
Vor rund drei Wochen durchbrach der Comex-Kupferpreis die Aufwärtstrendlinie, die seine Bewegungen seit Anfang August 2025 geprägt hatte. Während der langfristige Nachfrageausblick für Kupfer positiv bleibt, trüben die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten die kurzfristige Perspektive.
Ein stärkerer US-Dollar und gestiegene Inflationssorgen belasten Dr. Copper, der als Barometer des globalen Wirtschaftswachstums gilt. In der feiertagsverkürzten Woche werden Anleger nach Hinweisen zum Inflationsgeschehen aus den US-CPI-Daten und dem Fed-Protokoll suchen.
US‑Iran‑Krieg schmälert langfristig positives Bild
Der Kupferpreis startete das Jahr stark, da die Zuversicht in das globale Wachstum seine Gewinne stützte. Ende Januar 2026 notierte das Metall auf einem Allzeithoch, mit Comex-Futures bei $6.57 pro Pfund. Seitdem ist es um etwa 15% gefallen.
Auf der einen Seite bleibt der langfristige Nachfrageausblick für Kupfer positiv. Von der Elektrifizierung über erneuerbare Energien bis hin zu KI-Datenzentren dürften erhöhte Nachfrage und Angebotsengpässe das Metall 2026 in ein deutliches Defizit treiben. Allein KI-Datenzentren werden in diesem Jahr voraussichtlich nahe 500,000 metrische Tonnen Kupfer verbrauchen. Gleichzeitig ist die Lieferkette weiterhin fragil.
Selbst mit diesem positiven Ausblick haben die Unsicherheiten aus dem anhaltenden US‑Iran‑Krieg das Aufwärtspotenzial von Dr. Copper gedämpft. Zu Beginn hat die Blockade der wichtigen Straße von Hormus die Rohölpreise in den dreistelligen Bereich getrieben. Der daraus resultierende Energieschock befürchten Anleger als Rezept für eine Rezession und eine verlangsamte wirtschaftliche Aktivität.
Außerdem haben die gestiegenen Inflationssorgen die Wetten darauf erhöht, dass die Fed und andere große Zentralbanken die Zinsen nicht weiter senken werden. Die restriktivere Erwartung hat den US-Dollar gestärkt und belastet das in Dollar gehandelte Kupfer.
In der kommenden Woche werden Anleger nach Anhaltspunkten zum Inflationsgeschehen suchen. Im Fokus stehen dabei das Fed-Protokoll sowie die US-CPI-Daten, die planmäßig jeweils am Mittwoch bzw. Freitag veröffentlicht werden.
Während der jüngsten FOMC-Sitzung Mitte März beließ die US-Notenbank die Zinssätze unverändert. In seiner Rede räumte der Fed-Vorsitzende die Unsicherheiten ein, die sich aus dem Konflikt im Nahen Osten ergeben, sowie dessen langfristige Auswirkungen auf die US-Wirtschaft. Vor dem Hintergrund des Energieschocks könnte die Inflation von 2.4% noch eine Weile erhöht bleiben.
Die gestiegenen Inflationssorgen könnten den US-Dollar weiter stärken und Kupfer für Käufer mit Fremdwährungen teurer machen. Zudem belasten sie die kurzfristige Nachfrageperspektive.
Technische Analyse: Comex-Kupferpreis

Der Kupferpreis verzeichnete seine zweite Woche in Folge mit Zugewinnen, obwohl die Verluste im März seine siebenmonatige Gewinnserie beendeten. Ein stärkerer US-Dollar und die Unsicherheiten aus dem US‑Iran‑Krieg dämpfen das Aufwärtspotenzial. Tatsächlich fehlte dem Metall genug bullishe Dynamik, um einen Anstieg über die zuvor stabile Unterstützungszone bei $5.70 aufrechtzuerhalten. Damit notiert es unter dem kurzfristigen 25-Tage-EMA und dem mittelfristigen 50-Tage-EMA. Zudem handelt es weiterhin unter der Aufwärtstrendlinie, die seine Kursbewegungen seit Mitte 2025 geprägt hat.
In der kommenden Woche dürfte der Kupferpreis unter Druck bleiben, da die Konflikte im Nahen Osten die kurzfristige Nachfrageperspektive belasten. In der feiertagsverkürzten Woche könnte er weiterhin am 50-Tage-EMA bei $5.69 auf Widerstand stoßen.
Ein Ausbruch über dieses Niveau würde voraussichtlich die Gewinne entlang des Konvergenzpunkts der beiden Indikatoren bei $5.75 begrenzen. Andererseits würde ein Rückgang unter die aktuelle Unterstützungszone bei $5.50 das nächsttiefere Niveau von $5.46 aktivieren.
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