
Die Aktien von Micron Technology (MU) stiegen am Dienstag um mehr als 8%, nachdem Bank of America ihre positive Einschätzung des Speicherchip-Herstellers bekräftigt hatte. Die Bank argumentierte, die jüngste Schwäche bei Halbleiteraktien stelle eher eine „verbesserte Kaufgelegenheit“ dar als eine Verschlechterung der langfristigen Aussichten des Unternehmens.
Die Rally spiegelte auch die insgesamt verbesserte Stimmung an der Wall Street wider: Der S&P 500 kletterte um rund 1,5% auf ein neues Rekordniveau, nachdem Unternehmen wie Palantir Technologies und Caterpillar positive Quartalszahlen vorgelegt hatten, während fallende Ölpreise die Risikobereitschaft der Anleger zusätzlich stärkten.
Die Bank bestätigte ihre Kaufempfehlung für Micron und bekräftigte ein Kursziel von $1,550, was einen Anstieg von mehr als 72% gegenüber dem aktuellen Kursniveau impliziert.
KI-Nachfrage bleibt der Haupttreiber
In einer Kundenmitteilung schrieb Bank-of-America-Analyst Vivek Arya, Anleger hätten sich zu sehr auf die mögliche künftige Preisdruckgefahr im Speichermarkt konzentriert, obwohl sich die aktuellen Fundamentaldaten weiter verbessern.
Arya räumte ein, dass sich Speicherpreise und Gewinnmargen schließlich normalisieren dürften, sobald ab Mitte 2027 bis 2028 zusätzliche Kapazitäten in den Markt eintreten.
Er argumentierte jedoch, dass der jüngste Ausverkauf eher die Positionierung der Investoren vor einer möglichen Abschwächung widerspiegele als eine bedeutende Verschlechterung der Nachfrage.
„Die Ausgaben der Hyperscaler steigen weiter trotz höherer Komponentenpreise, was auf Preismacht bei Halbleitern/Speichern hindeutet“, schrieb Arya.
Laut der Bank stützt die anhaltende Investitionswelle in künstliche Intelligenz durch große Cloud-Anbieter weiterhin die Nachfrage nach fortschrittlichen Speicherprodukten, insbesondere nach Speicher mit hoher Bandbreite, der in KI-Servern eingesetzt wird.
Bank of America stellte zudem fest, dass die Mietraten für GPUs weiterhin nahe den Rekordhöhen liegen und keines der großen Hyperscale-Cloud-Unternehmen signalisiert habe, dass die Speicherverfügbarkeit KI-Einsätze einschränke.
Das deute, so Arya, darauf hin, dass die Preismacht in der Halbleiter-Speicherbranche intakt bleibe.
Gewinnprognose bleibt robust
Die bullishe These der Bank stützt sich auf ihre Gewinnerwartungen.
Bank of America prognostiziert, dass Micron im Geschäftsjahr 2028 etwa $150 Gewinn je Aktie erzielen könnte.
Selbst unter einem bärischen Szenario, in dem DRAM- und NAND-Preise im Einklang mit früheren Branchenabschwüngen fallen, glaubt die Bank, dass die Gewinne dennoch in der Nähe von $100 je Aktie bleiben könnten.
Das wäre deutlich höher als der bisherige Zyklus-Höchstwert von Micron von rund $12 je Aktie im Jahr 2018.
Laut der Bank wird die Aktie derzeit nur mit etwa dem Acht- bis Neunfachen ihrer prognostizierten Bären-Szenario-Gewinne bewertet, was darauf hindeute, dass Anleger den KI-bezogenen Geschäftsbereichen des Unternehmens, einschließlich des Segments für Speicher mit hoher Bandbreite, nur wenig Wert beimessen.
Bank of America verwies außerdem auf die zunehmende Nutzung langfristiger Liefervereinbarungen, die ihrer Erwartung nach schließlich zwischen 50% und 70% der Branchenkapazität ausmachen könnten.
Solche Vereinbarungen könnten zyklische Abschwünge zwar nicht beseitigen, aber die Preisschwankungen im Vergleich zu früheren Speicherzyklen verringern.
China-Bedenken werden als übertrieben angesehen
Micron war in den vergangenen Wochen erheblicher Volatilität ausgesetzt, da Anleger bezweifelten, ob die aggressive KI-Ausgaben der Hyperscale-Cloud-Anbieter schließlich zurückgehen würden und ob die zunehmende Konkurrenz aus China die Marktposition des Unternehmens schwächen könnte.
Die Sorgen verschärften sich, nachdem der chinesische Speicherchip-Hersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) seinen Börsengang abgeschlossen hatte und Berichte erschienen, wonach das Unternehmen erwäge, in Peking eine zweite DRAM-Fertigungsstätte zu errichten.
CXMT hat seine Präsenz auf dem globalen Speichermarkt rasch ausgebaut.
Laut Counterpoint Research hielt das Unternehmen im ersten Quartal einen Anteil von 8% am globalen DRAM-Markt, verglichen mit nur 3% ein Jahr zuvor.
BofA argumentierte, Chinas CXMT sei weiterhin „keine Bedrohung im Bereich KI“, da das Unternehmen hauptsächlich Commodity-DRAM bediene und nicht High-Bandwidth Memory.
Samsung Electronics, SK Hynix und Micron kommen zusammen weiterhin auf fast 90% des globalen DRAM-Markts und dominieren nach wie vor das fortgeschrittene Segment des High-Bandwidth Memory, das in KI-Anwendungen verwendet wird.
Während Anleger weiterhin vorsichtig bezüglich künftiger Kapazitätserweiterungen sind, glaubt Bank of America, dass der aktuelle Rücksetzer einen attraktiven Einstiegspunkt für Langfristanleger geschaffen habe, die auf anhaltende KI-Infrastrukturinvestitionen und eine nachhaltige Nachfrage nach fortschrittlichen Speicherchips setzen.
Die Micron-Aktie sprang an, nachdem Bank of America ihre Kaufempfehlung bekräftigt hatte und starke KI-Nachfrage, eine robuste Gewinnprognose sowie eine begrenzte Bedrohung durch Chinas CXMT als Gründe nannte.
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