Die LVMH-Aktie hält sich derzeit mit Mühe knapp über der Kursmarke von 450 €. Ein Ausbruch über 500 € scheint dem französischen Luxusgüterkonzern aber nicht mehr zu gelingen. Zieht Luxus an der Börse einfach nicht mehr? Was sagen die jüngsten Quartalszahlen?

Kein Wachstum mehr

Die von LMVH vorgelegten Quartalszahlen sorgten an der Börse für wenig Begeisterung. Zu Recht, denn eine Besserung der Geschäftsentwicklung ist nicht in Sicht.

Der Umsatz ging im ersten Quartal des Jahres um 6% gegenüber dem Vorjahr auf 19,1 Milliarden € zurück. Damit verfehlt der Luxusgüterkonzern die Erwartungen der Analysten in Höhe von 19,6 Milliarden €. Der guten Ordnung halber muss aber erwähnt werden, dass der Umsatzrückgang fast ausschließlich auf negative Wechselkurseffekte zurückzuführen ist, die die Franzosen rund 1,4 Milliarden € kosteten.

Das organische Wachstum lag in den ersten drei Monaten des Jahres bei 1%. Aber auch diese Steigerung reichte nicht an die Markterwartung von 1,5% heran.

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Die Kernsparte schwächelt

Gut entwickelte sich das Geschäft mit Uhren und Schmuck, das mit 7% gegenüber dem Vorjahr zulegte. Vor allem die Marke Tiffany glänzte mit einer starken Performance.

Erstaunlicherweise konnte auch die Sparte Wein und Spirituosen um 5% zulegen. Sie profitierte von stabilen Champagner-Absätzen in Europa und einem positiven Kalendereffekt durch das chinesische Neujahrsfest, das die Cognac-Verkäufe ankurbelte.

Der selektive Einzelhandel (Sephora) generierte ein leichtes Wachstum von 4% und der Umsatz mit Parfüms und Kosmetik blieb stabil. Sorgenkind von LVMH ist derzeit ausgerechnet die ikonische Kernsparte Mode und Lederwaren. Sie musste einen Umsatzverlust von 2% hinnehmen.

Regional ergab sich ein sehr heterogenes Bild. Während Asien (ohne Japan) und die USA mit Wachstumsraten von 7 bzw. 3% die wichtigsten Umsatztreiber zum Jahresbeginn waren, schwächelte das Geschäft des Luxusgüterriesen in Europa und Japan. Hier gingen die Umsätze leicht zurück.

Im freien Fall

Das Chartbild der LVMH-Aktie sieht äußerst düster aus. Seit Jahresbeginn befindet sie sich im freien Fall.

Vor einer Woche sah es danach aus, als könnte eine Trendwende bei 500 € gelingen. Nun scheint der Luxustitel abermals das 6-Monatstief bei 455 € zu testen.

Nicht einmal die Dividende zieht mehr

Wie in meiner letzten Analyse im Januar spreche ich auch diesmal keine Kaufempfehlung für die LVMH-Aktie aus. Die Wachstumsgeschichte des Luxusgüterkonzerns ist endgültig zu Ende erzählt. Seit 2023 gehen die Umsätze der Franzosen zurück und auch 2026 scheint sich das Blatt nicht zu wenden.

Was für den Umsatz gilt, wiederholt sich auch beim Gewinn. Mit einem Forward-KGV von 19 ist die mir die LVMH-Aktie für einen so wachstumsschwachen Konzern mit rückläufigen Gewinnen einfach zu teuer.

Hinzu kommt, dass sich kein Licht am Ende des Tunnels zeigt. Das Wirtschaftswachstum in China geht dauerhaft zurück. Der Nahe Osten ist derzeit kein guter Markt für Luxusgüter. Und andere Märkte können die Schwäche dieser Wachstumsregionen nicht kompensieren.

Nicht einmal für Dividendenanleger ist die LMVH-Aktie in meinen Augen noch ein interessanter Pick. In der Vergangenheit war der französische Konzern aufgrund seiner enorm hohen Dividendensteigerungen ein enorm attraktives Investment.

Diese Zeiten sind allerdings vorbei. 2023 und 2024 steigerte LMVH seine Gewinnausschüttung nur noch um 4%. 2025 gab es gar keine Erhöhung der Dividende mehr. Und auch 2026 sieht es nicht nach einem Dividendensteigerung aus.

Richtig gute Dividendenwerte findest Du übrigens in unseren Top 10 Dividenden Picks 2026.

ℹ LVMH in Kürze

  • LVMH (WKN: 853292) ist der mit Abstand größte und bedeutendste Luxuskonzern der Welt. Der französische Traditionskonzern mit Sitz in Paris hält die Rechte an 75 der führenden Luxusmarken der Welt.
  • Zum Markenuniversum von LVMH gehören etwa die Modemarken Fendi, Givenchy, Kenzo und Marc Jacobs, die Koffermarke Rimowa, die Parfum- und Kosmetikmarken Acqua die Parma und Christian Dior Parfums, die Uhren- und Schmuckmarken Hublot, TAG Heuer, Tiffany und Zenith sowie die Ursprungsmarken Louis Vuitton und Moët Hennessy.
  • LVMH vertreibt seine Produkte in rund 5.000 Geschäften in 80 Ländern weltweit.
  • Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 234 Milliarden € ist LVMH der fünftwertvollste Konzern Europas.

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