Der Nifty‑50-Index befindet sich diese Woche weiter in einer heftigen Abwärtsbewegung, da die Sorgen um die indische Wirtschaft angesichts des anhaltenden Iran‑Kriegs größer werden. Er fiel diese Woche auf INR 22,940 und hat nun ein Todeskreuz ausgebildet, das in näherer Zukunft auf weiteren Abwärtsdruck hindeutet.

Todeskreuz beim Nifty‑50-Index deutet auf weiteres Abwärtspotenzial hin 

Das Tages-Chart zeigt, dass der Nifty-Index in diesem Jahr bei INR 26,428 ein Hoch markierte. Auf diesem Niveau bildete er ein Dreifach-Top mit einer Nackenlinie bei INR 24,550. Ein Dreifach-Top ist eines der häufigsten bärischen Umkehrsignale in der technischen Analyse.

Schlimmer noch: Der Index hat den Supertrend-Indikator bereits von Grün auf Rot gedreht, ein Zeichen dafür, dass die Bären vorerst das Ruder inne haben.

Der Index hat ein Todeskreuz ausgebildet, das entsteht, wenn sich der 50‑Tage- und der 200‑Tage-Exponentielle Gleitende Durchschnitt (EMA) schneiden. Dies ist eines der gängigsten bärischen Signale der technischen Analyse. Es war das erste Mal seit Februar letzten Jahres, dass sich die beiden Durchschnitte kreuzten.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) und der Percentage Price Oscillator (PPO) setzen ihren Rückgang fort; ersterer befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit Februar dieses Jahres.

Daher ist das wahrscheinlichste Szenario ein weiterer Rückgang des Index, wobei Verkäufer das nächste wichtige Ziel bei INR 21,742 anvisieren – dem Tiefstand im April des Vorjahres. Dieses Kursziel liegt etwa 6.5% unter dem aktuellen Niveau.

Chart des Nifty‑50-Index | Quelle: TradingView

Indische Aktien sehen sich erheblichen Gegenwinden ausgesetzt 

Der laufende Nifty‑50-Index ist in den vergangenen Monaten gefallen und spiegelt damit die Entwicklung der indischen Rupie wider, die auf ein Rekordtief gesunken ist.

Indische Unternehmen geraten durch den anhaltenden Iran‑Krieg unter Druck, da die Preise für Rohöl und Erdgas steigen. Dieser Krieg wird zu höherer Inflation im Land führen. Etwa 90% des verflüssigten Petroleumgases (LPG) passieren die Straße von Hormus, die geschlossen wurde.

Ein Bericht, der letzte Woche veröffentlicht wurde, zeigte, dass Indiens Inflation im Februar auf 3.21% sprang – ein Trend, der sich in den kommenden Monaten fortsetzen könnte, da die Ölpreise seit Kriegsbeginn um mehr als 50% gestiegen sind.

Daher ist es wahrscheinlich, dass die Reserve Bank of India (RBI) noch in diesem Jahr mit Zinserhöhungen beginnen wird, was erklärt, warum die Anleiherenditen gestiegen sind. Daten zeigen, dass die zehnjährige Rendite auf 6.75% sprang, den höchsten Stand seit März letzten Jahres. Ebenso stieg die fünfjährige Rendite von einem Jahresanfangs-Tief von 6.3% auf 6.5%.

Die Mehrheit der im Nifty‑50-Index gelisteten Unternehmen hat in diesem Jahr nachgegeben. Die Aktie von Bajaj Finance fiel in den letzten 30 Tagen um 20%, während Larsen & Toubro, Tata Motors, Eternal Limited, Maruti Suzuki, Bajaj Finserv, HDFC und Eicher Motors in den letzten 30 Tagen um mehr als 15% zurückgingen.

Top-Verlierer unter indischen Aktien
Top-Verlierer unter indischen Aktien | Quelle: TradingView

Der HDFC-Aktienkurs brach diese Woche ein, nachdem der Vorsitzende des Unternehmens zurückgetreten war und Differenzen mit der Geschäftsführung in Bezug auf Werte und Ethik anführte. Die Aktie ist seit ihrem Höchststand im Dezember des Vorjahres um 23% gefallen.

Die Aktie von Tata Motors brach ein, nachdem das Unternehmen 121,500 Fahrzeuge im Inland zurückgerufen hatte. Außerdem warnte das Unternehmen, dass der anhaltende Iran‑Krieg sein Geschäft beeinträchtigen werde, da die Gasknappheit anhält und weiterhin Bedenken beim Versand bestehen.

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