Die Micron-Aktie spürt aktuell sehr viel Gegenwind. Inzwischen belaufen sich die Abschläge zum jüngsten Rekordhoch auf mehr als -25%, was zu einem Rutsch unter die 1.000-US$-Marke geführt. Auch am Mittwoch sieht es nicht gut aus: Vorbörslich verliert der Kurs weitere knapp -6% und könnte damit sogar unter 900 US$ zurückfallen. Ist das der Beginn einer größeren Trendwende oder lediglich eine überfällige Verschnaufpause?

Samsung löst Verkaufswelle aus

Auslöser der jüngsten Schwäche sind die vorläufigen Quartalszahlen von Samsung Electronics. Zwar meldete der südkoreanische Konzern einen kräftigen Gewinnsprung, beim Umsatz blieben die Ergebnisse jedoch lediglich im Rahmen der Erwartungen. Für viele Investoren ist dies ein Warnsignal, da davon ausgegangen wird, dass die Dynamik im Speicherchip-Markt ihren Höhepunkt erreichen haben könnte.

Entsprechend geriet nicht nur Micron unter Druck. Auch SanDisk, Western Digital, Seagate und weitere Speicherwerte wurden kräftig verkauft. Gleichzeitig mehren sich Zweifel, ob die milliardenschweren KI-Investitionen der Hyperscaler dauerhaft in diesem Tempo weiterlaufen werden. Berichte über mögliche Überkapazitäten bei Rechenzentren sorgen für zusätzliche Nervosität.

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Burry geht short – geopolitische Risiken kehren zurück

Für Gegenwind sorgt auch Michael Burry. Der durch „The Big Short“ bekannte Investor machte öffentlich, dass er inzwischen auch gegen Micron wettet. Seine Begründung: Der Speichermarkt sei historisch extrem zyklisch, während die aktuelle Kursentwicklung stark von FOMO geprägt sei. Tatsächlich verweist Burry auf zahlreiche Kursrückgänge von mehr als -30% in den vergangenen Jahrzehnten.

Hinzu kommt ein neuer Unsicherheitsfaktor. Nach Angriffen auf Tankerschiffe in der Straße von Hormus und Vergeltungsschlägen des US-Militärs rückt der Nahe Osten wieder in den Fokus der Kapitalmärkte. US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch das 60-tägige Rahmenabkommen mit dem Iran für beendet. Die Folge: Steigende Ölpreise und neue Inflationssorgen, was weltweit zu eine spürbar höheren Risikoaversion führt.

Fundamentaldaten bleiben beeindruckend

Dennoch sprechen viele Argumente weiterhin für Micron. Das Unternehmen präsentierte zuletzt Rekordzahlen mit einem Umsatz von 41,5 Milliarden US$ und stellte für das laufende Quartal Erlöse von rund 50 Milliarden US$ in Aussicht – deutlich mehr als der Markt erwartet hatte.

Zugleich wächst die Visibilität der künftigen Umsätze. Langfristige Lieferverträge mit KI-Unternehmen und inzwischen auch mit den Autobauern Ford und General Motors sorgen für planbare Erlöse. Hinzu kommen milliardenschwere Investitionen in neue Produktionskapazitäten, um die hohe Nachfrage nach HBM-Speichern bedienen zu können.

Auch die Bewertung wirkt trotz der Kursrallye überraschend moderat. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt für das laufende Geschäftsjahr bei rund 13 und könnte im kommenden Jahr bereits auf etwa 6 sinken.

Analysten bleiben optimistisch – Chart liefert erste Hoffnung

Mehrere Analysten sehen den Rücksetzer daher als Kaufchance. Citi stufte die jüngste Schwäche ausdrücklich als attraktive Einstiegsgelegenheit ein. Auch UBS geht davon aus, dass die aktuelle Korrektur nur vorübergehender Natur ist und verweist auf die weiterhin knappe Versorgung mit DRAM- und HBM-Speichern.

Charttechnisch richtet sich der Blick nun auf die 50-Tage-Linie, die als erste wichtige Unterstützungszone fungiert. Ein erfolgreicher Test dieser Marke könnte erneut Kaufinteresse auslösen – ähnlich wie nach der vorherigen Quartalsbilanz. Schon damals reagierte der Markt zunächst mit Verkäufen, ehe die Aktie in den folgenden Wochen auf neue Rekordhochs stürmte.

Hinzu kommt, dass der überkaufte Zustand in den vergangenen Tagen abgebaut wurde, was charttechnischen Spielraum für eine neue Aufwärtsbewegung schafft.

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Kurzfristig könnte Micron aufgrund der geopolitischen Unsicherheit und der anhaltenden Diskussion über den KI-Zyklus volatil bleiben. Operativ präsentiert sich das Unternehmen jedoch stärker denn je. Rekordgewinne, langfristig abgesicherte Kundenbeziehungen und eine im historischen Vergleich günstige Bewertung sprechen dafür, dass die aktuelle Korrektur eher eine Konsolidierung innerhalb eines intakten Aufwärtstrends ist als das Ende der Wachstumsstory.

Sollte sich die Aktie oberhalb der 50-Tage-Linie behaupten, könnte sich der jüngste Rücksetzer – wie schon nach den vergangenen Quartalszahlen – rückblickend erneut als attraktive Einstiegschance erweisen.

ℹ Micron in Kürze

  • Micron Technology Inc. (WKN: 869020) mit Sitz in Boise im US-Bundesstaat Idaho ist ein weltweit führender Anbieter von Computerspeichern, die in einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz kommen.
  • Hauptprodukte des Technologiekonzerns sind dynamische Random-access Memories (RAM), Flash-Speicher und USB-Flash-Laufwerke.
  • Das Unternehmen ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und an der Börse ca. 1,06 Billionen US$ wert.

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