Erst am gestrigen Dienstag kletterte die KWS Saat-Aktie fast auf ein neues Allzeithoch, doch am Mittwochmorgen ist der Saatguthersteller mit einem herben Kursverlust von zwischenzeitlich -10% das klare Schlusslicht im SDAX. Was steckt hinter dem Mini-Crash und ist er eine gute Kaufgelegenheit für die KWS Saat-Aktie?
Maue Zahlen, mauer Ausblick
Die KWS-Saat-Aktie fällt heute wegen der veröffentlichten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr, das zur Jahresmitte endete, und des Ausblicks auf das neue GJ. Der Markt hatte sich offenbar deutlich mehr operative Dynamik erwartet.
Im Geschäftsjahr 2025/26 sank Umsatz des Saatgutkonzerns um 3% auf 1,63 Milliarden €. Auch das bereinigte EBITDA fiel um 2% auf 343 Millionen €.
Hauptgrund für den Umsatz- und Gewinnrückgang war ein schwaches Kerngeschäft. Besonders das Segment Zuckerrüben litt unter deutlich kleineren Anbauflächen. Aber auch bei Mais erlitt KWS Umsatzeinbrüche.
Der Konzerngewinn aus fortgeführten Aktivitäten stieg jedoch von 140,0 Millionen im vorherigen GH auf 158,4 Millionen €. Dementsprechend erhöhte sich der Gewinn je Aktie auf 4,80 €, verfehlte damit aber den Analystenkonsens von 5,57 €.
Eine Enttäuschung war auch der Ausblick auf das laufende GJ 26/27. KWS Saat erwartet lediglich ein organisches Umsatzwachstum von 3% und eine EBITDA-Marge von 19 bis 20%. Das ist keine Verbesserung gegenüber der letztjährigen Marge von 19,3%.
Einziger Wermutstropfen für Anleger: Die Dividende von KWS Saat wird um 0,05 € auf 1,30 € je Aktie steigen.
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Zurück in den Seitwärtstrend
Die KWS Saat-Aktie fällt heute Morgen zwischenzeitlich auf ihren Support bei 70 € zurück, kann sich davon allerdings gleich wieder erholen. Ich gehe davon aus, dass sich der Kurs in den kommenden Wochen wieder im Seitwärtskorridor von Juli und August zwischen 70 und 75 € auf und ab bewegen wird.
Nur was für Dividendenanleger
Das durchschnittliche Kursziel der Analysten für die KWS Saat-Aktie liegt derzeit bei 85 €. Das bedeutet ein Upside von ca. +20% gegenüber dem aktuellen Kursniveau.
Ich sehe dieses Upside nicht. Mit einem Forward-KGV von knapp 14 ist mir die KWS Saat-Aktie auch nach dem heutigen Kursrutsch noch zu teuer.
Es handelt sich schließlich um ein Unternehmen, das organisch fast gar nicht mehr wachsen kann und auch bei der Marge kein weiteres Potenzial besitzt. Die Börsenbewertung preist meiner Meinung nach ein zu hohes Umsatz- und Gewinnwachstum ein.
Lediglich für Dividendenanleger kommt die KWS Saat-Aktie meiner Einschätzung nach für ein Investment infrage. Die Dividendenrendite von 1,8% ist zwar nicht sonderlich hoch, dafür aber das langjährige Dividendenwachstum. In den letzten fünf Jahren hat der Saatgutkonzern seine Gewinnausschüttung im Schnitt um 12% gesteigert.
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Anleger, die auf weitere Kurssteigerungen aus sind, werden meiner Überzeugung nach von der KSW Saat-Aktie enttäuscht werden. Zu hoch ist die Bewertung auf dem aktuellen Niveau.
Anleger, die hingegen auf ein passives Einkommen durch Dividenden setzen, finden im SDAX-Wert hingegen ein interessantes Investment und können das gesunkene Kursniveau für einen Einstieg nutzen.
KWS Saat in Kürze
- Die KWS Saar ist ein führender Saatgutspezialist mit einem breiten Kulturpflanzenportfolio. Neben dem reinen Handel bietet das Unternehmen auch Beratungen für die Landwirte an.
- Neben dem Hauptsitz im niedersächsischen Einbeck ist der Konzern mit rund 70 Standorten weltweit tätig.
- Die Aktie ist im SDAX gelistet und wird aktuell mit rund 2,4 Milliarden € bewertet.
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