Bank of Japan

Der Nikkei-225-Index gab am Montag nach, da Händler die Schwäche des japanischen Yen und mögliche Maßnahmen der BoJ in den Blick nahmen. Er fiel auch leicht vor wichtigen makroökonomischen Daten aus Japan. Er notierte bei 69.230, einige Punkte unter dem bisherigen Jahreshoch von 72.750.

Japanische Aktien geben nach wegen Yen-Schwäche

Der Nikkei-225-Index fiel moderat, als der japanische Yen seine Talfahrt fortsetzte. Das Währungspaar USD/JPY stieg am Montag auf 161,77, leicht oberhalb des Wochentiefs von 160,62.

Die Yen-Schwäche wird durch die zunehmende Befürchtung verstärkt, die Bank of Japan könnte bei der Straffung der Geldpolitik hinter der Kurve zurückbleiben. Zudem fällt der Yen wegen des Zinsabstands zwischen Japan und den USA.

Die BoJ erhöhte die Zinsen in der letzten Sitzung um 0,25 Prozentpunkte und brachte sie damit auf ein 20-Jahres-Hoch von 1 %. In den USA beließ die Federal Reserve die Zinsen unverändert zwischen 3,50 % und 3,75 %, wobei Vertreter signalisierten, sie seien bereit, später in diesem Jahr zu erhöhen, falls die Inflation hartnäckig hoch bleibt.

Ein schwächerer Yen ist in Japan ein zweischneidiges Schwert. Er kommt exportorientierten Unternehmen zugute, weil ihre Produkte gegenüber Wettbewerbern etwas günstiger werden. Ebenfalls profitieren Unternehmen mit umfangreichen Aktivitäten außerhalb der USA.

Ein schwächerer Yen trifft dagegen Unternehmen, die auf importierte Rohstoffe angewiesen sind, da ihre Kosten häufig steigen.

Der Nikkei-225-Index wird auf mögliche Interventionen der BoJ reagieren. Die Bank kann direkt Yen kaufen und dabei ihre umfangreiche Bilanz nutzen. Sie hat in diesem Jahr bereits über $70 billion für Interventionen ausgegeben. Alternativ kann die Bank die Zinsen anheben, um die Kluft zu den USA zu schließen.

Der nächste wichtige Katalysator für den Nikkei-225-Index sind wichtige makroökonomische Daten aus dem Land. Japan veröffentlicht am Dienstag die neuesten Daten zu den Haushaltsausgaben. Ökonomen erwarten, dass die Ausgaben im Mai um 2,2 % zurückgingen, nachdem sie im Vormonat um 0,5 % gefallen waren.

Japan wird zudem am Mittwoch die Leistungsbilanz und Daten zur Kreditvergabe der Banken veröffentlichen, gefolgt vom Erzeugerpreisindex (PPI) am Freitag. Ökonomen erwarten für den kommenden PPI-Wert 6,8 %, ein Hinweis darauf, dass die Inflation auf einem erhöhten Niveau blieb.

Der Nikkei-225-Index wird auch auf das Protokoll der Federal Reserve reagieren, das weitere Hinweise darauf geben könnte, was später in diesem Jahr zu erwarten ist.

Nikkei-225-Index: Technische Analyse

Nikkei 225

Ni225-Index-Chart | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass der Nikkei-225-Index vom Allzeithoch von 72.750 auf 69.274 zurückgefallen ist. Positiv ist, dass sich langsam ein fallender Keil ausgebildet hat, ein typisches Zeichen für eine bullische Trendwende.

Es hat sich außerdem eine flaggenähnliche bullische Formation gebildet, bestehend aus einer starken Aufwärtsbewegung und einem absteigenden Kanal. Zudem notiert der Index über dem 50‑Tage- und 100‑Tage-Durchschnitt.

Daher dürfte der Index im Laufe dieser Woche voraussichtlich wieder zulegen, da Anleger das Allzeithoch von 72.750 ins Visier nehmen.

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