
Nvidia (NASDAQ: NVDA) hat diese Woche erneut die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft gesetzt und einen Ergebnisbericht zum vierten Quartal vorgelegt, der die hochgesteckten Erwartungen der Wall Street zerschmetterte.
In den meisten Branchen hebt eine steigende Flut alle Boote, doch im hart umkämpften Halbleiterbereich wirkt Nvidias Dominanz zunehmend wie ein Anker für seine Konkurrenten.
Trotz eines massiven „beat and raise“, angetrieben von unstillbarer Nachfrage nach seinen GPU-Architekturen Blackwell und Rubin, war die Marktreaktion ein paradoxes Ausverkaufen bei Rivalen wie AMD und Broadcom.
Warum Nvidias Stärke AMD- und Broadcom-Aktien schadet
Der Hauptauslöser für den Rückgang der AMD- und Broadcom-Aktien liegt in den sich verändernden Dynamiken des KI-Markts – genauer gesagt im Wechsel von „Training“-Modellen zu „Inference“.
Während der Ergebnispräsentation betonte Nvidia-CEO Jensen Huang das explosive Wachstum der KI-Inferenz – der Phase, in der trainierte Modelle zur Lösung realer Probleme eingesetzt werden.
Genau in diesem Bereich wurden AMDs Instinct-GPUs und Broadcoms kundenspezifische ASICs erwartet, am meisten an Boden zu gewinnen.
Die Ergebnisse zeigten jedoch, dass der etablierte Marktführer nicht nur sein Terrain verteidigt; er expandiert aggressiv in den Inferenz-Bereich mit softwareintegrierten Lösungen, die einen Wechsel erschweren.
Hardika Singh von Fundstrat Research bemerkte, dass AMD und Broadcom im Bereich der Inferenz eher direkt mit Nvidia konkurrieren als beim grundlegenden Training von LLMs. Nvidias verstärkter Griff auf diesem Segment signalisiert daher ein engeres Zeitfenster für die Herausforderer.
Lohnt es sich, AMD-Aktien beim Rücksetzer zu kaufen?
Die Bewertungsdifferenz zwischen dem Branchenführer und dem Außenseiter hat ein Niveau erreicht, das auf den Handelsböden für Stirnrunzeln sorgt.
Paul Meeks von Freed Capital zeigte sich gegenüber der aktuellen Marktpreisgestaltung ungläubig.
„Was mich umhaut, ist, dass AMD, mit einem Rechenzentrumsgeschäft, das 11X kleiner ist als das von NVDA, mit einer schlechteren Gewinnmarge, & mit langsamerem zukünftigem Umsatzwachstum, zu einem höheren Multiple gehandelt wird.“
Zum Zeitpunkt der Niederschrift handelt Nvidia bei etwa 23.7 times projected earnings, während AMD ein höheres 28.4-times Multiple aufweist.
Zudem bieten AMDs jüngste Vereinbarungen mit OpenAI und Meta Platforms ihm einen „Fuß in der Tür“ bei Hyperscalern, die von NVDA diversifizieren wollen, sie sind jedoch ebenfalls mit Risiken behaftet.
Diese Vereinbarungen beinhalten leistungsabhängige Warrants – geben im Wesentlichen Eigenkapital ab, um Kunden zu sichern – und deuten darauf hin, dass AMD möglicherweise Schwierigkeiten hat, organische Nachfrage ohne große Anreize zu erzeugen, was die Aktie zum aktuellen Kurs etwas riskant macht.
Lohnt es sich, Broadcom-Aktien beim Rücksetzer zu kaufen?
Während AMD bei der Bewertung vor einer steilen Herausforderung steht, bietet Broadcom Inc. eine differenziertere Ausgangslage für Anleger, die beim Rücksetzer kaufen möchten.
AVGO-Aktien fielen im Gefolge von Nvidias Bericht um über 6% , doch viele Analysten halten das für eine vorübergehende Diskrepanz.
Das Unternehmen wird nächsten Mittwoch seine eigenen Ergebnisse für das erste Fiskalquartal bekanntgeben, und der Ausblick bleibt robust.
Oppenheimer bekräftigte kürzlich ein „Outperform“-Rating und verwies auf Broadcoms einzigartige Position bei kundenspezifischen KI-Beschleunigern (XPUs) und High-End-Netzwerktechnik.
„Die Kombination aus KI-Compute-/Netzwerk-Exponierung, einer über die Zeit wachsenden Ertragskraft und einer schützbaren Technologie gibt uns Vertrauen in AVGOs Geschäfts- und Finanzmodell.“
Im Gegensatz zu AMD, das im GPU-Markt direkt konkurriert, profitieren Broadcom-Aktien von der ‚Infrastruktur‘ der KI – den Netzwerkswitches und kundenspezifischen Chips, die es massiven GPU-Clustern ermöglichen, zu kommunizieren.
Mit einem gemeldeten KI-Auftragspolster von $162 billion und einer dominanten Rolle in der Netzwerkschicht (Tomahawk 6 switches) könnte AVGOs aktueller Rücksetzer einen strategischen Einstiegspunkt für diejenigen bieten, die glauben, dass der Aufbau der KI-Infrastruktur noch in einer frühen Phase ist.
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