
Der Nikkei-225-Index bewegte sich seitwärts, während der japanische Yen auf sein niedrigstes Niveau seit dem 7. September zurückfiel und Händler prognostizierten, dass die Bank of Japan (BoJ) und die Federal Reserve diese Woche die Zinssätze anheben werden.
Händler setzen auf Zinserhöhungen von BoJ und Fed
Die japanischen Aktien schwanken heute, da sich die Anleger auf die bevorstehenden Zinsentscheidungen der Federal Reserve und der Bank of Japan konzentrieren.
Händler sind sich einig, dass Kevin Warsh und sein Team die erste Zinserhöhung dieses Jahres durchsetzen werden. Sollte dies eintreten, würden die Zinsen auf zwischen 3,75% und 4% steigen, den höchsten Stand seit einem Jahr.
Von der Fed wird erwartet, dass sie die Zinsen anhebt, um die erhöhte Inflation zu bekämpfen, die seit über fünf Jahren über dem 2%-Ziel liegt. Dieser Schritt dürfte zu erneuten Spannungen zwischen der Notenbank und dem Weißen Haus führen, wobei Trump aggressive Kürzungen befürwortet.
Händler sagen außerdem voraus, dass die Bank of Japan am Freitag dieser Woche die Zinsen um 25 Basispunkte anheben wird. Eine CNBC-Umfrage ergab, dass über 90% der Ökonomen davon ausgehen, dass die Bank die Zinsen auf 1,25% anhebt, den höchsten Stand seit über drei Jahrzehnten.
Dieser Schritt würde eine Beschleunigung des Zinserhöhungszyklus signalisieren, da die Bank ihre letzte Erhöhung im Juni dieses Jahres vorgenommen hat. Die jüngsten Daten zeigten, dass die japanische Kerninflation im Juli auf 1,9% stieg, da die Energiepreise zunahmen.
Theoretisch sollte die Straffung der Geldpolitik in den USA und Japan für den Nikkei-225-Index bärisch sein, da sie die Kosten der Schuldenbedienung länger erhöht. Da die bevorstehenden Zinserhöhungen jedoch bereits eingepreist sind, werden Investoren voraussichtlich auf die Wortwahl reagieren, die Kevin Warsh und Kazuo Ueda verwenden.
Steigende Anleiherenditen und KI-Sorgen
Der Nikkei-225-Index reagiert zudem auf die steigenden Anleiherenditen in den USA und Japan. In Japan stieg die zehnjährige Rendite auf 3,03%, den höchsten Stand seit Jahrzehnten. Sie befindet sich in den letzten Monaten in einem stetigen Anstieg.
Dasselbe passiert in den Vereinigten Staaten, wo die zehnjährige Rendite die 5%-Marke überschritten hat. Höhere Anleiherenditen treiben Anleger häufig vom Aktienmarkt weg.
Händler konzentrieren sich außerdem auf die Ängste vor einer KI-Verlangsamung, da Führungskräfte in Schlüsselunternehmen wie OpenAI und Anthropic dazu aufrufen, die Branche zu bremsen. SoftBank und Kioxia-Aktienverloren heute 1,53% bzw. 3,71%, während Tokyo Electron und Advantest um über 1% zulegten.
Analysten sind geteilter Meinung über die Auswirkungen der KI-Sicherheitsängste auf die Branche. Einige halten die Befürchtungen für überzogen und erwarten, dass die Ausgaben dieses Jahr weiter beschleunigt werden.
Technische Analyse des Nikkei-225-Index

NI225-Index-Chart | Quelle: TradingView
Der Nikkei-225-Index zeigt einige stark bärische technische Signale. Er ist bereits unter den 50-Tage-EMA gefallen, ein Zeichen dafür, dass die Bären die Oberhand gewonnen haben.
Der Index liegt zudem unter dem Supertrend-Indikator. Er hat ein symmetrisches Dreieck ausgebildet, dessen beiden Linien kurz vor dem Zusammentreffen stehen, während der Relative-Stärke-Index (RSI) nach unten tendiert.
Daher ist das wahrscheinlichste Szenario, dass er weiter fällt, wobei das nächste wichtige Ziel bei 62.000 liegt.
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