Nebenwerte aktuell: Weltraumaktie Mynaric?

Am Wochenende ging es in meiner Börsengruppe um die Aktie Mynaric. Ein Gruppenmitglied stellte uns die Aktie mit einem Satz vor, ich zitiere: Datenübertragung über Laser und Satelliten. Im Prinzip Starlink auf Deutsch…

Er sieht die Mynaric Aktie als langfristiges Investment.

Mynaric, da hatte ich schonmal was von gehört. Große Datenmengen per Laser im All bewegen – das klingt futuristisch und potenziell aussichtsreich.

Ich habe mir die Zahlen des Unternehmens angeschaut. Erinnerte mich ein wenig an Zahlen so mancher Biotech-Unternehmen, die an einem potenziellen „blockbuster“ forschen.

Denn auch die schreiben üblicherweise tiefrote Zahlen, da sie aktuell forschen und entwickeln und die Belohnung in mehr oder weniger weiter Ferne liegt.

Die Belohnung ist im Fall der Biotechs die Zulassung für ein Medikament (was hoffentlich ein „blockbuster“ wird mit Nutzen für Menschheit und Unternehmen. Oder im Fall von Mynaric ist die „Belohnung“ eine starke Nachfrage nach den Laserkommunikations-Terminals sowie optischen Bodenstationen.

Wie sich da die Umsätze entwickeln werden? Ich sage mit großer Sicherheit: Ich weiß es nicht. Bewegung von Datenmengen im All und Einschätzung der möglichen Nachfrage durch z.B. Militär oder Tesla – das liegt jenseits meiner Kernkompetenz, wie es so schön heißt.

Was aber möglich ist: Einige Fakten zusammenzutragen. Zum Beispiel diese:Mynaric ist derzeit an der Börse mit rund 266 Mio. Euro bewertet (= Marktkapitalisierung). Die Marktkapitalisierung ergibt sich, indem die Gesamtzahl der Aktien mit dem aktuellen Kurs multipliziert wird.

Nach dem Motto: Was kostet mich der Spaß, wenn ich alle Aktien zum aktuellen Kurs kaufen könnte?

Dann der Blick auf die aktuellen Zahlen = Geschäftsbericht 2020.

Der zeigt, dass Mynaric 2020 Umsätze von 679.000 Euro erzielt hat (2019: 444.000 Euro). Zusätzlich wurden Eigenleistungen mit ca. 9,1 Mio. Euro aktiviert.

Dem stand ein Materialaufwand von ca. 6,2 Mio. Euro gegenüber. Und ein Personalaufwand von ca. 16,7 Mio. Euro.

Angesichts dieser Verhältnisse war es kein Wunder, dass unter dem Strich tiefrote Zahlen standen: Es wurde ein Nettoergebnis 2020 von -22,7 Mio. Euro erzielt. 2019 lag das Nettoergebnis bei ca. -7,7 Mio. Euro.

Der Blick in die Bilanz zeigt eine Bilanzsumme von 86,6 Mio. Euro. Darunter für ca. 10 Mio. Euro Sachanlagen und Vorräte für gut 5 Mio. Euro. Der Großteil entfiel auf „Cash“, in Höhe von ca. 43,2 Mio. Euro.

Das ist schonmal gut, denn bei einem Nettoergebnis 2020 von -22,7 Mio. Euro gehe ich davon aus, dass auch 2021 noch kräftig Geld verbrannt wird. Gut, wenn das schon auf dem Konto ist und nicht erst via Kredite oder Aktienausgabe reingeholt werden muss.

Die Passivseite der Bilanz zeigt, dass der Großteil der Bilanzsumme auf Eigenkapital entfällt: 70,7 Mio. Euro stehen da. Damit errechne ich eine Eigenkapitalquote von ca. 81,6%.

Mein Fazit: Interessantes Geschäftsfeld – doch keine Ahnung, wie sich das ab 2022 in Form von Umsätzen und Cash Flow auswirken wird.

Denn das laufende Jahr dürfte weiter ein Jahr der Vorleistungen sein. Dafür hat Mynaric erfreulicherweise Eigenkapital (durch Ausgabe von Aktien) eingesammelt, so dass hier keine Bank im Nacken sitzt und dieses Jahr entwickelt und geforscht werden kann.

Doch dann sollte Mynaric eben auch irgendwann „liefern“ – und Umsätze vorweisen, die ein Vielfaches des 2020er Niveaus erreichen. Denn das Unternehmen hat immerhin eine Marktkapitalisierung in Höhe von ca. 266 Mio. Euro.

Ein Witwen-und-Waisen-Investment ist die Aktie somit wohl eher nicht. Für ein paar Ansichtsstücke bzw. eine Risikoposition wäre ich grundsätzlich zu haben, doch ich behalte den Titel erstmal im Blick und schaue nach neuen Erkenntnissen.

Danke, dass Sie meine Texte lesen. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Rest-Woche! Ich freue mich auch über konstruktive Kritik.

Sie erreichen mich unter redaktion@ethische-rendite.de

Ihr Michael Vaupel

[Finanztrends]

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