Der Kupferpreis bleibt in der neuen Woche volatil, nachdem er seine erste Wochenverluste seit fünf Wochen verzeichnete. Ein Anstieg der US-Importe und nachlassende Wetten auf eine Zinsanhebung im September stützen das rote Metall. Allerdings haben steigende Lagerbestände und anhaltende wirtschaftliche Unsicherheiten die Gewinne gedämpft. In der neuen Woche werden der US-Dollar, Inflationsdaten, die Rede des Fed-Vorsitzenden und die allgemeine Marktstimmung die wichtigsten Markttreiber sein. 

Kupferpreis bleibt innerhalb einer Spanne angesichts gegensätzlicher Indikatoren

Der Kupferpreis war in den jüngsten Sitzungen hoch volatil, da Anleger weiterhin die maßgeblichen Markttreiber abwägen. Einerseits stützen Versorgungsängste und starke Exporte die langfristig bullische Perspektive. 

Förderunterbrechungen bei Top-Produzenten wie Chile zusammen mit positiven Nachfrageerwartungen haben dem roten Metall konstanten Rückhalt gegeben. Zudem hat der Anstieg der US-Kupferimporte zur bullischen Stimmung beigetragen.

Im Juli ließen US-Importeure über 200.000 Tonnen des roten Metalls einführen; der höchste Monatsimport seit 12 Jahren. Zusätzlich zu den bereits in Comex-Lagern und anderen Lagerstätten befindlichen Volumina übersteigt der Bestand des Landes nun 1 Mio. Tonnen. Die Lagerbestände wurden größtenteils in der Erwartung aufgebaut, dass die Regierung Trump Abgaben auf raffinierte Kupferimporte verhängen könnte. 

Während Anleger hinsichtlich möglicher Zölle vorsichtig bleiben, hat das Weiße Haus noch keine Ankündigung zu diesem Thema getroffen. Tatsächlich ist die im Juni gesetzte Frist für die Empfehlung des US-Handelsministeriums bereits verstrichen. 

Zusätzlich haben die gestiegenen Kupferlagerbestände in UK- und China-Lagern den Preisdruck auf Kupfer weiter abgeschwächt. Dies kommt zusätzlich zur deutlichen Verengung der LME-Backwardation.

Letzte Woche stiegen die „on-warrant“-Kupferbestände in Europa, den USA und Asien um 63.000 Tonnen; das entspricht einem Anstieg von über 50 %. In LME-Lagern erhöhten sich die Bestände um 28.000 Tonnen, da zuvor stornoierte Bestände wieder warrantiert wurden. Die Lagerbestände in mit der Shanghai Futures Exchange verbundenen Lagern stiegen in der vergangenen Woche ebenfalls um nahezu 30 %.

Der Zustrom zeigt, wie schnell ein Kupferpreisanstieg die Bestände wieder an die Börsen zurückführen kann. Während die kurzfristige Knappheit nachgelassen hat, werden Anleger auf die Bestandsentwicklung an der LME und der Shanghai Futures Exchange achten, um Hinweise auf die Preisentwicklung zu erhalten. 

Darüber hinaus dürfte der Markt auf die Rede des Fed-Vorsitzenden und die Entwicklung des US-Dollars im Kontext der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten reagieren. Als konventioneller wirtschaftlicher Indikator bewegt sich „Dr. Copper“ im Einklang mit der globalen Konjunkturlage. Insbesondere die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die schwere Krise auf Chinas Immobilienmarkt beeinflussen weiterhin die Kupferpreisbewegungen. 

Am Montag erholte sich der US-Dollar vom Ende der Vorwoche erreichten Drei-Monats-Tief vor dem PCE-Preisindex für Juli. Nachlassende Wetten auf eine Zinsanhebung im September belasten den Greenback und stützen zugleich Kupfer und andere dollarbewertete Anlageklassen. 

Technische Analyse: COMEX-Kupferpreise

Die COMEX-Kupfer-Futures gaben am frühen Montag leicht nach und setzten damit die in der vergangenen Woche beobachtete Volatilität fort. Zu Beginn der Vorwoche stieg der Kupferpreis auf seinen höchsten Stand seit über einer Woche bei $6,75 pro Pfund. Trotz des Wochenverlusts hielt das rote Metall oberhalb des kurzfristigen 25-Tage-EMA und des mittelfristigen 50-Tage-EMA, wie in der Tagesgrafik ersichtlich. Bemerkenswert ist, dass die monatelange Aufwärtstrendlinie weiterhin die Kursbewegungen prägt.

In den folgenden Sitzungen dürften die gemischten Indikatoren die Konsolidierungsphase aufrechterhalten. Tatsächlich deutet ein RSI von 55 auf kurzfristig wahrscheinlichen Range-Handel hin. 

Bei erhöhter Volatilität könnte der Kupferpreis weiterhin nahe dem 25-Tage-EMA bei $6,50 Unterstützung finden. Damit fungiert die bullische Trendlinie als wichtiger technischer Indikator für die kurzfristige Kursentwicklung des roten Metalls. Ein Rückgang unter diese Zone würde voraussichtlich zu einer Abprallbewegung an der stabilen Unterstützung entlang des 50-Tage-EMA bei $6,43 führen. 

Auf der Oberseite ist $6,65 ein zu beobachtendes Widerstandsniveau. Weitere Zugewinne dürften bei $6,71 gebremst werden.  

The post Kupferpreis-Analyse vor US-Inflationsdaten und Rede des Fed-Vorsitzenden appeared first on Invezz