Die US-Halbleiteraktien begannen sich am Montag zu erholen, nachdem sie am Freitag einen heftigen Ausverkauf erlitten hatten, der dem Sektor etwa $1,3 Billionen an Marktwert nahm, während Anleger darüber diskutierten, ob der Rückgang eine gesunde Korrektur oder der Beginn eines tieferen Abschwungs für einen der stärksten Trades an der Wall Street sei.

Der starke Rückgang wurde durch eine Kombination aus Broadcoms enttäuschender Prognose und einem stärker als erwarteten US-Arbeitsmarktbericht ausgelöst worden, was Befürchtungen schürte, die Federal Reserve könnte die Zinsen länger hoch halten oder sogar zusätzliche Straffungen in Betracht ziehen.

Der technologielastige Nasdaq fiel am Freitag um 4,2 %, was den stärksten Tagesverlust seit Monaten markierte, während der Philadelphia Semiconductor Index um 10 % einbrach – die schlimmste Sitzung seit März 2020.

Halbleiterwerte erholen sich, während Huang Anleger beruhigt

Bis Montag zeigten einige der größten Namen der Branche jedoch Anzeichen einer Erholung.

Die Nasdaq-Futures stiegen vorbörslich um mehr als 1,5 %, während mehrere Halbleiteraktien sich deutlich von den Verlusten am Freitag erholten.

Micron Technology legte vorbörslich um rund 8 % zu, nachdem die Aktie am Freitag um 14 % eingebrochen war.

NVIDIA gewann fast 3 %, während Advanced Micro Devices etwa 4 % zulegte.

Die Erholung deutete darauf hin, dass Anleger den Ausverkauf eher als vorübergehende Bereinigung denn als grundlegende Verschiebung der Aussichten für Ausgaben im Bereich künstlicher Intelligenz betrachteten.

Ein Teil der Zuversicht am Montag war an Aussagen von Nvidia-CEO Jensen Huang geknüpft, der Investoren versuchte zu beruhigen und sagte, die langfristige KI-Geschichte bleibe trotz jüngster Marktturbulenzen intakt.

Sprechend in Seoul, Südkorea, beschrieb Huang den Marktrückgang als Chance und nicht als Anlass zur Sorge.

„We’re at the beginning of it, and whatever happened to the stock market, you should be very happy because now you can buy at a discount,“ sagte Huang und bezog sich damit auf die breitere Chance durch künstliche Intelligenz.

Analysten bleiben konstruktiv hinsichtlich der KI-Nachfrage

Mehrere Marktstrategen teilten Huangs Optimismus und argumentierten, dass die zugrunde liegenden Treiber des KI-Booms fest verankert blieben.

Mark Haefele, Chief Investment Officer von UBS Global Wealth Management, sagte, die jüngste Volatilität habe das übergeordnete Investmentargument für Technologiewerte nicht verändert.

„Trotz erneuter Sorgen über Zinsen, Aktienemissionen und Geopolitik erwarten wir, dass die Rallye wieder einsetzt“, schrieb Haefele.

UBS zufolge stützen weiterhin solide Unternehmensfundamente die Aktienmärkte, insbesondere im Technologiesektor.

Das Institut erwartet, dass die Ausgaben für KI-Infrastruktur und -Anwendungen erhöht bleiben, da Unternehmen die Technologie zunehmend übernehmen.

Haefele argumentierte zudem, Anleger könnten die Wahrscheinlichkeit aggressiver geldpolitischer Straffungen durch Zentralbanken überbewerten, ein Faktor, der Wachstumswerte in den letzten Sitzungen stark belastet hat.

Höhere Zinsen verringern typischerweise die Attraktivität von Technologiewerten, weil sie den Barwert künftiger Gewinne senken.

Historische Daten sprechen für Widerstandskraft

Einige Analysten verweisen auf die Marktgeschichte als Grund für Zuversicht.

Chris Beauchamp, Chefmarktanalyst bei IG.com, wies darauf hin, dass der S&P 500 in den zwei Monaten nach seinen Tiefständen Ende März kürzlich um mehr als 19 % gestiegen sei — ein seltenes Ereignis in der Markthistorie.

„Der S&P 500 verzeichnete kürzlich einen Anstieg von mehr als 19 % innerhalb von zwei Monaten ab den Tiefständen Ende März. Laut Daten von Carson Investment Research ab 1950 ist das zuvor nur sieben Mal vorgekommen, und in jedem einzelnen Fall lag der Index einen Monat, drei Monate, sechs Monate und zwölf Monate später höher“, sagte Beauchamp.

Er fügte hinzu, dass die durchschnittliche Rendite ein Jahr nach ähnlichen Signalen über 40 % liege, mit einer historischen Trefferquote von 100 %.

Auch das Gewinnumfeld bleibe unterstützend, so Beauchamp.

Für 2026 wird erwartet, dass das Ergebnis je Aktie des S&P 500 um etwa 23 % wächst — ein Tempo, das in den letzten Jahrzehnten nur wenige Male erreicht wurde.

Historisch fielen Jahre mit Gewinnwachstum über 20 % in der Regel mit einer starken Entwicklung der Aktienmärkte zusammen.

Volatilität ist wahrscheinlich eine gesunde Pause, doch 2018 bleibt mahnendes Beispiel

Trotz des optimistischen Ausblicks warnte Beauchamp, dass Risiken bestehen bleiben.

Die Hauptsorge sei, dass die Märkte ein Szenario ähnlich dem Jahr 2018 erleben könnten, als die Federal Reserve die Zinsen weiter anhob trotz starker Wirtschaftsdaten, was letztlich zu einem Marktrückgang beitrug.

„Die einzige Ausnahme war 2018, als die Fed aggressiv in eine späte Zyklusstärke hinein straffte. Die Analogie zu 2018 ist eindeutig das Risikoszenario, das Händler jetzt unter Stress testen“, sagte Beauchamp.

Er fügte hinzu, dass historische Hinweise zwar die Auffassung stützen, dass der jüngste Rückgang eine vorübergehende Pause innerhalb eines breiteren Bullenmarkts darstellt, Anleger jedoch die Möglichkeit einer längeren Korrektur nicht ausschließen sollten.

„Ob die Volatilität dieser Woche der Beginn von etwas Schädlicherem ist oder einfach die gesunde Pause, die starke Rallyes brauchen, ist wirklich unsicher. Die historische Evidenz spricht deutlich für Letzteres“, sagte er.

„Aber das 2018er‑Szenario ist den aktuellen Bedingungen nah genug, dass es nicht ignoriert werden kann, und Händler sollten ihre Positionsgrößen entsprechend anpassen, anstatt davon auszugehen, dass die Geschichte sich sauber reimen wird“, schloss er.

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