infrastruktur‑Bauer, die die moderne Ära der generativen KI antreiben.
Der Bericht zeigte, dass das „zweistellige“ Wachstum im Bestandssoftware‑Geschäft gepaart mit dem „dreistelligen“ Ausbau der Cloud‑Infrastruktur intakt bleibt.
Obwohl Bedenken hinsichtlich der Schuldenlast und Konzentrationsrisiken mit Partnern wie OpenAI weiterhin die Bewertung belasten, hält Brent Thill einen Großteil dieser Negativität bereits für im Kurs eingepreist.
Für taktische Anleger bietet die ORCL‑Aktie eine interessante, potenziell rabattierte Gelegenheit, selbst wenn die Tier‑1‑Hyperscaler weiterhin Jefferies‘ Wahl für Kern‑Cloud‑Portfolios sind.
Hinweis: Oracle zahlt derzeit zudem eine Dividendenrendite von 1,31 %, was seine Attraktivität für den längerfristigen Anleger weiter erhöht.
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