SK Hynix-Logo vor der Halbleiterfertigungsanlage des Unternehmens.

Der Kospi-Index schwankte in den letzten Tagen, da die Volatilität im Halbleitermarkt anhält. Am Montag notierte er bei 6.736 Punkten, deutlich unter dem Jahreshoch von 9.387 Punkten. Dieser Beitrag beleuchtet einige der wichtigsten Katalysatoren für den Index in dieser Woche.

Kospi reagiert auf Entscheidung der südkoreanischen Zentralbank

Einer der zentralen Katalysatoren für den Index kommt aus Südkorea: Die Zentralbank wird ihre Zinsentscheidung am Donnerstag dieser Woche bekannt geben. Diese Entscheidung fällt in eine Phase, in der Inflationsbedenken bestehen, da der Tech-Boom zu höheren Löhnen führt.

Die jüngsten Zahlen zeigten, dass die Gesamtinflation im Juli um 2.8% gestiegen ist, niedriger als die erwarteten 3.0%. Die Kerninflation hingegen verzeichnete den größten Anstieg seit über zwei Jahren, was Befürchtungen schürt, die Zentralbank könne erneut die Zinsen anheben. Bei ihrer letzten Sitzung hatte sie die Zinsen zur Eindämmung der Inflation auf 2.75% erhöht. In einer aktuellen Notiz sagte ein Analyst :

„Obwohl sich das noch nicht in den Daten zeigt, sehen wir Anzeichen dafür, dass es künftig zu nachfragegetriebener Inflation kommen könnte. Die Zentralbank könnte abwarten, wenn die Inflation stabil bei rund 2% bliebe, doch jetzt, da die Inflation bereits bei rund 3% liegt, kann sie einen Schritt nach vorn machen.“

Eine weitere Zinsanhebung könnte Auswirkungen auf südkoreanische Aktien haben, die in Phasen niedriger Zinsen aufblühen.

Konflikt zwischen USA und Iran könnte eskalieren

Ein weiterer wichtiger Katalysator für den Kospi diese Woche ist das Risiko einer Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran. Die USA haben angedeutet, dass sie eine deutliche Ausweitung der Sanktionen ankündigen könnten, um die Iraner an den Verhandlungstisch zu bringen. 

Der Iran hat seinerseits ebenfalls mit einer Eskalation gedroht. Er warnte die VAE davor, die bilateralen Handelsbeziehungen einzuschränken, da dies die Wirtschaft des Landes treffen würde.

Zudem steht Iran unter Druck, da mehr Barrel Öl die Straße von Hormus passieren. Das erklärt, warum die Rohölpreise unter Druck blieben, wobei Brent und der West Texas Intermediate (WTI) auf $91 bzw. $85 gefallen sind.

Nvidia-Gewinnbericht

Der bevorstehende Nvidia-Gewinnbericht am Mittwoch wird Auswirkungen auf südkoreanische Aktien haben, wegen seiner Rolle im Boom der künstlichen Intelligenz. Analysten erwarten, dass der Umsatz im zweiten Quartal nahezu doppelt so hoch ausfiel und über $92 billion lag. Die Prognose für das dritte Quartal wird auf $103 billion geschätzt.

Starke Nvidia-Zahlen würden positiv für den Kospi sein, da Nvidia ein wichtiger Kunde der beiden größten im Index enthaltenen Firmen, SK Hynix und Samsung, ist. SK Hynix ist der größte HBM-Lieferant für Nvidia. 

Technische Analyse des Kospi-Index

Kospi-Index-Chart | Quelle: TradingView

Die technischen Indikatoren deuten darauf hin, dass sich der Kospi-Index in den kommenden Tagen oder Monaten erholen könnte. Er hat bereits den 200-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA) überschritten. 

Außerdem hat sich der Index aus dem absteigenden Kanal bewegt, der seit dem 19. Juni dieses Jahres gebildet wurde. Die beiden Linien des MACD steigen weiterhin und stehen kurz davor, die Nulllinie zu kreuzen. 

Deshalb dürfte der Index kurzfristig weiter steigen. Sollte dies eintreten, könnte er in naher Zukunft die psychologische Marke von 8.000 Punkten erreichen. 

The post Kospi-Ausblick: Top-Katalysatoren für südkoreanische Aktien diese Woche appeared first on Invezz