
Der Nikkei-225-Index bewegte sich am 8. Juli seitwärts, da Aktien aus dem Bereich künstliche Intelligenz (KI) nach dem heftigen Ausverkauf am Dienstag wieder zulegten. Der Index notierte bei 39.770, etwa 7 % unter seinem Jahreshoch. Trotz der jüngsten Schwäche hat er ein sehr bullisches technisches Muster ausgebildet, was auf eine mögliche Erholung hindeutet.
Kioxia, Softbank und Top-KI-Aktien erholen sich
Der Nikkei-225-Index schwankte, während sich Top-KI-Aktien, die am Dienstag eingebrochen waren, um eine Gegenbewegung bemühten. Kioxia, das nach Marktkapitalisierung größte japanische Unternehmen, sprang um 3,5 % und spiegelte damit die Gewinne anderer Speicherhersteller wie Samsung und SK Hynix wider. Diese Aktien waren am Vortag gefallen, nachdem Investoren auf Samsungs vorläufigen Geschäftsbericht reagiert hatten.
Softbank, das Milliarden Dollar in die KI‑Branche investiert hat, stieg um 1,3 %, während Tokyo Electron um 1 % zulegte. Andere KI‑Werte wie Advantest und Murata Manufacturing legten moderat zu.
KI-Aktien waren in den vergangenen Wochen sehr volatil, da einige Anleger nach dem bemerkenswerten Aufschwung Gewinne mitnahmen. So lag Kioxia auf seinem diesjährigen Höhepunkt nahezu 5.000 % über seinem Tiefstand im Vorjahr, eine auffällige Entwicklung für ein Unternehmen, das vor wenigen Jahren am Rande des Bankrotts stand.
Analysten warnen, dass Unternehmen aus der Speicher- und Halbleiterbranche einen deutlichen Rückschlag erleben könnten. In einem Interview am Montag sagte Mike Wilson von Morgan Stanley voraus, dass es zu einer Sektorrotation von Halbleitern hin zu Hyperscalern kommen werde.
Eine zentrale Sorge ist, ob die Speicherbranche weiterhin so wachsen wird wie derzeit. Außerdem besteht Unsicherheit, ob die US‑Regierung Apple erlauben wird, Speicherprodukte von chinesischen Herstellern zu beziehen.
Japanische Anleiherenditen steigen – Befürchtungen um Unabhängigkeit der BoJ
Treiber des Nikkei-225 sind die steigenden japanischen Staatsanleihen, die auch diese Woche weiter zulegen. TradingView‑Daten zeigen, dass die zehnjährige Rendite auf 2,86 % sprang. Die fünfjährige Rendite stieg auf 1,98 %, während die 30‑jährige auf 3,98 % kletterte.
Die Renditen zogen an, da Anleger die nächste Maßnahme der BoJ erwarten, um den fallenden Yen zu deckeln. Das Währungspaar USD/JPY kletterte auf 162,36, wenige Punkte unter dem Jahreshoch von 162,8. Es notiert nun in der Nähe des höchsten Niveaus seit über vier Jahrzehnten.
Ein mögliches Gegenmittel wären mehrere Zinserhöhungen, um die Lücke zwischen US‑ und japanischen Zinsen zu schließen. Unklar bleibt jedoch, wie weit die Bank zu gehen bereit ist angesichts der hohen Staatsverschuldung Japans.
Gleichzeitig gibt es auch Befürchtungen um die Unabhängigkeit der BoJ. Laut Reuters erwägt die Regierung, die Formulierungen zur Geldpolitik in ihrem Wirtschaftsplan zu überarbeiten. Dies geschieht vor dem Hintergrund von Sorgen, dass die Regierung in die Unabhängigkeit der BoJ eingreift.
Technische Analyse des Nikkei‑225‑Index

NI225-Chart | Quelle: TradingView
Die technische Analyse deutet darauf hin, dass der Nikkei‑225‑Index kurzfristig eine Erholung erfahren könnte. Der Index hat Unterstützung am 50‑Tage‑gewichteten gleitenden Durchschnitt (WMA) gefunden. Gleichzeitig hat er sowohl eine fallende Keilbildung als auch ein bullisches Wimpelmuster ausgebildet, die gemeinhin als bullische Umkehrsignale gelten.
Dementsprechend könnte eine Erholung den Index bis zum Jahreshoch von 72.748 führen. Andererseits würde ein Rutsch unter die wichtige Unterstützung bei 65.000 auf weiteres Abwärtspotenzial hinweisen.
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