Die LPKF Laser-Aktie bricht am Donnerstagvormittag um -8% ein und setzt damit ihre seit einem Monat anhaltende Talfahrt fort. Innerhalb der letzten vier Wochen hat der Laserspezialist atemberaubende -45% seines Börsenwerts verloren. Was steckt hinter der miserablen Kursentwicklung und sollten Anleger nun in dieses fallende Messer greifen?

Miserable Halbjahreszahlen

Auslöser für den heutigen Einbruch der LPKF Laser-Aktie war der am Morgen vorgelegte Finanzbericht für das erste Halbjahr 2026, der eine deutliche operative Schwäche und einen massiven Umsatzeinbruch offenbart. Der Umsatz brach im Zeitraum Januar bis Juni um 38,3% auf 36,5 Millionen € ein. Allein im zweiten Quartal sackte der Umsatz von 33,8 Millionen € im Vorjahr auf nur noch 19,3 Millionen € ab.

Das operative Ergebnis rutschte im ersten Halbjahr tief in die Verlustzone auf -14,1 Millionen €. Im Vorjahreszeitraum lag es bei -1,7 Millionen €. Bereinigt um Sonder- und Restrukturierungsaufwendungen betrug das EBIT bei -10,4 Millionen €. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von -7,2 Millionen €, nach einem Gewinn von 1,35 Millionen € im ersten Halbjahr 2025.

Der massive Umsatz- und Gewinneinbruch ist im Wesentlichen auf das Solarsegment zurückzuführen. Solarkunden halten ihre Investitionen massiv zurück, da der von LPKF erwartete Technologiewechsel hin zu Perowskit-Solarzellen bislang ausgeblieben ist. Die Neuaufträge halbierten sich im ersten Halbjahr nahezu auf 19,9 Millionen €.

Ein Wermutstropfen

Einziger Wermutstropfen bei diesen miserablen Halbjahreszahlen war die Anhebung der Prognose für das LIDE-Potenzial. LPKF hob die Schätzung des Total adressable markets für seine neuartige Technologie für die Halbleiterproduktion bis 2030 von bislang 0,5 auf nunmehr 1,7 Milliarden € an.

Dem Markt fehlen jedoch aktuell noch konkrete Großaufträge, um den Ausfall im Solarsegment kurzfristig zu kompensieren. Zuletzt gab es nur einen Auftrag eines führenden Spezialglasherstellers zur Qualifizierung der Technologie und einer Universität zur Demonstration von Glassubstraten in der Halbleiteranwendung.

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Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das LPKF-Management mit einem Umsatz zwischen 105 und 120 Millionen €, also voraussichtlich etwas unter dem Vorjahresniveau. Die Prognose für die bereinigte EBIT-Marge ist mit -3,0 bis 4,5% extrem breit.

Der reinste Horror

Das Chartbild der LPKF Laser-Aktie war zuletzt der reinste Horror. Seit einem Monat befindet sich der Kurs im freien Fall und hat sich nahezu halbiert. Sollte diese Woche noch das 3-Monatstief bei 14,60 € unterschritten werden, dürfte sich diese dramatische Talfahrt noch fortsetzen.

Ein Ding der Unmöglichkeit

Eine faire Bewertung der LPKF Laser-Aktie ist derzeit fast ein Ding der Unmöglichkeit. Die Zukunftsmusik des Laserherstellers kommt fast ausschließlich aus der Chipbranche und nicht aus dem schwächelnden Kerngeschäft der Solarindustrie.

Ob sich die LIDE-Technologie allerdings durchsetzen wird, kann Stand heute noch niemand mit Sicherheit sagen. Dementsprechend groß ist die Unsicherheit rund um den Aktienkurs.

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Die LPKF Laser-Aktie bleibt weiterhin einer der interessantesten, aber auch spekulativsten deutschen Technologiewerte. In den kommenden Monaten könnte es erste Signale geben, wie die serienreife LIDE-Technologie von der Halbleiterbranche aufgenommen wird.

Wann genau das passiert wird und mit welchem Ergebnis, steht allerdings nicht fest. Wer in dieses fallende Messer greift, braucht sehr ruhige Hände und starke Nerven.

ℹ LPKF Laser in Kürze

  • LPKF Laser & Electronics SE (WKN: 645000) , kurz LPKF, ist ein international tätiges Technologieunternehmen. Es stellt Maschinen und Lasersysteme zur Bearbeitung von Mikromaterial her, insbesondere Leiterplatten. Die Maschinen des Unternehmens kommen in der Automobilindustrie, bei der Elektronikfertigung, in der Medizintechnik und dem Solarbereich vor.
  • Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich im niedersächsischen Garbsen. Über Vertriebsgesellschaften ist das Unternehmen in 70 Ländern tätig.
  • LPKF Laser ist Mitglied im SDAX-Index und aktuell ca. 370 Millionen € wert.

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