Neben der Dividende sind Aktienrückkäufe eine spannende Möglichkeit, um Kapital an die Aktionäre zurückzuführen. Besonders, wenn das Unternehmen die ausstehenden Aktien einzieht, entsteht ein deutlicher Mehrwert für die Aktionäre. Der zukünftige Gewinn verteilt sich auf weniger Anteilsscheine. Wir besitzen mehr am Unternehmen und partizipieren auch damit vom Zinseszinseffekt.

In diesem Sinne habe ich mir drei Aktien herausgepickt, die jetzt mit besonders starken Aktienrückkäufen überzeugen. Natürlich sollte deine Investitionsthese nicht nur auf Kapitalrückführungen basieren. Dazu zählt auch die Dividende. Aber sie wirken hier als starker Katalysator in einer insgesamt spannenden Zeit.

Starke Aktienrückkäufe: Top-Aktie SAP kauft viele eigene Aktien zurück!

Die erste Top-Aktie, die mich jetzt auch mit ihren Aktienrückkäufen überzeugt, ist die von SAP (WKN: 716460). Der deutsche Software-Konzern hat zuletzt angekündigt, bis einschließlich 2027 rund 10 Mrd. Euro in die eigene Aktie zu investieren. Die erste Tranche in Höhe von 2,6 Mrd. Euro wird dabei bis zum 27. Juli dieses Jahres eingesetzt. Zum Vergleich: Bei einer Marktkapitalisierung von 182 Mrd. Euro werden bis zum Sommer rund 1,42 % der ausstehenden Aktien gekauft und eingezogen. Insgesamt dürften bei der jetzigen Bewertung rund 5,5 % der ausstehenden Aktien aufgekauft werden. Das ist mehr als jede 20. Aktie.

Aber warum sind die Aktienrückkäufe bei SAP jetzt so spannend? Meine einfache Antwort: Weil sie in einer Korrektur erfolgen, die noch nicht fundamental begründet ist. Auch im ersten Quartal wuchs der Umsatz um 6 % auf 9,56 Mrd. Euro. Das Cloud-Segment verzeichnete ein Wachstum von 19 % im Jahresvergleich. Mit einem Nettoergebnis von 1,95 Mrd. Euro konnte SAP diese wichtige Kennzahl um 8 % im Jahresvergleich steigern. Die Aktienrückkäufe wirken hier als Katalysator: Sie steigern den Gewinn je Aktie entsprechend überproportional.

Zudem ist die SAP-Aktie jetzt besonders günstig. Bei einem Aktienkurs von 149 Euro liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aktuell bei etwa 24. Mit den Aktienrückkäufen dürfte sich der Wert ebenfalls deutlich reduzieren. Gerade jetzt in Zeiten des Narrativs, dass künstliche Intelligenz Software bedroht, setzt das Management daher auf Mehrwerte für die Aktionäre. Bei der günstigen Bewertung ein richtig cleverer Schritt, meiner Meinung nach.

Netflix: Kein Time Warner? Dafür aber Mehrwerte für die Aktionäre!

Die zweite Top-Aktie, die mit Aktienrückkäufen auf sich aufmerksam macht, ist Netflix (WKN: 552484). Der US-amerikanische Streaming-Konzern hat keine einfache Zeit hinter sich. Aus der Übernahme von Time Warner wird nix. Die jüngsten Quartalszahlen waren stark, aber der Ausblick ein wenig zu konservativ. Die Aktie fiel. Oje! Aber ein Glück, dass das Management direkt umsichtig agiert und einfach mal erklärt, dass man weitere 25 Mrd. US-Dollar in Rückkäufe investiert. Sie stocken das bestehende Programm auf, von dem noch 6,8 Mrd. US-Dollar übrig sind. In Summe dürfte Netflix daher für 31,8 Mrd. US-Dollar eigene Aktien kaufen und einziehen.

Setzen wir das in ein Verhältnis zur aktuellen Bewertung: Netflix bringt es aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 390 Mrd. US-Dollar. Das bedeutet, dass ausgehend vom jetzigen Börsenwert 8,15 % der ausstehenden Aktien gekauft und eingezogen werden können. Etwa jede zwölfte Aktie wird es daher in Zukunft nicht mehr geben. Der Anteil am Unternehmen, den jede verbleibende Aktie verbrieft, dürfte sich daher signifikant erhöhen.

Natürlich wirkt es ein wenig so, als wolle Netflix mit den Aktienrückkäufen die Investoren über die gescheiterte Time-Warner-Übernahme hinwegtrösten. Mag sein. Aber bei einem KGV von 36 und einer Gewinnwachstumsrate von zuletzt 27 % im Geschäftsjahr 2025 glaube ich: Aktienrückkäufe schaffen einen größeren Mehrwert als teure Assets. Netflix ist mit den Kapitalrückführungen daher auf einem guten Weg, um die Rendite für Aktionäre zu steigern.

Münchener Rück: Regelmäßige und angepasste Aktienrückkäufe als langfristiger Werttreiber!

Zu guter Letzt halte ich die Münchener Rück (WKN: 843002) für eine Top-Aktie, bei der Aktienrückkäufe ziemlich smart sind. Es gibt im Vergleich zu den anderen zwei Unternehmen aber eine Abweichung: Selbst mit den jetzt angekündigten 2,25 Mrd. Euro, die für diese Kapitalrückführung in 2026 vorgesehen sind, kann das Management lediglich 3,1 % der ausstehenden Aktien kaufen und einziehen. Die anderen Werte mögen beeindruckender gewesen sein.

Der springende Punkt ist jedoch die Regelmäßigkeit, mit der die Münchener Rück eigene Aktien kauft und einzieht. Seit dem Jahre 2006 flossen mehr als 18 Mrd. Euro in die eigene Aktie. Damit sind 102,6 Mio. Aktien gekauft und eingezogen worden. Übrigens: zu einem durchschnittlichen Kurs von rund 180 Euro, was deutlich unterhalb der jetzigen Börsenbewertung liegt. Wir sehen daher, dass diese Regelmäßigkeit langfristig ein enormer Werttreiber gewesen ist. Heute sind noch 130,6 Mio. Aktien ausstehend. Mehr als 40 % sind in den letzten 20 Jahren daher aus dem Handel genommen worden. Was für ein Besitzanstieg!

Das Management der Münchener Rück nutzt Aktienrückkäufe auch weiterhin, um in jedem Jahr ein wenig des Grundkapitals aus dem Markt zu nehmen. Wobei man die Rückkäufe angepasst hat: Aus rund einer Milliarde Euro im Jahre 2023 sind mittlerweile 2,25 Mrd. Euro geworden. Selbst wenn der Aktienkurs der Münchener Rück einmal fallen sollte, profitieren wir daher davon, dass das Management mehr Aktien zu günstigeren Kursen aus dem Markt nehmen kann. Eine echte Top-Aktie, die neben einer imposanten Dividende mit Aktienrückkäufen hohe Werte für uns schafft.

Der Artikel Nicht nur Dividende zählt: 3 Top-Aktien mit starken Aktienrückkäufen! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.