Die Okta-Aktie ist mit einem Kurssprung von +19% am Donnerstagmorgen nicht nur einer der stärksten US-Technologiewerte, sondern klettert zugleich auf den höchsten Stand seit vier Jahren. Womit konnte der Anbieter von Identitäts- und Zugriffsmanagementlösungen die Börse begeistern und ist die Okta-Aktie einen Kauf wert?
Sehenswerte Zahlen
Die gestern nach US-Börsenschluss vorgelegten Zahlen von Okta können sich in der Tat sehen lassen. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal des GJ 2026/27 um 11% auf 805 Millionen US$ und übertraf damit den Analystenkonsens in Höhe von 795 Millionen US$. Mit 793 Millionen US$ entfällt inzwischen fast der gesamte Umsatz auf wiederkehrende Abo-Erlöse.
Noch wichtiger: Das Wachstum von Okta dürfte sich in den kommenden Quartalen noch beschleunigen. Die Remaining Performance Obligations stiegen zuletzt um 17% auf 4,89 Milliarden US$.
Auch beim Ergebnis gelang Okta eine positive Überraschung. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg auf 1,05 US$ und lag über der Markterwartung von 0,97 US$.
Im laufenden dritten Quartal geht Okta von einem weiteren Wachstum von 10% auf 813 bis 817 Millionen US$ aus. Die bereinigte operative Marge wird zwischen 24 und 25% erwartet.
Ein ähnliches Wachstum prognostiziert das Management auch für das gesamte GJ. Die Umsätze sollen mit 10 bis 11% auf rund 3,22 Milliarden US$ steigen. Bei der operativen Marge rechnet Okta sogar mit einem Anstieg auf 26%.
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Bald über 200 US$?
Der seit April anhaltende massive Aufwärtstrend der Okta-Aktie wurde Mitte August jäh nach unten durchbrochen. Durch den heutigen Kursgewinn springt der Tech-Titel allerdings mit einem Satz auf den höchsten Stand seit März 2022. Charttechnisch ist nun sogar der Weg frei für Kurse bis zu 200 US$.
Das Wachstum ist einfach zu schwach
Die Investmentstory von Okta finde ich spannend: Das Tech-Unternehmen positioniert sich zunehmend als Identitäts- und Sicherheitsplattform für AI Agents. Die These dahinter: Wenn Unternehmen immer mehr autonome Software-Agenten einsetzen, müssen auch diese Agenten authentifiziert, autorisiert und überwacht werden. Okta sieht darin einen neuen großen Markt und die Börse scheint diese Perspektive zu honorieren.
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Trotzdem sehe ich derzeit kein großes Upside mehr für die Okta-Aktie. Sie ist in den letzten Monaten zu gut an der Börse gelaufen und mit einem Forward-KGV von 34 nicht mehr günstig.
Wir sprechen hier schließlich über ein Unternehmen, das nur knapp über 10% jährliches Wachstum generiert. Für ein hoch bewertetes SaaS-/Cybersecurity-Unternehmen ist das eher ordentlich als außergewöhnlich.
Die Gewinnmarge von Okta ist ebenfalls ordentlich und steigt sogar noch leicht. Um diese Bewertung zu rechtfertigen, ist mir das Umsatz- und Margenwachstum allerdings zu gering.
Ich rate Anlegern deshalb, die Okta-Aktie nur beobachten, aber nicht zu investieren. Das Wachstum ist mir in Anbetracht der hohen Bewertung etwas zu gering. Das sorgt für ein nur begrenztes Upside des Aktienkurses.
Okta in Kürze
- Okta (WKN: A2DNKR) ist ein US-amerikanisches Technologieunternehmen für Identitäts- und Zugriffsmanagement mit Sitz in San Francisco.
- Es bietet Cloud-Software an, die Unternehmen und Entwicklern bei der Identifizierung von Benutzern in Anwendungen und Webdiensten hilft.
- Zudem ermöglicht es Okta Benutzern, sich zentral über einen Single-Sign-On-Dienst bei einer Vielzahl von Diensten anzumelden.
- Okta ist Mitglied im Nasdaq 100 und derzeit mit rund 23,4 Milliarden US$ an der Börse bewertet.
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