
Wenn man sich den Aktienkurs von Micron ansieht, sieht es im letzten Jahr relativ stabil aus. Allerdings war die Aktie auch ziemlich volatil. An einem Punkt war sie um über 85 % gestiegen, und nach dem Höchststand im Juni fiel sie um bis zu 40 %.
Die Volatilität beschränkte sich nicht nur auf Micron. Andere Technologieaktien erlitten ein ähnliches Schicksal, insbesondere solche aus der Halbleiterindustrie. Im Fall von Micron kam es jedoch zu einer Überreaktion, weshalb es sich lohnt, einen genaueren Blick auf die Aktie zu werfen.
Trotz dieser Volatilität scheint an den Fundamentaldaten des Unternehmens nicht viel auszusetzen zu sein. Die Ergebnisse des dritten Quartals zeigten eine solide Entwicklung, wobei sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr auf 6,81 Milliarden Dollar fast verdoppelte. Der Ausverkauf war teilweise auf eine Prognose zurückzuführen, die den Analystenschätzungen entsprach, während die meisten Leute eine verbesserte Prognose erwartet hatten.
Mit Nvidia wachsen
Nvidias neueste Blackwell-KI-Systeme nutzen etwa 33 % mehr HBM-Inhalte (High Bandwidth Memory). Dies verschafft Micron einen einzigartigen Vorteil, da es Nvidia HBM zur Verfügung stellt. Mit anderen Worten: Wenn Nvidia wächst, wächst auch Micron.
Microns Kapazitäten für HBM im Jahr 2024 waren bereits vor einigen Monaten ausverkauft. Und auch der Großteil der Lieferungen für 2025 ist bereits gebucht. Dies gibt dem Unternehmen die Preismacht, um vom zukünftigen Wachstum in diesem Segment zu profitieren.
Wachstum im Datenspeichermarkt
Der weltweite Datenspeichermarkt wird derzeit auf knapp 220 Milliarden US-Dollar geschätzt. Vor allem dank generativer KI soll dieser Markt bis 2032 jedoch 774 Milliarden US-Dollar erreichen. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 17,1 % und Micron ist gut aufgestellt, um einen großen Teil dieses Wachstums abzubekommen.
Wie in jedem Marktsegment, das Infrastruktur für KI bereitstellt, ist dieses Wachstum auf Investitionen in Rechenzentren zurückzuführen. Nach Covid suchen Unternehmen nach agilen Möglichkeiten, ihre Daten zu speichern, sodass Rechenzentren bei der Speicherung auf Cloud-Speicheranbieter zurückgreifen.
Darüber hinaus haben generative KI-Modelle Unternehmen dazu veranlasst, ihre Speicherarchitekturen zu überdenken, um die enormen Mengen neuer und komplexer Daten, die entstehen, speichern zu können. All diese Investitionen werden wahrscheinlich zum Wachstum des Datenspeichermarktes beitragen.
Ist die Aktie ein Kauf?
Die Micron-Aktie ist seit ihrem jüngsten Höchststand im Juni um 36 % gefallen. Die Aktie hat sich sicherlich überkorrigiert, was ein Grund dafür ist, warum sie derzeit zu einem viel attraktiveren Kurs bewertet wird.

Auch die Nvidia-Aktie erlebte einen ähnlichen Abschwung, allerdings brauchte die dominierende Chip-Aktie der Branche nicht viel Zeit, um mehr als die Hälfte dieser Verluste wieder auszugleichen.
Die Überkorrektur bringt Micron in eine interessante Position. Auch wenn das Unternehmen nicht Marktführer im Bereich KI ist, dürfte seine Aktie stark steigen, sobald sich zukünftige Investitionen in KI auf das Endergebnis auswirken. Daher ist Micron im aktuellen Szenario ein besserer Kauf als Nvidia.
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