
Meta Platforms Inc. gab bekannt, dass es fast 550.000 Konten in Australien entfernt hat, um die neuen Regeln einzuhalten. Die Maßnahme umfasst mehrere Meta-eigene Plattformen und wurde in einem Unternehmensblogbeitrag veröffentlicht, in dem die erste Reaktion auf die Gesetzgebung dargelegt wurde.
Australiens Entscheidung, Kinder von den Mainstream-Social-Media-Medien auszuschließen, wandelt sich von Gesetzgebung hin zu großflächiger Durchsetzung.
Weniger als einen Monat nach Inkrafttreten des Gesetzes sind die Auswirkungen bereits auf den wichtigsten Plattformen im Land sichtbar.
Meta gab an, etwa 330.000 Nutzer unter 16 Jahren von Instagram, 173.000 von Facebook und 39.000 von Threads zwischen dem 4. und 11. Dezember entfernt zu haben.
Das australische Mindestalter trat offiziell am 10. Dezember in Kraft, obwohl Meta eine Woche zuvor mit der Durchsetzung begonnen hatte.
Die Regierung von Albanese wird voraussichtlich diese Woche Daten veröffentlichen, die zeigen, wie viele junge Australier auf allen betroffenen Plattformen entfernt wurden.
Meta hinterfragt die Wirksamkeit des Banns
In einem über Nacht veröffentlichten Update argumentierte Meta, dass das Verbot das erklärte Ziel der Regierung zur Verbesserung der Jugendsicherheit und des Wohlergehens nicht erreiche.
Das US-amerikanische Unternehmen erklärte, dass die Richtlinie das Risiko birgt, schutzbedürftige Jugendliche zu isolieren und sie in weniger regulierte Online-Räume zu drängen.
Meta kritisierte außerdem die zur Durchsetzung des Gesetzes verwendeten Altersverifikationsansätze und bezeichnete sie als inkonsistent.
Das Unternehmen stellte die zugrundeliegende Begründung der Gesetzgebung in Frage.
“Die Prämisse des Gesetzes, die es untersagt, dass unter 16-Jährige ein Social-Media-Konto besitzen, damit sie nicht einer ‘algorithmischen Erfahrung’ ausgesetzt sind, ist falsch”, sagte Meta in einem Blogbeitrag.
“Plattformen, die es Jugendlichen erlauben, sie weiterhin im ausgeloggten Zustand zu nutzen, nutzen weiterhin Algorithmen, um Inhalte zu bestimmen, die den Nutzer interessieren könnte – wenn auch auf eine weniger personalisierte Weise, die angemessen auf das Alter einer Person zugeschnitten werden kann.”
Trotz seiner Einwände erklärte Meta, weiterhin australisches Recht einzuhalten.
Regierungsziele und regulatorische Sanktionen
Australien hat 2024 seine Mindestaltersgesetze für soziale Medien verabschiedet und positioniert sich damit als einer der weltweit aggressivsten Regulierungsbehörden für den Zugang von Jugendlichen zu sozialen Plattformen.
Die Gesetzgebung soll Kinder vor gezielten Algorithmen und schädlichen Inhalten schützen.
Nach dem Gesetz drohen Unternehmen Geldstrafen von bis zu 50 Millionen australischen Dollar, wenn sie keine “angemessenen Maßnahmen” unternehmen, um zu verhindern, dass unter 16-Jährige Konten halten.
Die Regeln gelten für eine breite Liste von Plattformen, darunter Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok, X, YouTube, Reddit, Twitch, Threads und Kick.
Die eSafety Commission, die die Durchsetzung überwacht, hat gewarnt, dass zusätzliche Plattformen hinzugefügt werden könnten, wenn sie die Kriterien für die Aufnahme erfüllen.
Der Rahmen enthält jedoch Ausnahmen für Dienstleistungen, bei denen Glücksspiel, Gesundheit oder Bildung die vorherrschende Nutzung sind.
Plattformen können verschiedene Methoden zur Verifizierung des Alters der Nutzer einsetzen, darunter von der Regierung ausgegebene Identifikation, Gesichtsaltersschätzung und Altersableitungstechnologien.
Meta forderte die australische Regierung auf, enger mit Technologieunternehmen an alternativen Lösungen zusammenzuarbeiten, anstatt sich auf pauschale Verbote zu verlassen.
“Wir fordern die australische Regierung auf, konstruktiv mit der Industrie zusammenzuarbeiten, um einen besseren Weg nach vorne zu finden, etwa indem sie die gesamte Industrie dazu anreizt, den Standard für sichere, datenschutzschützende, altersgerechte Online-Erfahrungen zu erhöhen, anstatt pauschale Verbote zu bieten.”
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