
Der Milliardär Philippe Laffonts globales Investmenthaus Coatue Management vollzog im ersten Quartal 2026 eine bedeutende taktische Umschichtung des Portfolios.
Der Hedgefonds-Manager reduzierte die Exponierung gegenüber Mega‑Cap‑KI-Werten, darunter Tesla, Oracle und sogar Nvidia, und lenkte Kapital in die stark angeschlagene Lucid-Aktie um.
Laffonts Neuausrichtung unterstreicht die wachsende institutionelle Sorge um die Nachhaltigkeit der Capex und die kurzfristige Monetarisierung von KI.
Indem er Gewinne bei erstklassigen Tech-Titeln realisierte, positioniert sich der „Tiger Cub“-Milliardär bewusst so, dass Coatue hoch asymmetrische, antizyklische Chancen im aus der Gunst gefallenen Bereich sauberer Energien ausnutzen kann.
Warum Laffont KI-Titel verkaufte
Laffonts dramatischste Portfoliomaßnahme war der vollständige Ausstieg aus Oracle.
Der Milliardär liquidierte seine „gesamte Position“, nachdem der Anbieter von Unternehmenssoftware seine Capex-Prognose für das Gesamtjahr auf 50 Milliarden USD (ca. 43,6 Milliarden €) angehoben hatte, um den Ausbau der Infrastruktur zu finanzieren.
Im Q1 verfehlte OpenAI – dessen Schlüsselpartner über die nächsten acht Jahre Datenzentrum-Verpflichtungen in Höhe von 1,4 Billionen USD (ca. 1,2 Billionen €) eingegangen sind – ebenfalls wichtige Umsatzziele, was ORCLs hohe Bewertung erneut in den Fokus rückt.
Tesla schnitt kaum besser ab. Coatue kappte rund 96 % seiner Position beim Autohersteller, nachdem CEO Elon Musk die Erwartungen an die kommerzielle Einführung von Teslas Robotaxi-Flotte gedämpft hatte.
Da TSLA zudem seine eigenen, auf KI ausgerichteten Investitionen hochfährt, warnen Analysten vor massivem Druck auf den freien Cashflow und die Cash‑Generierung im Jahresvergleich.
Sogar Nvidia, das unangefochtene Hardware-Rückgrat des KI-Booms, blieb nicht verschont. Trotz starker Q1-Ergebnisse kürzte Laffont seine Beteiligung an Nvidia um 31 %, was einer disziplinierten Risikosteuerung entspricht.
Warum Laffont bei Lucid aufstockte
Während Laffont Anfang 2026 die Exponierung gegenüber den größten KI-Gewinnern verringerte, platzierte er stillschweigend eine ganz andere Wette – eine, mit der nur wenige an der Wall Street gerechnet hatten.
Coatue eröffnete eine neue Position in der Lucid Group – und erwarb 295.300 Aktien im Wert von rund 2,8 Millionen USD (ca. 2,4 Millionen €).
Auf den ersten Blick wirkt das wie ein unwahrscheinlicher Ort für institutionelles Kapital.
Der Luxus-Elektrofahrzeughersteller hat seit dem Börsengang im September 2020 94 % seines Wertes eingebüßt und allein 2026 fast die Hälfte seiner Marktkapitalisierung verloren.
Für den Milliardär und Hedgefonds-Manager schien der Einstiegszeitpunkt jedoch zu verlockend, um ihn zu ignorieren.
Seine These basiert auf der makroökonomischen Auffassung, dass stark abgestrafte Infrastruktur für saubere Energie eine Neubewertung erfahren dürfte – und jüngste geopolitische Schocks haben dieses Argument nur geschärft.
Der US‑Iran‑Konflikt und die anschließende Schließung der Straße von Hormus veranlassen Strategen dazu, alternative Energien weniger als Klimapolitik und mehr als nationale Sicherheitspriorität zu betrachten, was der heimischen E‑Auto‑Infrastruktur enorme Dringlichkeit verleiht.
Auch die Analysten an der Wall Street scheinen Laffont in Bezug auf LCID-Aktien zustimmen.
Während die Konsensbewertung für Lucid-Aktien lediglich auf „halten“ steht, deutet das durchschnittliche Kursziel von fast $11 auf ein Aufwärtspotenzial von mehr als 60 % gegenüber dem aktuellen Niveau hin.
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