Bank of Japan

Der Nikkei-225-Index setzte seinen Sinkflug fort, da Technologieunternehmen wie Softbank, Tokyo Electron, Kioxia und Advantest vor den anstehenden Quartalszahlen der großen Tech-Konzerne einbrachen. Er fiel um über 4% und erreichte damit sein tiefstes Niveau seit dem 11. Juni. 

Japanische Aktien stürzen ab, da der US‑Iran‑Konflikt eskaliert

Der Nikkei 225 Index fiel am Montag um mehr als 4%, da sich die geopolitischen Risiken verschärften. Die Anlegerstimmung verschlechterte sich, nachdem sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran am Wochenende ausgeweitet hatte und Dutzende Opfer gefordert worden sein sollen. Zwei US-Soldaten wurden getötet, während US-Luftschläge gegen den Iran Berichten zufolge Dutzende Tote hinterließen, was die Befürchtung eines breiteren regionalen Konflikts schürte.

Die Kämpfe führten am Montag zu einem Anstieg der Rohölpreise, wobei Brent bei 90 USD und der West Texas Intermediate (WTI) bei 85 USD notierte. Dieser Anstieg dürfte anhalten, falls sich der Konflikt diese Woche weiter zuspitzt. Präsident Donald Trump hat gewarnt, dass die USA damit beginnen werden, iranische Energie- und Brückeninfrastruktur ins Visier zu nehmen.

Der Iran seinerseits hat gewarnt, dass er durch Angriffe auf vergleichbare Infrastrukturen in der Region Vergeltung üben werde. Bei einer solchen Reaktion soll sein Militär eine Entsalzungsanlage in Kuwait getroffen haben, nachdem die USA eine vergleichbare Anlage im Iran angegriffen hatten, was die Sorge verstärkt, dass sich der Konflikt über die beiden Länder hinaus ausbreiten könnte.

Japan ist stark vom Krisengeschehen im Mittleren Osten betroffen, da das Land den Großteil seines Öls aus Ländern der Region importiert. Gleichzeitig könnten steigende Ölpreise die Bank of Japan zwingen, noch in diesem Jahr die Zinsen erneut anzuheben. Das erklärt, warum die Renditen japanischer Staatsanleihen stark gestiegen sind.

Technologieaktien stürzen ab

Der Nikkei 225 Index gab nach, da Unternehmen des Technologiesektors stark fielen. Softbank-Aktien verloren über 9%, Kioxia Holdings sanken um 16%. Tokyo Electron fiel um 8%, Advantest gab um 7,2% nach.

Kioxia, einer der weltweit führenden Speicherchip-Hersteller, hat seit seinem Jahreshoch 55% an Wert eingebüßt. Der Ausverkauf hat auch die Rangfolge der japanischen Unternehmen nach Marktkapitalisierung verändert: Kioxia fiel vom größten Unternehmen des Landes auf Platz sechs.

Es bestehen Sorgen um den KI-Sektor, da chinesische Unternehmen bedeutende Meilensteine erreichen. Das Kimi K3-Modell von Moonshot hat Claude und ChatGPT in wichtigen Kennzahlen übertroffen; das Unternehmen plant offenbar nun einen baldigen Börsengang in Hongkong. Andere wie MiniMax und DeepSeek haben in den vergangenen Monaten ähnliche Fortschritte erzielt. 

Mit Blick nach vorn werden diese Tech-Titel auf die anstehenden Quartalszahlen der großen US‑Technologiekonzerne reagieren. Alphabet und Tesla veröffentlichen ihre Ergebnisse diese Woche, Microsoft, Amazon und Meta folgen in der nächsten Woche. Diese Unternehmen werden mehr Hinweise darauf liefern, ob sie ihre umfangreichen Investitionsausgaben in diesem Jahr fortsetzen werden. 

Technische Analyse des Nikkei-225-Index

Nikkei 225

Ni225-Chart | Quelle: TradingView

Das Tages-Chart zeigt, dass der Nikkei-225-Index in den vergangenen Wochen deutlich nachgegeben hat und sich vom Jahreshoch von 72,845 auf aktuell 64,140 bewegt hat. Er ist bereits unter den 50‑Tage-EMA (Exponentiell gleitender Durchschnitt) gefallen. 

Gleichzeitig hat er die bullische Perspektive der fallenden Keil-Formation negiert, indem er unter die untere Begrenzung dieser Formation fiel. Auch der Relative-Stärke-Index (RSI) und der MACD-Indikator setzen ihren Abwärtskurs fort.

Daher dürfte der Index kurzfristig unter Druck bleiben. Er könnte bis zur nächsten wichtigen Unterstützungszone bei 60.000 fallen, bevor eine Erholung einsetzt.

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