Das war mal ein satter Sprung in die neue Börsenwoche: Um mehr als sieben Prozent verbesserte sich die Aktie von NIO am Handelsplatz Frankfurt in der ersten Handelsstunde. In Hamburg ging es sogar um gut neun Prozent nach oben auf 21,22 Euro. Damit schoben sich die Papiere des chinesischen Elektroauto-Herstellers innerhalb von einer Woche um rund 15 Prozent ins Plus. Gut möglich, dass NIO auch die aktuelle Berichterstattung hilft: In Norwegen haben deutsche Autotester jetzt ihr Minutenglück erlebt.

NIO-Batteriewechsel innerhalb von fünf Minuten

Es geht um das Konzept von NIO, das außer Schnellladen des E-Autos auch auf ein Akku-Wechselmodell setzt. Neben dem Nachrichtenmagazin Spiegel hatte auch ein Vertreter des Techportals Golem nun die Gelegenheit, die erste Tauschstation außerhalb Chinas auszuprobieren. Seit Januar 2022 betreibt NIO bei Lier an der E18 in Norwegen eine so genannte Swap Station der zweiten Generation. Und was soll man sagen? Der Golem-Tester war beeindruckt: „Mein Testlauf dauert knapp vier Minuten. Rechnet man Ein- und Ausfahrt mit, sind es fünf Minuten“, berichtet er.

Im Heimatmarkt China werden seit 2018 Batterien getauscht. Die NIO-Ingenieure haben laut des Berichts bis heute Erfahrung bei 7,6 Millionen Tauschvorgängen gesammelt. Im Laufe des Jahres sollen 19 weitere Wechselstationen in Norwegen hinzukommen, heißt es. Im Herbst 2021 starteten dort mit dem Verkauf des NIO ES8. Aktuell sind im Großraum Oslo demnach rund 400 Exemplare des Elektro-SUV unterwegs.

Tesla, Audi oder Kia setzen auf Schnellader

Und so versucht NIO eine der größten Sorgen der Skeptiker der Elektromobilität zu zerstreuen: Die vor langen Ladezeiten. Andererseits sind längst E-Modelle auf dem Markt, neben NIO auch von Tesla, Audi oder Porsche, aber auch Hyundai oder Kia, deren Akkus in weniger als 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden können und damit bis zu 300 Kilometer weit kommen. Nach einer solchen Fahrstrecke sollte man ja wohl ohnehin mal eine etwas längere Pause einlegen.