
Die Nokia-Aktien schossen am Donnerstag auf ein 16-Jahres-Hoch, nachdem der finnische Telekommunikationsausrüster besser als erwartete Quartalsergebnisse gemeldet und seine Wachstumsprognose für das auf künstliche Intelligenz ausgerichtete Geschäft angehoben hatte.
In Finnland notierte Aktien stiegen um mehr als 9 %, erreichten damit ihren höchsten Stand seit April 2010, als das Unternehmen noch überwiegend als Telefonanbieter bekannt war, während die in New York gelisteten Papiere des Unternehmens im vorbörslichen Handel um fast 11 % zulegten.
Die Rallye spiegelt ein wachsendes Anlegervertrauen in Nokias Strategie wider, sich über traditionelle Telekommärkte hinaus neu zu positionieren und von der Nachfrage nach KI- und Cloud-Computing-Lösungen zu profitieren.
AI demand drives earnings beat
Das Unternehmen meldete im ersten Quartal 2026 einen Anstieg des vergleichbaren operativen Ergebnisses um 54 % auf 281 Millionen Euro ($329 million) und übertraf damit deutlich die von Infront befragten Analysten erwarteten 250 Millionen Euro.
Nokia hat sein Geschäft zunehmend auf zwei Kernsegmente ausgerichtet: Mobile Infrastructure, das die traditionelle Telekom-Ausrüstung umfasst, und Network Infrastructure, das sich auf KI-getriebene und Rechenzentrums-Netzwerklösungen konzentriert.
Das Wachstum war besonders stark im Network-Infrastructure-Bereich, wo die Verkäufe im Jahresvergleich um 12 % zulegten.
Das Unternehmen erklärte, die Nachfrage werde von Hyperscale-Cloud-Anbietern getrieben, die massiv in KI-Rechenzentren investieren, insbesondere in den Amerikas.
Nokia verbuchte im Quartal 1B€ an Aufträgen von KI- und Cloud-Kunden, während der Nettoumsatz dieses Segments um 49 % anstieg.
Das Unternehmen erwartet nun, dass der adressierbare Markt für KI- und Cloud-Infrastruktur zwischen 2025 und 2028 mit einer jährlichen Rate von 27 % wächst, deutlich mehr als die frühere Schätzung von 16 %.
Outlook upgraded on strong network demand
Infolge des starken Momentum hat Nokia seine Wachstumsprognose für das Network-Infrastructure-Geschäft für das Gesamtjahr angehoben.
Man erwartet jetzt, dass der Umsatz in diesem Segment in diesem Jahr zwischen 12 % und 14 % wächst, nach zuvor prognostizierten 6 % bis 8 %.
Der Ausblick wurde durch robuste Nachfrage nach optischem Transport und IP-Netzwerken getragen, Bereiche, die für die Unterstützung von KI-Workloads und Hochgeschwindigkeits-Datenübertragungen zunehmend kritisch werden.
„Infolgedessen liegen wir derzeit etwas über dem Mittelfeld unserer Jahresprognose von 2,0 bis 2,5 Milliarden Euro im vergleichbaren operativen Ergebnis“, sagte CEO Justin Hotard in einer Erklärung.
Analysten werteten den verbesserten Ausblick als Zeichen für ein sich verstärkendes Nachfrageumfeld.
Atte Riikola von Inderes hob hervor, dass die wichtigste Erkenntnis aus den Ergebnissen „eine deutliche Erhöhung der Wachstumsaussichten für optische und IP-Netzwerke“ sei, was die verbesserten Marktbedingungen widerspiegele.
Janardan Menon von Jefferies unterstrich ebenfalls die starken Margen des Unternehmens und bemerkte, dass Nokias Bruttomarge von 45,5 % die erwarteten 42,9 % übertraf.
Er sagte, die Ergebnisse könnten zu weiteren Anhebungen der Gewinnschätzungen und einer Neubewertung der Aktie führen.
Legacy business faces pressure
Während das Network-Infrastructure-Segment stark wuchs, blieb das traditionelle Mobile-Infrastructure-Geschäft von Nokia weiterhin unter Druck.
Die Umsätze in der Division sanken im Jahresvergleich um 3 %, da Zugewinne in Regionen wie Europa, dem Nahen Osten und Afrika sowie Lateinamerika durch eine schwächere Nachfrage in Nordamerika ausgeglichen wurden.
Das Unternehmen arbeitet daran, seine Umsatzquellen nach Jahren des Drucks im Telekom-Ausrüstungsmarkt zu diversifizieren, in dem die Investitionen der Netzbetreiber uneinheitlich waren.
Nokias Transformation wurde auch durch Zukäufe gestützt, darunter der Erwerb des US-Unternehmens Infinera, der seine Position im Bereich der optischen Netzwerke stärkte.
Supply chain risks monitored
Trotz anhaltender geopolitischer Spannungen, einschließlich störungsbedingter Effekte im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt, erklärte Nokia, dass die direkten Auswirkungen auf die eigenen Aktivitäten vorerst begrenzt bleiben.
„Offensichtlich beobachten wir das sehr genau“, sagte Hotard. „Aber im Moment sehen wir darin keine wesentliche Veränderung.“
Das Unternehmen überprüft zudem seine Produktdesigns, um die Herstellungskosten zu senken und die Effizienz zu verbessern, während es die Produktion hochfährt, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.
Da KI- und Cloud-Infrastruktur als wichtige Wachstumstreiber hervortreten, deuten Nokias jüngste Ergebnisse darauf hin, dass die strategische Neuausrichtung an Fahrt gewinnt, obwohl Herausforderungen in den traditionellen Geschäftsbereichen weiterhin bestehen.
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