Mit einem Kursverlust von -4% hält die MTU Aero Engines-Aktie am Freitagmorgen die rote Laterne im DAX in der Hand und setzt ihren Abwärtstrend der letzten Tage fort. Was drückt auf den Kurs des Triebwerkskonzerns und können Anleger hier nun ein Schnäppchen machen?

Eine Bank senkt den Daumen

Verantwortlich für den heutigen Kursrückgang der MTU Aero Engines-Aktie ist ein drastisches Downgrade der Schweizer Großbank UBS. Ihre Analysten stuften nicht nur das Rating von „Neutral“ auf „Verkaufen“ herab, sie verringerten auch das Kursziel für den DAX-Titel deutlich von bislang 350 auf nunmehr 275 €. Damit sieht die UBS sogar ein leichtes Downside gegenüber dem aktuellen Aktienkurs.

Grund für den Pessimismus der Schweizer Banker ist die Meinung, dass MTU Aero Engines unter den großen Triebwerksunternehmen das höchste Risiko für eine „harte Landung“ trägt, sobald sich das extrem lukrative Ersatzteil- und Servicegeschäft normalisiert. Die UBS glaubt, dass die bisherige Gewinnentwicklung nicht nachhaltig ist und MTU schneller als die Konkurrenz auf ein niedrigeres Ertragsniveau zurückfallen könnte.

Mit dieser Einschätzung wird die UBS zum derzeit einzigen Bären in einer Horde von Bullen. Das Analysehaus mbw Research, die Investmentbank Jefferies, die Deutsche Bank und die Privatbank Hauck Aufhäuser raten alle zum Kauf der MTU Aero Engines Aktie. Ihre Kursziele von 410 bis 520 € liegen +40 bis +80% über dem aktuellen Kursniveau.

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Das Chartbild verdüstert sich

Das Chartbild der MTU Aero Engines-Aktie verdüstert sich mit dem heutigen Tage deutlich. Der Kurs fällt nicht nur unter die wichtige Marke von 300 €, sondern zugleich auch auf ein neues 9-Monatstief. Zum 12-Monatstief von 279 € ist es nur noch ein Katzensprung. Sollte es nicht halten, droht die MTU-Aktie sogar auf ca. 250 € abzurutschen.

Gründe für Optimismus

Auch mir geht der Pessimismus der UBS viel zu weit. Zuletzt zeigten sich führende Triebwerkshersteller wie RTX (Pratt & Whitney) optimistisch in Bezug auf die weitere Marktentwicklung.

Das hat auch einen guten Grund, und zwar der Produktionsengpass bei Airbus und Boeing. Das Duopol für Verkehrsflugzeuge ist nach wie vor nicht in der Lage, auch nur annähernd die weltweite Nachfrage nach neuen Jets zu bedienen.

Das hat zur Folge, dass Fluggesellschaften viel länger ältere Maschinen fliegen müssen, als sie es gerne hätten. Was für die Airlines negativ ist, ist für MTU Aero Engines aufgrund des sehr lukrativen Service- und Ersatzteilgeschäfts positiv. Gleichzeitig müssen auch neuere Flugzeuge regelmäßig gewartet werden — die positive Entwicklung der globalen Luftverkehrsbranche führt demnach zu einem kontinuierlichen Auftragswachstum bei MTU.

Für ein Unternehmen, das in den kommenden Jahren mit rund 10% p.a. wachsen wird und eine sehr stabile operative Marge von rund 15% aufweist, ist mir die MTU Aero Engines-Aktie mit einem Forward-KGV von 17 überhaupt nicht zu hoch bewertet. Anleger tun gut daran, den DAX-Titel auf dem aktuellen Kursniveau zu kaufen.

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ℹ MTU Aero in Kürze

  • MTU Aero Engines (WKN: A0D9PT) ist ein weltweit führender Hersteller von Triebwerksmodulen und -komponenten. Diese finden Verwendung im zivilen Flugzeugbau sowie bei Militärflugzeugen und Hubschraubern. Neben dem Triebwerksbau ist die Instandhaltung ein zentrales Geschäftsfeld.
  • Neben dem Hauptsitz in München unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet und wird aktuell mit 15,5 Milliarden € bewertet.

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