
Nvidia bereitet angeblich den Einstieg in den schnell wachsenden Markt für KI‑Agenten mit einer neuen Open‑Source‑Plattform namens NemoClaw vor.
Laut einem Bericht von Wired hat der Chiphersteller begonnen, das Projekt bei Unternehmenssoftwarefirmen vorzustellen, um ein Ökosystem rund um KI‑Agenten aufzubauen, die in der Lage sind, komplexe Aufgaben für Unternehmen auszuführen.
Quellen mit Kenntnis der Gespräche sagten, Nvidia habe große Technologieunternehmen wie Salesforce, Cisco, Google, Adobe und CrowdStrike wegen möglicher Partnerschaften angesprochen.
Die Entwicklung kommt nur wenige Tage vor Nvidias jährlicher Entwicklerkonferenz in San Jose nächste Woche, bei der voraussichtlich Ankündigungen zu den KI‑Hardware‑ und Softwareplänen des Unternehmens erfolgen werden.
Nvidia wirbt für Unternehmensplattform für KI‑Agenten
Die Plattform NemoClaw soll es Unternehmenssoftwareanbietern ermöglichen, KI‑Agenten bereitzustellen, die Aufgaben im Auftrag von Mitarbeitenden ausführen können.
Quellen im Bericht sagten, das System werde Sicherheits‑ und Datenschutzwerkzeuge enthalten, die KI‑Agenten für den Unternehmenseinsatz sicherer machen sollen.
Berichten zufolge sollen Unternehmen auf die Plattform zugreifen können, unabhängig davon, ob ihre Produkte auf Nvidia‑Chips laufen.
Da das Projekt voraussichtlich Open Source sein wird, könnten potenzielle Partner Frühzugang zur Technologie erhalten, wenn sie zur Entwicklung der Plattform beitragen.
Die Initiative spiegelt Nvidias wachsendes Interesse an KI‑Agenten wider — spezialisierten Systemen, die komplexe Aufgaben mit minimaler menschlicher Aufsicht planen und ausführen können.
In den letzten Monaten hat Nvidia Basis‑Modelle veröffentlicht, die diese Systeme antreiben sollen, darunter Nemotron und Cosmos.
Das Unternehmen hat zudem seine NeMo‑Plattform ausgebaut, die Organisationen dabei unterstützt, den Lebenszyklus von KI‑Agenten zu verwalten — einschließlich Datenaufbereitung, Anpassung, Überwachung und Optimierung.
Das Aufkommen von KI‑„Claws“ weckt Interesse
Nvidias Vorstoß in Richtung KI‑Agenten erfolgt vor dem Hintergrund eines steigenden Interesses an sogenannten „Claws“, Open‑Source‑KI‑Systemen, die lokal auf Personalcomputern laufen und Abfolgen von Aufgaben ausführen sollen.
Ein solches Tool, OpenClaw — zuvor bekannt als Clawdbot und später Moltbot — erregte Anfang des Jahres erhebliche Aufmerksamkeit aufgrund seiner Fähigkeit, auf persönlichen Rechnern autonom zu agieren und Arbeitsaufgaben für Nutzer zu erledigen.
OpenAI hat das Projekt schließlich übernommen und dessen Entwickler eingestellt.
Während große Sprachmodelle in Unternehmen weit verbreitet sind, benötigen viele weiterhin beträchtliche menschliche Aufsicht.
Zweckgefertigte Agenten oder Claws sind darauf ausgelegt, mehrere Schritte eigenständig auszuführen und dadurch den Bedarf an manueller Steuerung zu verringern.
Die zunehmende Verbreitung dieser Systeme hat jedoch auch Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Zuverlässigkeit ausgelöst.
Einige Unternehmen haben deren Nutzung intern eingeschränkt.
WIRED berichtete zuvor, dass Unternehmen, darunter Meta, Mitarbeiter gebeten hätten, OpenClaw nicht auf Firmenrechnern zu betreiben, aus Sorge vor unvorhersehbarem Verhalten und Sicherheitsrisiken.
In einem Fall berichtete eine bei der KI‑Sicherheit zuständige Meta‑Mitarbeiterin von einem AI‑Agenten, der außer Kontrolle geriet und massenhaft E‑Mails von ihrem Computer löschte.
Strategische Wende hin zu Open‑Source‑KI
Die Entwicklung von NemoClaw spiegelt auch Nvidias breitere Strategie wider, Open‑Source‑KI‑Software zu unterstützen und gleichzeitig seine Dominanz in der KI‑Infrastruktur zu bewahren.
Das Ökosystem des Unternehmens war historisch um CUDA aufgebaut, seine proprietäre Softwareplattform, die Entwickler eng an Nvidia‑GPUs bindet.
Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb im KI‑Hardwaremarkt, da führende Technologieunternehmen eigene Spezialchips entwickeln.
Das Angebot von Open‑Source‑Werkzeugen könnte Nvidia dabei helfen, auch bei wachsendem Hardwarewettbewerb Einfluss auf die Softwareebene des KI‑Ökosystems zu behalten.
Vom Unternehmen wird erwartet, bei der bevorstehenden Entwicklerkonferenz weitere Ankündigungen zu machen.
Einem aktuellen Bericht des Wall Street Journal zufolge könnte Nvidia auf der Veranstaltung auch ein neues Inferenz‑Computingsystem vorstellen.
Das System soll einen von dem Start‑up Groq entwickelten Chip integrieren, mit dem Nvidia im vergangenen Jahr einen Lizenzvertrag im Wert von mehreren Milliarden Dollar geschlossen hat.
Da Unternehmen zunehmend von allgemeinen KI‑Modellen zu spezialisierten autonomen Agenten übergehen, scheint Nvidia sich so zu positionieren, dass es eine zentrale Rolle in der nächsten Phase der Unternehmens‑KI‑Entwicklung spielen kann.
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