Die OHB-Aktie sprang am gestrigen Donnerstag um +10% nach oben und kletterte damit wieder über die Marke von 400 €. Was steckt hinter dem Kurssprung des deutschen Raumfahrtunternehmens und können Anleger nun mit weiteren Kursgewinnen rechnen?
Zwei gute Nachrichten
Es gibt aktuell zwei gute Nachrichten von OHB. Die erste ist die offizielle Gründung des angekündigten Rüstungs-Joint-Ventures mit Rheinmetall. OHB und der DAX-Rüstungskonzern gaben bekannt, dass ihr Gemeinschaftsunternehmen OHB Rheinmetall Space Networks mit Sitz in Bremen offiziell in das Handelsregister eingetragen wurde.
Das Joint Venture wurde gegründet, um die Gesamtverantwortung für das milliardenschwere Militär-Satellitenprogramm der Bundeswehr (SATCOMBw Stufe 4) zu übernehmen. Dabei geht es um den Aufbau und Betrieb einer hochsicheren Kommunikationsarchitektur im Weltall, die Soldaten, Drohnen, Fahrzeuge und Gefechtsstände in Echtzeit vernetzt. Für OHB bedeutet diese vertiefte Partnerschaft mit Rheinmetall, dass das Unternehmen einen Fuß in die Tür des lukrativen und krisensicheren Militär- und Verteidigungssektors bekommt.
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Die zweite gute Nachricht kommt von der Finanzierungsseite. Der Finanzinvestor KKR, der rund 29% an OHB hält, wollte ursprünglich am heutigen Freitag ein gigantisches Aktienpaket im Wert von über 1 Milliarden € am Markt platzieren.
Aufgrund des gleichzeitigen Börsengangs von SpaceX hat KKR diese Kapitalmaßnahme nun auf den 30. Juni verschoben. Die Börse weiß diese Gewissheit in Bezug auf die weitere Finanzierung von OHB zu schätzen.
Der Chart hellt sich auf
Das Chartbild der OHB-Aktie hellt sich langsam wieder auf. Nach seinem massiven Kurssturz Ende Mai / Anfang Juni hat sich der Aktienkurs des Raumfahrtunternehmens in den letzten Tagen bei 370 € stabilisiert. Für einen nachhaltigen Aufwärtstrend muss die Aktie aber wieder das Niveau von 450 € übersteigen.
Ein entscheidendes Puzzlestück
Ich bin weiterhin optimistisch eingestellt, was den zukünftigen Kursverlauf der OHB-Aktie angeht. Grundsätzlich empfehle ich nur sehr selten Aktien mit einem dreistelligen Forward-KGV zum Kauf.
Bei OHB mache ich aber eine Ausnahme. Das Bremer Raumfahrtunternehmen gehört meines Erachtens aktuell zu den spannendsten deutschen Technologiewerten. Und daran wird sich auch in den kommenden Jahren nichts ändern.
OHB ist ein ganz entscheidendes Puzzlestück für die deutsche und europäische Raumfahrt- und Rüstungsindustrie. In Sachen Satellitentechnologie führt kaum ein Weg an den Bremern vorbei.
Die Erhöhung der Free Floats durch die KKR-Aktienplatzierung wird dem Kurs meiner Meinung nach guttun. Zum einen werden die erratischen Kursbewegungen der OHB-Aktie aufgrund kleinerer Orders dadurch wesentlich unwahrscheinlicher. Und zum anderen gewinnt die Aktie damit an Sichtbarkeit an der Börse.
Anleger mit einem Faible für den Weltraum und einer höheren Risikoaffinität können meiner Meinung nach auf dem aktuellen Kursniveau in die OHB-Aktie einsteigen. Sie müssen jedoch eine hohe Volatilität aushalten und ein wenig Geduld mitbringen.
OHB in Kürze
- Die OHB SE (WKN: 593612) mit Sitz in Bremen ist ein deutscher Luft- und Raumfahrtkonzern, der in den beiden Geschäftsfeldern Space Systems und Aerospace aktiv ist.
- Im Bereich Space Systems entwickelt und produziert OHB Satelliten und sonstige Raumfahrtsysteme.
- Im Segment Aerospace ist das Technologieunternehmen in der Produktion von Komponenten für die Luft- und Raumfahrtindustrie aktiv, darunter Trägerraketen, Raumfahrzeuge und Flugzeuge.
- Mehrheitseigentümer von OHB ist die Gründerfamilie Fuchs. Seit 2024 ist die amerikanische Investmentfirma KKR im Besitz eines Minderheitsanteils.
- OHB notiert an der Frankfurter Börse und ist ca. 7,7 Milliarden € wert.
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