Die Aktie von Nintendo hat zuletzt trotz mehrerer positiver Nachrichten nachgegeben. Gleichzeitig verdichten sich jedoch Hinweise darauf, dass neue Einnahmequellen aus Filmen und Software die Ertragsdynamik des Konzerns in den kommenden Jahren deutlich stärken könnten.
Kursrückgang trotz positiver Entwicklungen
Die Aktie von Nintendo hat seit der letzten Analyse an Wert verloren, obwohl sich mehrere operative Entwicklungen positiv darstellen. Besonders auffällig ist die starke Performance des Films The Super Mario Bros. Movie, dessen Fortsetzung voraussichtlich die Marke von einer Milliarde Dollar an den Kinokassen überschreiten wird. Damit könnte der zweite Film wirtschaftlich nahezu an den Erfolg des ersten anknüpfen.
Sollte dieses Niveau erreicht werden, dürfte der Film nach aktuellen Einschätzungen rund zwölf Prozent zum Gewinnwachstum im kommenden Geschäftsjahr beitragen. Diese Entwicklung stärkt zugleich die Erwartungen an die geplante Verfilmung von Link aus dem Universum von The Legend of Zelda, die im nächsten Jahr erscheinen soll. Da es sich um eine ähnlich bedeutende Marke innerhalb des Nintendo-Portfolios handelt, wird ein vergleichbarer wirtschaftlicher Beitrag für möglich gehalten.
Gleichzeitig sorgten reduzierte Produktionsprognosen für die neue Konsole Nintendo Switch 2 für negative Schlagzeilen. Hintergrund waren etwas schwächere Verkaufszahlen während des Weihnachtsgeschäfts. Dennoch bleibt die Konsole aus strategischer Sicht erfolgreich, da sie im gleichen Zeitraum bereits mehr Geräte verkauft hat als die erste Nintendo Switch in ihrer frühen Marktphase.
Hinzu kommt, dass Hardware beim aktuellen Konsolenmodell geringere Margen aufweist. Besonders das preisgünstige, regionsgebundene Modell für den japanischen Markt belastet die Profitabilität. Auf der Softwareseite zeigt sich dagegen ein deutlich positiveres Bild. Das Spiel Pokémon Legends: Z-A entwickelte sich überraschend zu einem Verkaufserfolg, obwohl es nicht zur Hauptreihe der Pokémon-Titel gehört.
Softwaregeschäft gewinnt zunehmend an Bedeutung
Die langfristige Investmentthese bleibt unverändert. Softwareverkäufe dürften künftig eine immer größere Rolle im Umsatzmix einnehmen und damit die Margen verbessern. Dieser Effekt ist besonders wichtig, weil das günstige japanische Konsolenmodell erst profitabel wird, wenn mehrere Spiele pro Nutzer verkauft werden.
Der Erfolg von Pokémon Legends Z-A könnte diese Entwicklung beschleunigen. Auch ein mögliches neues Spiel aus der Reihe Fire Emblem könnte kurzfristig zusätzliche Unterstützung für die Margen liefern. Größere Umsatztreiber werden jedoch erst mit neuen Haupttiteln aus dem Pokémon-Universum erwartet, darunter die angekündigten Spiele Pokémon Scarlet und Pokémon Violet sowie deren zukünftige Nachfolger.
Bis dahin könnte der Aktienkurs unter Druck bleiben. Ohne neue Blockbuster-Spiele dürften sich stärkere Impulse erst ab 2027 entfalten.
Überraschungstreiber im aktuellen Geschäftsjahr
Das laufende Geschäftsjahr von Nintendo endet traditionell im März. Eine der größten positiven Überraschungen dürfte dabei der Verkaufsstart von Pokémon Legends Z-A sein. Innerhalb der ersten vier Tage nach Veröffentlichung wurden bereits rund 2,2 Millionen Einheiten verkauft.
Bei Nintendo-Spielen entspricht der erste Verkaufsmonat häufig etwa der Hälfte der Verkäufe des gesamten ersten Jahres. In Japan wurden innerhalb eines Monats mehr als 800.000 Exemplare abgesetzt. Wird das übliche Verhältnis zwischen japanischen und internationalen Verkäufen berücksichtigt, ergibt sich eine geschätzte globale Absatzmenge von rund 3,3 Millionen Einheiten im ersten Monat.
Ein ähnliches Verkaufsvolumen könnte im weiteren Jahresverlauf folgen. Der Titel wird im Einzelhandel zu etwa 8.500 Yen verkauft. Nach Abzug der Händleraufschläge entspricht dies grob einem Großhandelspreis von rund 40 Dollar pro Einheit. Allein aus diesem Spiel ergeben sich damit zusätzliche Softwareerlöse von ungefähr 198 Millionen Dollar.
Gemessen an den bisherigen Softwareverkäufen der neuen Switch-Generation erhöht dieses Spiel die Gesamtmenge der verkauften Spiele um rund zehn Prozent.
Margendruck durch Konsolenmix
Der positive Beitrag von Software wird besonders deutlich, weil die Hardwareverkäufe derzeit geringere Margen aufweisen. Ein wichtiger Grund für den starken Start der Switch 2 liegt im günstigen, regionsgebundenen Modell für Japan.
Dieses Modell wird ausschließlich für den heimischen Markt produziert und zu einem niedrigeren Preis angeboten. Dadurch ist die Nachfrage hoch. Gleichzeitig belastet es die Gewinnspanne, da ein Teil der Komponenten aus dem Ausland stammt und der schwache Yen die Produktionskosten erhöht.
Im Gegensatz zu früheren Generationen verkauft Nintendo diese Variante nicht mit Gewinn, sondern teilweise mit Verlust. Internationale Versionen der Switch 2 sind dagegen profitabel.
Um die Verluste der japanischen Geräte auszugleichen, müssen pro Nutzer im Durchschnitt etwa drei Spiele verkauft werden. Branchenumfragen zeigen jedoch, dass Spieler im Schnitt rund 35 Spiele besitzen. Dadurch erscheint dieses Geschäftsmodell langfristig tragfähig.
Dynamik bei den Konsolenverkäufen
Zum Zeitpunkt der letzten Analyse lagen die kumulierten Verkäufe der Switch 2 bei rund 17 Millionen Einheiten. Neue Marktdaten aus Japan deuten inzwischen auf etwa 20 Millionen verkaufte Konsolen hin.
Die Konsole ist seit neun Monaten auf dem Markt. Damit zeigt sich inzwischen eine gewisse Verlangsamung der Wachstumsrate. Für die Gewinnentwicklung könnte dies jedoch positiv sein, da ein geringerer Hardwareanteil im Umsatzmix tendenziell höhere Margen ermöglicht.
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Zusätzliche Impulse durch Filmprojekte
Ein wichtiger Ertragstreiber wird im kommenden Geschäftsjahr der zweite Mario-Film sein. Wird ein weltweites Einspielergebnis von rund einer Milliarde Dollar erreicht, könnten daraus etwa 750 Millionen Dollar Gewinn entstehen.
Da Nintendo etwa die Hälfte des Projekts finanziert, wird ein Gewinnbeitrag von rund 60 Millionen Dollar erwartet. Auf Quartalsebene würde dies einen Gewinnanstieg von rund 50 Prozent bedeuten.
Zusammen mit den anhaltenden Verkäufen von Pokémon Legends Z-A sowie möglichen neuen Spielen aus der Fire-Emblem-Reihe könnte das Ergebnis bis zum Jahr 2027 stabilisiert werden.
Perspektive bis zur nächsten Pokémon-Generation
Der nächste große Wachstumsschub wird mit neuen Hauptspielen der Pokémon-Reihe erwartet, die exklusiv für die Switch-2-Generation erscheinen sollen. Solche Titel treiben traditionell sowohl Softwareverkäufe als auch Hardwarekäufe an.
Sollten diese Spiele bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 erscheinen, dürfte dies sowohl die Margen als auch den Absatz deutlich steigern. Viele Besitzer der ersten Switch-Generation dürften dann auf die neue Konsole umsteigen, um weiterhin Zugang zu neuen Pokémon-Titeln zu haben.
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Bewertung und Ausblick für die Aktie
Die Gewinnentwicklung von Nintendo könnte sich in den kommenden Jahren in einer typischen J-Kurve bewegen. Zunächst dominieren Hardwareverkäufe mit geringeren Margen. Mit zunehmendem Anteil von Software und internationalem Konsolenabsatz dürfte die Profitabilität jedoch deutlich steigen.
Zusätzliche Impulse könnten zudem aus der geplanten Zelda-Verfilmung entstehen, die für das Jahr 2027 erwartet wird. Vor diesem Hintergrund erscheint die Bewertung der Aktie moderat. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 25 liegt sie nahe den unteren Bewertungsniveaus der vergangenen fünf Jahre.
Angesichts der starken Pipeline aus Softwaretiteln und Filmprojekten wird die Aktie von Nintendo daher weiterhin als attraktives Investment eingeschätzt.
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