
Morgan Stanley (NYSE: MS) steigt am Mittwoch leicht, nachdem der Wall-Street-Riese Rekordzahlen für das erste Quartal vorlegte, die die Analystenerwartungen deutlich übertrafen.
Die Aktie des Finanzdienstleisters legt heute zu, da Anleger eine massive Wiederbelebung im Investmentbanking und zweistelliges Wachstum in der Flaggschiff-Division Wealth Management feiern.
Trotz eines komplexen globalen Umfelds zeigte das Unternehmen, dass sein „integriertes“ Modell starkes Wachstum sowohl in gebührenbasierten als auch in marktanfälligen Geschäftsbereichen liefern kann.
Gegenüber seinem Jahrestief steht die Morgan Stanley-Aktie nun mehr als 20 % höher.
Morgan Stanley-Ergebnisse – die positiven Aspekte
Der Bullcase für MS-Aktien zeigte sich in diesem Quartal deutlich, als das Unternehmen Rekord-Nettoerlöse von $20.6 billion verzeichnete.
Besonders hervorzuheben ist das Segment Institutional Securities, wo die Erträge aus dem Investmentbanking um 36 % auf $2.1 billion stiegen.
Treiber der Zunahme war ein Anstieg der M&A-Beraterhonorare um nahezu 74 %, was auf eine Wiederbelebung der Transaktionsaktivität hindeutet und nahelegt, dass das lange erwartete Wiederaufleben der Kapitalmärkte an Fahrt gewinnt.
Gleichzeitig bleibt Wealth Management ein Kraftpaket und verzeichnete allein im ersten Quartal „rekordmäßige“ $118 billion an Nettozuflüssen.
Mit einer Return on Tangible Common Equity (ROTCE) von 27.1 % operiert Morgan Stanley auf einem Effizienzniveau, das eine Premium-Bewertung rechtfertigt.
In der Earnings-Mitteilung bezeichnete CEO Ted Pick das Quartal persönlich als Rekordquartal mit starker globaler Umsetzung.
Morgan Stanley-Ergebnisse – die negativen Aspekte
Während die Kernzahlen glänzend waren, gab es aber auch Bereiche mit eher zurückhaltenden Signalen, die eine gewisse Vorsicht rechtfertigen.
Die Division „Investment Management“ verzeichnete einen Rückgang der Nettoeinnahmen um 4 % auf $1.5 billion, da performanceabhängige Erträge und Carried Interest in Private-Fonds im Vergleich zum Vorjahr einbrachen.
Zudem stiegen die Nichtzinsaufwendungen auf $13.5 billion, getrieben von einem Anstieg der Personalaufwendungen um 11 %, da das Unternehmen für seine starke Performance auszahlte.
Es gab außerdem einen „leichten“ Anstieg der Risikovorsorgen für Kreditausfälle, der sich speziell auf Einzelfallanpassungen bei gewerblichen Immobilienkrediten bezog und die anhaltende Sensitivität gegenüber dem Hochzinsumfeld und makroökonomischer Unsicherheit unterstreicht.
Diese steigenden Kosten könnten die Margenausweitung begrenzen, sollte das Umsatzwachstum in den kommenden Monaten nachlassen – und sind daher teilweise als kurzfristig dämpfend für Morgan-Stanley-Aktien zu werten.
Wie man nach den Q1-Zahlen mit Morgan Stanley-Aktien verfährt
Trotz der genannten Schwächen scheint die Strategie für MS-Aktien nach den Quartalszahlen darin zu bestehen, auf das Momentum zu setzen.
Die aggressive Kapitalrückführungspolitik des Unternehmens bleibt ein wichtiger Anziehungspunkt; im Q1 kaufte es für $1.75 billion eigene Aktien zurück und behielt eine solide vierteljährliche Dividende von $1.00 je Aktie bei.
Technisch gesehen testet Morgan Stanley wichtige Widerstandsniveaus, und die fundamentale Stärke seiner gebührenbasierten Geschäfte deutet auf ein mögliches bevorstehendes Ausbruchsszenario hin.
Trader könnten auf eine kurze Konsolidierungsphase warten, um Positionen aufzubauen; doch da die Investmentbanking-Pipeline endlich in realisierte Gebühren umschlägt und Wealth Management schnell skaliert, bleibt der langfristige Ausblick positiv.
Solange die ROTCE über dem Managementziel von 20 % bleibt, bleibt die Bankaktie ein erstklassiger „Allwetter“-Finanzwert.
The post Morgan Stanley Q1: Warum es noch nicht zu spät ist, in MS-Aktien zu investieren appeared first on Invezz