
Die Nvidia-Aktie verzeichnete am Montag im vorbörslichen Handel einen Rückgang von mehr als 2 % nach einem Rückgang von 1,8 % am vergangenen Freitag, als die chinesische Staatliche Behörde für Marktregulierung (SAMR) ein Kartellverfahren gegen den US-Chipkonzern einleitete.
Die Untersuchung betrifft die vor vier Jahren abgeschlossene Übernahme von Mellanox Technologies durch Nvidia im Wert von 7 Milliarden Dollar.
SAMR wirft Nvidia vor, möglicherweise die bei der Genehmigung des Deals auferlegten Bedingungen verletzt zu haben, darunter die Verpflichtung, chinesische Unternehmen fair zu behandeln.
„In den letzten Tagen hat die Staatliche Verwaltung für Marktregulierung aufgrund des Verdachts, dass Nvidia gegen das chinesische Kartellgesetz verstoßen hat, und der restriktiven Bedingungen der Behörde für die Übernahme von Mellanox-Aktien durch Nvidia eine Untersuchung gegen Nvidia eingeleitet“, heißt es in einer Erklärung der SAMR, die von CNBC übersetzt wurde.
Die Erklärung der chinesischen Regulierungsbehörde unterstreicht die Bedenken hinsichtlich der Einhaltung der Vorschriften durch Nvidia und verweist auf eine mögliche Diskriminierung inländischer Konkurrenten.
Die chinesische Regierung genehmigte die Übernahme von Mellanox durch Nvidia für 7 Milliarden US-Dollar unter der Bedingung, dass Mellanox innerhalb von 90 Tagen neue Produktinformationen mit Wettbewerbern teilen muss.
Nvidia erklärte sich außerdem bereit, chinesischen Chip-Herstellern die Gewährleistung der Kompatibilität mit der Technologie von Mellanox zu ermöglichen.
Die Aktien des Unternehmens, die aufgrund der boomenden Nachfrage nach KI-Chips in diesem Jahr um fast 188 % gestiegen sind, sehen sich angesichts der eskalierenden technologischen Rivalität zwischen den USA und China nun zunehmenden Herausforderungen gegenüber.
Geopolitik und regulatorische Probleme verschärfen die Herausforderungen für Nvidia
Diese Untersuchung findet vor dem Hintergrund eines größeren geopolitischen Streits um Halbleitertechnologie statt.
Die USA haben Nvidia den Verkauf seiner fortschrittlichsten KI-Chips an chinesische Unternehmen untersagt, da sie Bedenken hinsichtlich militärischer Anwendungen haben.
Als Reaktion darauf hat Nvidia seine Produkte so angepasst, dass sie den US-Exportkontrollen entsprechen und gleichzeitig seine Präsenz auf dem chinesischen Markt aufrechterhalten kann.
Die regulatorischen Probleme von Nvidia beschränken sich nicht auf China.
Laut Bloomberg News hat das US-Justizministerium (DOJ) Anfang des Jahres Informationen über mögliche Verstöße von Nvidia gegen das Kartellrecht eingeholt.
Beamte äußerten ihre Bedenken, dass das Unternehmen die Möglichkeit der Kunden einschränken könnte, zu alternativen Lieferanten zu wechseln, und Käufern, die nicht ausschließlich Nvidia-Chips für künstliche Intelligenz (KI) verwenden, Strafen auferlegen könnte, wie mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichteten.
Auch in Europa steht Nvidia unter Beschuss.
Im Juli nannte Benoît Cœuré, Chef der französischen Kartellbehörde, Nvidia als Ziel laufender Ermittlungen zu Chips, die in KI-Systemen verwendet werden.
Cœuré merkte an, dass das Unternehmen „eines Tages“ möglicherweise mit Kartellvorwürfen konfrontiert werden könnte, was auf die wachsende Konzentration Frankreichs auf Wettbewerbsbedenken auf dem Markt für KI-Technologie hinweist.
Die dominierende Position von Nvidia bei der Herstellung von KI-Chips bringt das Unternehmen in den Mittelpunkt technologischer und geopolitischer Spannungen.
Da die Untersuchung durch China die Kontrolle durch westliche Regulierungsbehörden verschärft, steht das Unternehmen unter zunehmendem Druck, sich in komplexen Regulierungslandschaften zurechtzufinden.
Obwohl Nvidia das Wachstum des Technologiesektors und den Optimismus der Märkte beflügelt hat, könnten diese Ermittlungen die zukünftige Strategie und Rentabilität des Unternehmens belasten.
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