Rüstungsaktien stehen derzeit an den Börsen unter Druck. Das deutsch-französische Unternehmen KNDS reagiert darauf und verschiebt seinen geplanten Börsengang. Wie geht es nun weiter?
Börsengang verschoben
Die Vorbereitungen für den Börsengang galten weitgehend als abgeschlossen. Ursprünglich sollte die Erstnotiz noch im Juli erfolgen. Nun wurde der Börsengang jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben.
Hintergrund ist das deutlich eingetrübte Börsenumfeld für Rüstungsaktien. Als Vergleich dient vor allem Rheinmetall. Während der Planungsphase des Börsengangs notierte die Aktie zeitweise bei rund 2.000 €. Inzwischen hat sich die Stimmung im Sektor deutlich eingetrübt und der Kurs fiel zwischenzeitlich unter die Marke von 1.000 €.
Unter diesen Bedingungen dürfte die von den Eigentümern angestrebte Bewertung nur schwer durchsetzbar gewesen sein. Da die bisherigen Anteilseigner nicht unter Verkaufsdruck stehen, können sie den Börsengang auf einen günstigeren Zeitpunkt verschieben.
Wann der Börsengang nachgeholt wird, ist derzeit offen. Frühestens erscheint ein Termin im Herbst realistisch.
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Kleinanleger müssen weiter warten
Nach den bisherigen Informationen war für den Börsengang eine besondere Struktur vorgesehen.
Demnach sollten zunächst vor allem staatliche und institutionelle Investoren Anteile erwerben. Ein größerer Streubesitz für Privatanleger wäre voraussichtlich erst im Anschluss über den Börsenhandel entstanden.
Durch die Verschiebung müssen private Anleger nun zunächst weiter auf eine Investitionsmöglichkeit warten.
Bewertung
Aus Sicht der bisherigen Eigentümer ist die Verschiebung nachvollziehbar. In einem schwachen Marktumfeld wäre die angestrebte Bewertung wahrscheinlich nur schwer erreichbar gewesen. Nach Medienberichten lagen die Preisvorstellungen einiger institutioneller Investoren unter den Erwartungen der Verkäufer. Eine niedrigere Unternehmensbewertung wollten die Eigentümer offenbar nicht akzeptieren.
Für Privatanleger wäre ein Börsengang zum aktuellen Marktumfeld möglicherweise sogar interessant gewesen. Viele Rüstungsaktien haben zuletzt deutlich korrigiert, obwohl die fundamentalen Rahmenbedingungen weiterhin günstig erscheinen. Die Auftragsbücher der Branche sind gut gefüllt und die Verteidigungsausgaben vieler NATO-Staaten steigen weiter.
Die Verschiebung des Börsengangs überrascht angesichts der aktuellen Schwäche des Rüstungssektors nicht. Solange die Bewertungen unter Druck stehen, dürfte KNDS keinen Zeitdruck verspüren.
Wann der Börsengang letztlich erfolgt, bleibt offen. Anleger, die bereits heute auf den europäischen Rüstungssektor setzen möchten, finden in den zuletzt deutlich korrigierten Branchenwerten weiterhin interessante Alternativen. In diesem Artikel bin ich auf Rheinmetall eingegangen.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.
Rheinmetall in Kürze
- KNDS gehört zu den führenden europäischen Herstellern von Landverteidigungssystemen. Zu den bekanntesten Produkten zählen der Kampfpanzer Leopard 2 sowie die Panzerhaubitze 2000.
Darüber hinaus entwickelt und produziert das Unternehmen gepanzerte Fahrzeuge, Mannschaftstransporter, militärische Brückensysteme, Robotiklösungen und Munition. - KNDS entstand 2015 durch die Fusion des deutschen Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann mit dem französischen Staatsunternehmen Nexter.
- Der rechtliche Sitz befindet sich in Amsterdam, die operative Zentrale liegt in München. Weltweit ist der Konzern mit 34 Standorten vertreten.
- Die Aktie soll nach aktuellem Stand sowohl in Paris als auch in Frankfurt notiert werden. Bei der Bewertung des Unternehmens gibt es erhebliche Unterschiede. Die Spanne liegt zwischen 12 bis 15 Milliarden €.
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