Der Nikkei 225 fiel am Montag auf eine wichtige Unterstützungsmarke, als die Energiepreise stark stiegen und sich der US‑Iran‑Krieg am Wochenende neu zuspitzte. Er fiel auf ein Tief von ¥50,557, damit über 13 % unter seinem diesjährigen Höchststand.

Japanische Aktien fallen, da der US‑Iran‑Krieg eine neue Wendung nimmt 

Der Nikkei 225 fiel deutlich, nachdem sich der Iran‑US‑Krieg am Wochenende in einer neuen Richtung entwickelt hatte. In einem bedeutenden Ereignis schlossen sich die Huthi‑Rebellen aus dem Jemen dem Krieg an und begannen, Raketen in Richtung Israel abzufeuern.

Ihr Eintritt ist bemerkenswert, weil er Israels Verteidigungsfähigkeit in den kommenden Wochen schwächen könnte. Vor allem könnte die Gruppe entscheiden, den Schiffsverkehr im Roten Meer zu unterbinden, was die Energiepreise kurzfristig weiter nach oben treiben würde.

Die Rohölpreise setzten am Montag ihren Anstieg fort, wobei Brent auf $116 und der West Texas Intermediate (WTI) auf $101 stiegen. Analysten erwarten nun, dass Brent in den kommenden Wochen auf über $200 klettern könnte, insbesondere wenn es keine Deeskalation in der Region gibt.

In einer weiteren Wendung trafen Tausende US‑Soldaten im Nahen Osten ein. In einem Bericht merkte die Washington Post an, dass die Regierung Trump erwäge, eine Bodenoperation in dem Land zu starten.

Japan ist stark von den steigenden Energiepreisen betroffen, da es den Großteil seines Öls aus dem Nahen Osten importiert. Folglich gehen Analysten davon aus, dass die Inflation in Japan in den kommenden Monaten weiter ansteigen wird.

Gleichzeitig ist der japanische Yen eingebrochen, der USD/JPY‑Wechselkurs stieg auf 160. Er liegt damit mehr als 5 % über seinem diesjährigen Tief.

In der Folge verkaufen ausländische Investoren weiterhin japanische Aktien. Diese Investoren haben in den vergangenen Monaten Aktien im Wert von mehreren Milliarden Dollar abgestoßen, ein Anzeichen dafür, dass die Panik anhält.

Die Renditen japanischer Staatsanleihen sind in den letzten Monaten weiter gestiegen: Die zehnjährige Rendite kletterte auf 2,38 %. Die fünfjährige Rendite stieg ebenfalls auf über 1,8 %.

Der nächste wichtige Impuls für den Nikkei 225 wird von den bevorstehenden japanischen Makrodaten ausgehen, die am Dienstag veröffentlicht werden. Für Tokios Verbraucherpreisindex (VPI) wird ein Wert von 2,0 % erwartet, nach zuvor 1,8 %. Japan wird am Dienstag zudem die neuesten Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion veröffentlichen.

Die meisten japanischen Aktien notierten am Montag im Minus: Die Softbank‑Aktie fiel um 8 %, Taiyo Yuden, Socionext und Mitsubishi Motors verloren jeweils über 7 %. Weitere Spitzenverlierer im Index waren Mazda, Komatsu und TDK.

Technische Analyse des Nikkei-225-Index 

Chart des Nikkei-225-Index | Quelle: TradingView 

Das Tages-Chart zeigt, dass der Nikkei-225-Index in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen ist und sich von einem Hoch von ¥59,332 auf ¥51,585 bewegte. Er fiel unter die 50‑tägigen und 100‑tägigen exponentiellen gleitenden Durchschnitte (EMA), ein Zeichen dafür, dass die Bären die Oberhand haben.

Der Index notierte unter dem Supertrend‑Indikator, was den bärischen Ausblick bestätigt. Zudem fiel er unter das wichtige Unterstützungsniveau bei ¥52,000.

Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass der Nikkei-225-Index weiter fällt, wobei das nächste Ziel die psychologische Marke bei ¥50,000 ist. Eine Bewegung über das Strong‑, Pivot‑ und Reverse‑Niveau bei ¥53,125 würde den bullischen Ausblick hinfällig machen.

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