
Der NZD/USD-Wechselkurs zog am Dienstag etwas zurück, reagierte auf weitere schwache US-Makrodaten und da Händler sich wieder auf die bevorstehende Zinsentscheidung der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) konzentrierten. Er fiel auf 0,5693 von dem Höchststand der Vorwoche von 0,5725.
Von der RBNZ wird eine Zinserhöhung erwartet
Der neuseeländische Dollar, allgemein als Kiwi bezeichnet, gab nach, während Händler auf die bevorstehende RBNZ-Zinsentscheidung warteten. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die unter der Leitung von Anna Breman stehende Zentralbank die Zinsen um 0,25% anheben wird.
Die Bank wird dies tun, um der erhöhten Inflation entgegenzuwirken. Jüngste Daten zeigten, dass der Headline‑CPI im ersten Quartal um 3,1% gestiegen ist und damit über dem Ziel von 2,0% liegt, nachdem die Energiepreise angezogen hatten.
Idealerweise sollte die Zinserhöhung den Kiwi stärken, da sie ihn für Anleger attraktiver macht. Sie könnte jedoch auch belastend wirken, insbesondere wenn die Bank signalisiert, dass es keine weiteren Erhöhungen geben wird, da Rohöl‑ und Erdgaspreise im Zuge des US‑Iran‑Waffenstillstands fallen.
Diese Einschätzung erklärt wahrscheinlich, warum die neuseeländischen Renditen fallen. Die zehnjährige Rendite sank auf 4,45% von 4,485% in der Vorwoche. Ebenso ging die zins‑sensitive Zweijahresrendite auf 3,348% zurück.
Die RBNZ‑Entscheidung fällt in eine Phase, in der die neuseeländische Wirtschaft gut läuft. Ein aktueller Bericht zeigte, dass die Wirtschaft im ersten Quartal um 1,5% im Jahresvergleich gewachsen ist. Es war das dritte Quartal in Folge mit Zuwächsen, wobei die Dienstleistungsbranche der Haupttreiber war. Die güterproduzierenden Branchen schrumpften; der Bausektor ging um 3,8% zurück.
FOMC‑Protokolle stehen an
Das NZD/USD‑Paar wird auf die bevorstehenden FOMC‑Protokolle reagieren, die weitere Informationen zu Kevin Warshs erstem Treffen liefern dürften. Dort beließen die Verantwortlichen die Leitzinsen unverändert im Bereich von 3,50% bis 3,75%, wobei das Dot‑Plot zeigte, dass Falken an Einfluss gewannen. 9 Mitglieder deuteten an, dass sie später in diesem Jahr eine Straffung unterstützen würden.
Unklar bleibt jedoch, ob die jüngsten Entwicklungen ihre Aussichten verändern. So zeigten die letzte Woche veröffentlichten Beschäftigungszahlen, dass die Wirtschaft im letzten Monat 57.000 Stellen geschaffen hat, weniger als die erwarteten 114.000. Das BLS revidierte zudem den Bericht des Vormonats nach unten von 172.000 auf 129.000.
Auch die jüngsten PMI‑Zahlen fielen schwächer als erwartet aus. Der ISM‑Dienstleistungs‑PMI und der S&P Global‑Dienstleistungs‑PMI sanken auf 54 bzw. 51,2. Die letzte Woche veröffentlichte Einkaufsmanagerzahl für das verarbeitende Gewerbe blieb ebenfalls hinter den Erwartungen zurück.
NZD/USD: Technische Analyse

NZD/USD‑Chart | Quelle: TradingView
Technische Indikatoren deuten darauf hin, dass der jüngste Aufwärtstrend beim NZD/USD an Schwung verlieren könnte: Der Average Directional Index (ADX) fiel von 38,4 am 1. Juli auf heute 35. Das Paar blieb außerdem unter dem 50‑Tage‑Gleitenden Durchschnitt und bildete eine bärische Flaggenformation.
Diese technischen Signale deuten kurzfristig auf weiteres Abwärtspotenzial hin. Sollte sich dies materialisieren, würde das Paar zunächst zum wichtigen Unterstützungsniveau von 0,5621 fallen, dem tiefsten Stand im Juni dieses Jahres. Ein Unterschreiten dieses Niveaus würde signalisieren, dass die Bären die Oberhand gewonnen haben, und könnte den Kurs weiter bis auf etwa 0,5600 drücken. Ein klarer bullischer Ausbruch wäre bestätigt, sollte es über den 50‑Tage‑Gleitenden Durchschnitt ausbrechen.
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