Die Lage bei dem Luftfahrtkonzern Lufthansa hängt weiterhin von der jeweiligen Situation im Iran-Konflikt ab. Zuletzt konnte die Lufthansa-Aktie sich von dem starken Kursrückgang im März teilweise wieder erholen. Am Mittwoch gewinnt sie aktuell +2,5% und steht bei 8,30 €. Wie sind die weiteren Aussichten?
Nahost: Hoffnung auf Deeskalation stützt Sektorstimmung
Aussagen von US-Präsident Donald Trump auf Truth Social deuten auf Fortschritte in Gesprächen über ein mögliches Rahmenabkommen mit dem Iran hin. Auch US-Außenminister Marco Rubio signalisiert Verhandlungsfortschritte.
In den vergangenen Wochen mehrten sich Hinweise auf eine diplomatische Annäherung der USA. Mehrfach wurden Fristen verlängert. Eine nachhaltige Entspannung würde insbesondere Airlines und Tourismuswerte stützen.
Ein zentrales Thema bleibt die Straße von Hormus. Eine mögliche Öffnung könnte zu sinkenden Öl-, Diesel- und Kerosinpreisen führen und damit die Kostenbasis der Branche entlasten. Gleichzeitig wäre mit einer höheren Reiseaktivität zu rechnen.
Die Lage bleibt jedoch volatil. Berichte über erneute US-Angriffe auf Ziele im Iran führten zuletzt zu erhöhter Risikoaversion und Druck auf Tourismuswerte.
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Ertrag deutlich verbessert
Ein zentrales Problem des Konzerns ist die geringe Profitabilität. Geopolitische Unsicherheiten, höhere Kerosinpreise, Streiks sowie eine schwächere Nachfrage nach Flügen führten im vergangenen Jahr zu Verlusten.
In den ersten drei Monaten reduzierte sich der bereinigte EBIT-Verlust um 110 Millionen € auf 612 Millionen €. Der Nettoverlust sank um 220 Millionen € auf 665 Millionen €. Hier wirkte sich das konsequente Kostenmanagement positiv aus.
Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 8% auf 8,7 Milliarden € und erreichte damit einen neuen Rekordwert für ein erstes Quartal. Das Servicegeschäft im Segment Technik verbesserte sich von 2 auf 2,3 Milliarden €. Mit einem bereinigten EBIT von 158 Millionen € lieferte dieses Segment einen stabilen Ergebnisbeitrag.
Der Iran-Konflikt wirkte sich dabei zweigeteilt aus: Zwar belasteten höhere Kerosinpreise das Ergebnis, diese konnten jedoch durch ein höheres Frachtaufkommen sowie eine stärkere Nachfrage nach anderen Reisezielen teilweise kompensiert werden.
Till Streichert, Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa, kommentierte die Lage wie folgt:
Wir sind zufrieden mit dem ersten Quartal. Gleichzeitig zwingt uns die aktuelle Situation, konsequent alle Stellhebel zu prüfen, mit denen wir Kosten senken, Effizienzen steigern und Risiken reduzieren können, um weiterhin bestmöglich handlungsfähig zu bleiben.
Ausblick beibehalten
Der Konzern bestätigt die Prognose für das Geschäftsjahr. Erwartet wird ein bereinigtes EBIT deutlich über dem Vorjahreswert von 2 Milliarden €. Für das zweite Halbjahr wird eine Ergebnisverbesserung in Aussicht gestellt.
Das aktuelle Kursniveau bietet aus meiner Sicht nur begrenztes Aufwärtspotenzial. Vieles hängt vom weiteren Verlauf des Iran-Konflikts ab. Steigende Kerosinpreise lassen sich nicht unbegrenzt durch Kostensenkungen kompensieren. Zudem könnten neue Streiks das Geschäft belasten.
Die Analysten sind uneins: Eine vorsichtige Fraktion sieht den fairen Wert im Durchschnitt bei etwa 7,50 €. Die DZ Bank mit 9 € und die UBS ebenfalls mit 9,40 € sehen hingegen noch Potenzial.
Für die Aktie spricht vor allem die attraktive Dividendenrendite von derzeit rund 4%. Die Aktie dürfte sich weiter seitwärts bewegen.
Passend dazu: Während viele nur auf die Dividendenrendite schauen, bieten einige Titel derzeit beides – regelmäßige Ausschüttungen und deutliches Aufwärtspotenzial. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten für das kommende Jahr.
Lufthansa in Kürze
- Mit einer Flottengröße von über 700 Flugzeugen und mehr als 200 Flugzielen in der ganzen Welt zählt die Lufthansa zu den zehn größten Fluggesellschaften der Welt.
- Zur Lufthansa-Gruppe gehören auch die Fluggesellschaften Austrian, Brussels Airlines, Air Dolomiti, Eurowings und Swiss.
- Seit Januar 2025 hält die Lufthansa auch eine 41%-Beteiligung an ITA Airways. Eine vollständige Übernahme der italienischen Staatsfluglinie ist geplant.
- Die Lufthansa ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und 10 Milliarden € wert.
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