
Der „Nvidia‑Effekt“ steht kurz davor, den Atlantik zu überqueren. Während das wertvollste Unternehmen der Welt sich darauf vorbereitet, später heute seine Q4-Zahlen zu veröffentlichen, halten die globalen Märkte den Atem an.
Monatelang diente Nvidia als ultimatives Barometer für die Revolution der künstlichen Intelligenz.
Während die US-Hyperscaler unter der Last massiver KI-Investitionen Kurschwankungen erlebten, wird der NVDA-Bericht zeigen, ob diese Ausgaben in eine nachhaltige Hardware‑Nachfrage münden.
In der Zwischenzeit sind für europäische Tech-Investoren die Einsätze ebenso hoch. Hier sind drei Namen, die von Nvidias Ergebnisbericht in den kommenden Wochen voraussichtlich besonders beeinflusst werden.
ASML-Aktie: der Torwächter der Silizium‑Ambitionen
Mit Sitz in Veldhoven in den Niederlanden nimmt ASML eine einzigartige Stellung als buchstäblicher Architekt der KI-Ära ein.
Als einziger Anbieter von Extreme Ultraviolet (EUV) Lithographiesystemen ist ASMLs Technologie die einzige Möglichkeit für Auftragsfertiger, die mikroskopischen Schaltkreise für Nvidias Blackwell- und Hopper‑Chips herzustellen.
Wenn Nvidias Prognose, wie Camilla Papaleo von VanEck anmerkt, auf eine „anhaltende Expansion der Rechenzentren“ hindeutet, bedeutet das ein direktes grünes Licht für ASMLs Auftragseingänge.
„Wenn der Ausblick von Nvidia sehr stark ist, wird mehr Kapazitätserweiterung in der Halbleiterbranche nötig, was mehr Ausrüstung von ASML erfordern wird“, erklärt David Dai von Bernstein.
Allerdings sind ASML-Aktien weiterhin anfällig gegenüber Befürchtungen einer Konsolidierung; jeder Hinweis darauf, dass Chiphersteller ihre Expansion verlangsamen, könnte die momentan hohe Bewertungsprämie schnell dämpfen.
Infineon: die Energieversorgung für KI-Serverräume
Während Infineon oft mit dem Automobilsektor assoziiert wird, ist die Infineon-Aktie ein „stilles Investment“ auf den Strombedarf massiver KI‑Cluster.
Leistungsstarke GPUs sind bekanntermaßen sehr stromhungrig und benötigen fortschrittliche Leistungshalbleiter zur Vermeidung von Ausfällen und zur Gewährleistung der Effizienz.
Das schafft eine direkte Verbindung zwischen dem in München ansässigen Unternehmen und Nvidias Liefermengen
Wie David Dai hervorhebt: „Infineon liefert Chips, die direkt in Nvidias KI‑Server eingebaut werden. Mehr Nachfrage nach NVDA bedeutet also eine unmittelbarere Nachfrage nach Infineon.“
Ein außerordentlich gutes Quartal von Nvidia würde Infineons Diversifikationsstrategie bestätigen und zeigen, dass seine Industrie‑ und Leistungsbereiche auch gedeihen können, wenn der traditionelle weltweite Automobilmarkt zyklische Gegenwinde und schleppende Verbrauchernachfrage erlebt.
STMicroelectronics: das Stimmungsbarometer
Für das in der Schweiz ansässige STMicroelectronics NV geht es bei Nvidias Zahlen weniger um die direkte Komponentenlieferung als vielmehr um die „Stimmungsverschiebung“ im globalen Halbleiterzyklus.
STMicro bedient eine große Bandbreite an Industrie- und Automobilkunden und ist daher sehr empfindlich gegenüber der allgemeinen Gesundheit des Technologieökosystems.
Laut Papaleo könnten Anzeichen wie „nachlassende Bestellungen, weichere Preise oder Margendruck bei NVDA“ die Stimmung im gesamten Sektor belasten, selbst bei Unternehmen, die nicht auf Rechenzentren ausgerichtet sind.
Umgekehrt würde ein bullisher Bericht bestätigen, dass der Tiefpunkt im Halbleitermarkt erreicht ist.
Für Anleger fungiert STMicro als gehebeltes Investment auf Tech‑Optimismus; wenn Nvidia beweist, dass der KI‑Boom nachhaltig ist, könnte die STMicroelectronics-Aktie steigen, da die Befürchtungen einer breiteren industriellen Abschwächung zu schwinden beginnen.
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